Interdisziplinäres Zentrum für transformativen Stadtumbau - IZS
Februar 2026
Hervorgegangen ist das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau (IZS) im Jahr 2014 aus dem Görlitzer Kompetenzzentrum für revitalisierenden Stadtumbau. Es ist eine gemeinsame Einrichtung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Dresden und des Internationalen Hochschulinstituts (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden. Das IZS ist Gründungsmitglied des Netzwerkes Hi!Lusatia.
Unsere Leitfragen
Wie können Städte und Quartiere an demografische, sozioökonomische, ökologische und gesellschaftliche Veränderungen angepasst werden? Wie kann eine tiefgreifende Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit im Bestand gelingen? Welche Chancen bietet die Revitalisierung von Klein- und Mittelstädten, um Neubau und den damit verbundenen Ressourceneinsatz in Ballungszentren zu vermeiden sowie Lebensqualität und kulturelles Erbe vor Ort zu erhalten? Und wie lassen sich Transformationsprozesse in Städten mit begrenzten transformativen Kapazitäten sowie in vom Strukturwandel betroffenen Regionen erfolgreich gestalten?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das IZS in seiner inter- und transdisziplinären Forschung zu nachhaltiger Stadt- und Regionalentwicklung.
Probewohnen in Görlitz
Der Ansatz des Probewohnens wurde in Görlitz initiiert und durch das IZS als zeitlich befristete Forschungsprojekte kontinuierlich weiterentwickelt. Im Rahmen klar definierter Projektphasen erhalten ausgewählte Zuzugsinteressierte für einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit, in Görlitz zur Probe zu wohnen und zu leben. Das Team des IZS erforscht deren Motivation zum Umzug, ihre Erwartungen an einen neuen Standort und die konkreten Erfahrungen in Görlitz. Aus diesen Erkenntnissen leiten die Forschenden Schlussfolgerungen für die Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik ab. Zentrale Aspekte sind dabei auch die klimagerechte Stadtentwicklung oder die regionale, grenzüberschreitende Transformation im Zuge von Kohleausstieg und Energiewende. Ermöglicht wird das Probewohnen insbesondere durch die KommWohnen Service GmbH in Görlitz.
Seit Januar 2025 läuft das aktuelle Projekt „Probewohnen meets DZA“ in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA), einem Großforschungszentrum, für dessen Aufbau der Zuzug von Fachkräften aus dem In- und Ausland unabdingbar ist. In der aktuellen Auflage des Probewohnens erhalten bis zu zwölf neue Mitarbeitende des DZA und ihre Familien die Gelegenheit, Görlitz und damit ihr neues Wohnumfeld zunächst für drei Monate kennenzulernen. Alle Teilnehmenden sind Teil der wissenschaftlichen Begleitstudie.
Engagement
Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis liegt dem Team des IZS besonders am Herzen. Hierzu dienen der jährliche Denksalon sowie die deutsch-polnischen Europastadt-Gespräche. Außerdem sind die Forschenden in der akademischen Lehre aktiv und das IZS regelmäßig Anlaufpunkt für Studienreisen und Fachexkursionen.
Warum Görlitz?
Die Europastadt Görlitz/Zgorzelec und ihr grenzüberschreitendes Hinterland in der Strukturwandelregion Lausitz dienen dem IZS als Reallabor, in welchem das Institut gemeinsam mit Praxispartnern neue Lösungen entwickelt und erprobt. Hier hat das IZS mit der Stadtverwaltung, der KommWohnen, der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH und den vielen zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen aufgeschlossene Kooperationspartner für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Außerdem bietet Görlitz als sich dynamisch entwickelnder Wissenschaftsstandort mit der Hochschule Zittau/Görlitz, dem Senckenberg Museum für Naturkunde, dem Deutschen Zentrum für Astrophysik und dem CASUS – Center for Advanced Systems Understanding ein hervorragendes wissenschaftliches Umfeld.
© R. Vigh / IÖR-Media
Steckbrief
Forschungszweig
Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, Transdisziplinarität
In Görlitz seit
2014
Anzahl der Mitarbeiter
ca. 10
Standort
Gottfried-Kiesow-Platz 1
02826 Görlitz




