Sehen & Erleben

Görlitz kulinarisch

Altstadt-Flair genießen

Ob traditionell schlesisch, böhmisch oder internationale Küche –  die Görlitzer Wirte halten eine Fülle schmackhafter Verlockungen bereit. Das Essengehen ist in der Neißestadt oft nicht nur mit einer kulinarischen Entdeckungsreise verbunden, sondern gleichzeitig mit einer spannenden Exkursion in die architektonische Vergangenheit. Rund um den Unter- und Obermarkt, der Neiß- und Peterstraße hat sich eine große Auswahl hervorragender Cafés, Restaurants und Kneipen etabliert. In den fackelbeschienenen Gewölben historischer Gemäuer und romantischen Hinterhöfen werden Ihnen hier allerlei duftende Köstlichkeiten serviert. Hier ist ganz bestimmt für jeden Geschmack das Richtige dabei.

Foto: Sabine Wenzel

Zum Schlemmen: die Naschallee

Ergänzend zum fast täglich geöffneten Wochenmarkt auf der Elisabethstraße ist die Görlitzer Naschallee ein besonderes Vergnügen. Der liebevolle Regionalmarkt bietet neben Früchten, Pflanzen, Käse oder Fleisch auch kunsthandwerkliche Produkte an – allen voran regionale Erzeugnisse aus dem ländlichen Raum. Die Naschallee begeistert mit ihrer Marktatmosphäre unter dem Dach der Rosskastanien und ist für tausende Besucher ein Anziehungspunkt und Anlass zum Verweilen.

Von Mai bis November lädt dieser besondere Markt zum Kosten, Kaufen und Kommentieren ein.

 

Görlitzer Naschallee am 1. August 2020 als Aktionstag im REVIVAL-Projekt

Der beliebte Regionalmarkt „Naschallee“ findet in seiner nächsten Ausgabe am Sa, 1.8.2020 von 16 bis 22 Uhr auf dem Elisabethplatz statt. Bei der Ausrichtung wird die Veranstalterin Regine Büttner von der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH unterstützt, die diese besondere Sommerausgabe der Naschallee im Rahmen des Interreg-Projektes REVIVAL umsetzt.

Auf dem Markt bieten verschiedene Händler und Produzenten ausschließlich regionale Produkte an. Die Palette reicht dabei von Blumen bis Gemüse, von Handwerkskunst bis Seife, von Käse bis Marmelade – also alles, was selbst hergestellt wird. Die Anbieter geben auch gern Auskunft an ihren Ständen. Für eine schöne Atmosphäre sorgen abwechselnd die Musiker Marc Winkler (Gitarre) und das Jazzduo Ferdinand Büchner/Ivan Scholz. Zusätzlich gibt es Beleuchtung in den Abendstunden. Für die Durchführung in diesen besonderen Zeiten ist das Marktgelände abgezäunt.

Im Vorfeld der Naschallee finden zwei Görliwood-Stadtführungen statt. Sie führen auch zu den im Februar eröffneten Stationen des Walk of Görliwood®. Auch diese Maßnahme wurde im Rahmen des Interreg-Projektes REVIVAL umgesetzt. Die Touren starten um 14 Uhr an der Görlitz-Information und enden an der Naschallee. Für deutsche Gäste laufen Gästeführer Karina Thiemann und Lothar Hoffmann mit ihrer „Film Ab!“-Tour. Für polnische Gäste läuft Anna Hernik das erste Mal mit ihrer auf internationale Filme ausgerichteten Führung „Görliwood® Drehorttour“.

Termine 2020:
2. Mai, 30. Mai, 4. Juli, 1. August, 5. September 2020 jeweils von 8 bis 14 Uhr auf der Elisabethstraße, außer:

1. August: 16 bis 22 Uhr

14. November: 14 bis 19.30 Uhr.

Anmeldungen, Hinweise und Kritiken sind unter naschallee-goerlitz@t-online.de erwünscht.

Infos für interessierte Händler und Anbieter:
Händler und Sponsoren gesucht

Sie wechseln in den Bereich Wirtschaft.

Foto: Landskron Braumanufaktur

Die Kunst des Bierbrauens

Seit 1869 schon braut die Landskron Braumanufaktur hinter den heute denkmalgeschützten Backsteinmauern in metertiefen Gewölbekellern das beliebte Landskron Bier. Dies geschieht nach handwerklichen Verfahren in offener, handgeführter Gärung und mit viel Liebe. Und das schmeckt man auch. Neugierige können die Brauerei besuchen und gleich vor Ort verkosten.

Informationen und Termine der Bauereiführungen: WEITERLESEN

In den letzten Jahren etablieren sich zusätzlich kleine Brauereien in Görlitz. Das Brauhaus der Obermühle, die Bierblume oder auch GR-LI-BRÄU setzen dabei auf Brautradition und saisonale Besonderheiten bei den Zutaten. Genau das richtige für Gäste, die in Sachen Biergenuss mal etwas neues probieren möchten. In Bierseminaren und Mitmachaktionen können sie sogar selbst Hand anlegen und ihr eigenes Bier brauen.  

Schlesisches Himmelreich und andere Köstlichkeiten

Besucht man Görlitz, sollte man das „Schlesische Himmelreich“ probieren, denn dieses Gericht trägt seinen Namen ganz zu Recht. Für die Leibspeise der Neißestadt nehmen die Köche Kasselerkamm, getrocknete Pflaumen, Aprikosen, ein paar saftige Klöße sowie Mehl und Butter für die Soße. Auf den Speisekarten finden sich gewiss noch viele andere Geheimrezepte schlesischer oder böhmischer Großmütter. Zart oder deftig, edel oder rustikal – die Görlitzer Gastronomen beweisen neben gutem Geschmack natürlich auch eine gehörige Portion Fantasie. Darf es vielleicht ein schlesischer Kartoffelsalat sein, warm serviert mit gebratenem Speck? Oder doch lieber ein böhmischer Rostbraten? Zu den herzhaften Spezialitäten genießt man am besten ein kühles Landskron, das berühmte Görlitzer Traditionsbier. 

Wer in der Adventszeit nach Görlitz kommt, sollte beim Besuch des Schlesischen Christkindelmarkts die berühmte Weihnachtsbratwurst probieren. Das regionale Gericht ist speziell gewürzt, wobei vor allem eine Zutat das besondere Geschmackserlebnis ausmacht: die Zitrone.

Foto: Paul Glaser

Foto: R. Hennig

Süße Verführungen

Für Anhänger der süßen Küche empfehlen sich die Schlesischen Mohnklöße, auch Mohnpielen genannt. Frisch mit Zucker und Zimt bestreut werden sie typischerweise in einer Glasschale serviert. Mit allerhand Mohnspezialitäten locken auch die Görlitzer Cafés und Konditoreien: Mohnstriezel oder Mohnkuchen mit Streuseln stehen in langer schlesischer Backtradition und erfreuen sich großer Beliebtheit. Als ein kulinarischer Klassiker gilt die Liegnitzer (heute Legnica) Bombe, ein kleiner mit Schokolade überzogener Kuchen aus Lebkuchenteig.

Die wohl kleinste Görlitzer Leckerei sind die Liebesperlen. Die bunt gefärbten Dragées werden seit über 100 Jahren in der Süßwarenfabrik Rudolf Hoinkis hergestellt, in Babyfläschchen abgefüllt und erweisen sich bis heute als echter Exportschlager in mehr als 20 Länder.

Mehr über das "Süße Görlitz":
Download-Artikel aus dem Magazin Stadtschönheiten Sachsen [A4; 0,5 MB]

Über die Altstadtbrücke

Wer sich nach einem Stadtrundgang in der Görlitzer Schwesterstadt Zgorzelec stärken möchte, dem sei die polnische Küche empfohlen. Gelegenheiten zum Ausprobieren regionaler Spezialitäten gibt es in Zgorzelec eine Reihe, zum Beispiel am polnischen Neißeufer bei der Altstadtbrücke. Dort kommt man in den Genuss des polnischen Nationalgerichts Bigos. Das ist ein warmer Eintopf aus Sauerkraut, Weißkohl, Waldpilzen und verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten.

Foto: Stadtverwaltung Zgorzelec

Foto: Paul Glaser

Neu: Deutsch-polnisches Genussfest COOLINARIA 

Den Probelauf im Juni 2020 hat das neue Genussfest bestanden. Die nächste Ausgabe wird am 26./27. Juni 2021 stattfinden. Guten Appetit und Zum Wohl! 

So lief der Probelauf 2020:

Im wundervoll sanierten Umfeld des Görlitzer Postplatzes verkosteten Besucher regionale Spezialitäten. Sie lernten die Weine vom Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth kennen, sind mit den beiden sächsischen Spitzenwinzern Matthias Schuh und Martin Schwarz bei einem Glas ins Plaudern gekommen und probierten, was Winzer Rico Leonhardt aus Brandenburger Böden auf die Flasche bringt. Direktvermarkter, bäuerliche Familienbetriebe, Höfe und Manufakturen stellte die Initiative „Ein Korb voll Glück“ vor. Drei lokale Weinfachhandlungen präsentierten ihre besten Tropfen, die Görlitzer Kaffeerösterei sorgte für Belebung, ein handgemachtes Bier steuerte die lokale Craftbeer-Brauerei SUDOST bei. Mit moderner Küche wartete die junge Mannschaft vom Restaurant „Jakobs" auf. Ausgesuchte Spezialitäten bereitete die Landfleischerei Andreas Wagner vor Ort zu, für die vegetarischen Gäste stand das Görlitzer Restaurant „neiß." parat.

Weitere Informationen 

Foto: Bäckerei Tschirch

Die schlesischen Spezialitäten zur Weihnachtszeit

Wer im Advent nach einem besonderen Gaumenschmaus verlangt, der ist in Görlitz richtig. Die schlesische Backkunst zaubert zahlreiche Köstlichkeiten, vorzugsweise mit Mohn. So gibt es neben dem Mohnstollen auch feine Mohnklöße. Und bei der Erfindung der Liegnitzer Bombe soll der Legende nach Berggeist Rübezahl persönlich Hand ans Rezept gelegt haben.

Unter den Görlitzer Fleischern startet jedes Jahr im Advent ein besonderer Wettstreit: wer produziert die beste Weihnachtsbratwurst? Diese enthält neben vielen geheimen Zutaten auch immer einen Hauch Zitrone.

Bilder Naschallee: F. Dreßler

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