Görlitz im Porträt

Stadt- & Ortsteile

Die Stadt Görlitz und ihre Stadt- und Ortsteile

Die Stadt Görlitz ist bei 51°09' nördlicher Breite und 15°00' östlicher Länge gelegen und damit die östlichste Stadt Deutschlands. Görlitz befindet sich unmittelbar an der Grenze zur Republik Polen. Seit 1990 gehört Görlitz zum Freistaat Sachsen. Die Stadt grenzt im Osten an die Staatsgrenze zur Republik Polen und damit an den Landkreis Zgorzelec in der Wojewodschaft Niederschlesien. Die Stadt Zgorzelec ist zugleich der östliche Teil der am Ende des II. Weltkriegs geteilten Grenzstadt Görlitz/Zgorzelec. Görlitz erstreckt sich von Nord nach Süd über 19,4 km und von West nach Ost über maximal 7,3 km. Die Stadt besteht in ihrer heutigen Ausdehnung aus 9 Stadt- und 5 Ortsteilen auf einer Fläche von 67,93 km² und einer Bevölkerung von 60.765.    

Die Stadtteile sind die Historische Altstadt, die Innenstadt, die Nikolaivorstadt, die Südstadt, Rauschwalde, Biesnitz, Weinhübel, Königshufen und Klingewalde. Die Ortsteile umfassen Ober-Neundorf und Ludwigsdorf im Norden und Schlauroth, Kunnerwitz, Klein Neundorf, Deutsch-Ossig, Hagenwerder und Tauchritz.
Die Ortsteile sind seit ihrer Eingemeindung keine selbständigen Gemeinden mehr, sondern bilden heute einen Teil von Görlitz, obwohl sie räumlich getrennt vom eigentlichen Stadtkörper sind. Insgesamt nehmen die Ortsteile mehr als die Hälfte der Gesamtfläche von Görlitz ein, aber es leben auf dieser Fläche nur 6,1 Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt.

In der Gliederung von Görlitz nach Stadt- u. Ortsteilen zeigen sich prototypisch wichtige Etappen der mitteleuropäischen Stadtentwicklung.
Im Anschluss an eine Burganlage auf dem hohen Ostufer der Neiße entstand um 1220 im Bereich des heutigen Untermarktes die Stadt Görlitz als Handelsplatz von Fernhändlern, die Tuche und das Tuchfärbmittel Waid aus Thüringen nach Osteuropa ausführten und Pelze, Wachs und Honig zurückbrachten.
Die Lage von Görlitz an der "via regia" (Hohe Strasse), einem der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelswege, war dabei für die Entwicklung ein entscheidender Standortfaktor. In Verlängerung der ost-westlichen Hauptachse des Fernhandels erfolgte um 1250 die Stadterweiterung um den heutigen Obermarkt, der zum neuen, großen Handelsplatz der Stadt wurde. Am Ende des 13. Jahrhunderts umschloss ein Mauerring die Stadt, die heute als Historische Altstadt den ältesten Teil der Stadt Görlitz darstellt.
Die Historische Altstadt ist mit dem gleichnamigen Stadtteil und Sanierungsgebiet identisch und zeichnet sich durch eine Vielzahl von bedeutenden Baudenkmälern unterschiedlicher Stilepochen aus.

Auch das Gebiet der Nikolaivorstadt ist mittelalterlicher Entstehung, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte (ähnlich wie die westliche Altstadt v.a. im 19. Jahrhundert) baulich überformt. Anders als in der Historischen Altstadt gibt es in der Nikolaivorstadt nur wenige besonders herausragende Einzelbauwerke. Hier sind es vor allem Gesamtensembles, Raumsituationen und Straßenbilder, die das unter Denkmalschutz stehende Gebiet auszeichnen. Das Gebiet der Nikolaivorstadt ist Sanierungsgebiet und umfasst nur einen Teil des gleichnamigen Stadtteils.
Die Nikolaivorstadt verkörpert in Görlitz eine besondere Wohngegend, die eher ländlich geprägt ist bzw. einen Kleinstadtcharakter besitzt.
Zu Beginn der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts setzte auch in Görlitz die industrielle Revolution ein, durch die die Stadt erneut aufblühte. Dieser Veränderungsprozess erfasste zunächst die für die Stadt traditionelle Tuchherstellung, führte jedoch auch zur Gründung neuer Wirtschaftszweige, vor allem von Waggonbau- und Maschinenbaubetrieben. Görlitz war im 19. Jahrhundert die reichste Stadt Deutschlands. Die Lage der Stadt vor den Toren des Riesengebirges, die ausgedehnten und gepflegten Parkanlagen sowie eine günstige Steuerpolitik ließen Rentiers und Pensionäre ihren Alterssitz nach Görlitz verlegen.
Mit der industriellen Revolution kam es in Görlitz zu einem sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahlen, welche die Stadt über ihre mittelalterliche Ummauerung hinauswachsen ließ. Diese "gründerzeitliche" Stadterweiterung war zunächst auf den weit vor den Stadttoren gelegenen, 1847 in Betrieb genommenen Bahnhof hin orientiert (= Stadtteil Innenstadt), griff bis zur Jahrhundertwende auf die südlich der Bahngleise liegende Gemarkung über (= Stadtteil Südstadt) und bezog nach 1900 auch östlich der Neiße gelegene Flächen (heutiges polnisches Zgorzelec) ein. Die gründerzeitliche Stadterweiterung bewirkte hierbei u.a. eine Verlagerung des funktionalen Stadtzentrums (Hauptgeschäftsbereich) auf eine Achse zwischen Altstadt und Bahnhof.
Städtebauliches Hauptmerkmal dieser neu entstandenen Wohnquartiere der Innen- und Südstadt ist die geschlossene Blockrandbebauung mit typischerweise viergeschossigen Mietshäusern. In bevorzugten Lagen (u.a. am Stadtpark) wurden aber auch freistehende Stadtvillen errichtet. Als Flächendenkmal steht die gründerzeitliche Stadterweiterung in Görlitz unter Denkmalschutz, zwei förmlich festgesetzte Sanierungsgebiete ("Innenstadt Nord" und "Gründerzeit West") befördern den Prozess der Stadterneuerung.
Die Bautätigkeit zwischen den beiden Weltkriegen war gekennzeichnet durch einen sozialen bzw. genossenschaftlichen Wohnungsbau im Stadtteil Südstadt sowie durch die Entwicklung gartenstadtartiger Siedlungen (Landskronsiedlung im 1925 eingemeindeten Rauschwalde, Siedlung Königshufen).
Der zwischenkriegszeitliche Geschosswohnungsbau in der Südstadt steht ebenfalls unter Denkmalschutz.
Der Flächenzuwachs durch die Eingemeindungen von Rauschwalde und Weinhübel bildete nach dem zweiten Weltkrieg die Grundlage für die neuen Standorte des komplexen Wohnungsbaus. Der 1949 eingemeindete Stadtteil Weinhübel erhielt dabei bis 1973 ein Neubaugebiet mit rund 4.000 Wohnungen des Typs "Industrieller Wohnungsbau 64" (IW 64). Auch in Rauschwalde errichtete man zwischen 1975 und 1977 rund 1.500 Wohnungen in 5-geschossiger Großblockbauweise um die Karl-Eichler-Straße und die Kopernikusstraße.
In Königshufen baute man neben der eigentlichen Siedlung Königshufen einen ganz neuen Stadtteil. Der von 1978 bis 1980 hier angewandte Wohnungsbautyp IW 64 wurde 1981 durch den ökonomisch günstigeren Bautyp WBS 70 abgelöst. Bis 1987 errichtete man in Königshufen mehr als 6.000 Wohnungen. Die Stadtteile Königshufen und Weinhübel wurden dabei durch Straßenbahnlinien an das Stadtzentrum angebunden.
Klingewalde, ein kleines Dorf im Norden der Stadt, wurde 1949 nach Görlitz eingegliedert. Seine Häuser reihen sich von Ost nach West an der Dorfstraße entlang. Anfang der 50er Jahre entstand auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes eine Schweinemastanlage, auf deren Gelände nach 1990 ein Gewerbegebiet entwickelt wurde.
1952 wurde der Stadt Görlitz das Dorf Biesnitz einverleibt. Biesnitz setzte sich ursprünglich aus Kleinbiesnitz am Ostfuß der Landeskrone und aus Großbiesnitz in einem kleinen Tal zusammen. Das Ortsbild bestimmen Villen, Eigenheime und Gartenanlagen. Die Lage des Stadtteils an der unmittelbar benachbarten Landeskrone begünstigte die Entstehung von größeren Gebieten mit Einzelhausbebauung. In diesem Stadtteil liegt daher der Schwerpunkt der Neubautätigkeit in Görlitz nach 1990 (neue Eigenheimgebiete). Auch Biesnitz ist ÖPNV-seitig durch eine Straßenbahnlinie erschlossen.
Mit der Eingliederung der Gemeinden Deutsch-Ossig, Hagenwerder/Tauchritz und Schlauroth (1994) kam das Kohle-Energie-Zentrum Hagenwerder zur Stadt Görlitz. Der Braunkohlentagebau Berzdorf, der 1997 ausgelaufen ist, prägt weithin die Landschaft. Das entstandene Restloch wird gegenwärtig zu einem Naherholungsgebiet gestaltet, mit dem zukünftig größten See Ostsachsens. Seit 2001 wird das Grundwasser nicht mehr abgepumpt und das Tagebaurestloch beginnt sich mit Wasser zu füllen.
Weitere Ortsteile der Stadt Görlitz stellen schließlich die dörflich geprägten Siedlungen Ludwigsdorf, Ober-Neundorf, Kunnerwitz, Klein Neundorf, Tauchritz, Alt-Hagenwerder sowie Schlauroth dar. Die genannten Ortsteile stellen für die Stadt einerseits Wohngebiete in einem dörflich-ländlichen Umfeld dar. Andererseits sind die Gemarkungen dieser Ortsteile wichtig für die flächenbeanspruchende landwirtschaftliche Bodenproduktion sowie für die Naherholung und den Natur- und Landschaftsschutz.

Weinhübel

Der ursprüngliche Name Leschwitz führt auf eine ehemalige slawische Dorfsiedlung zurück. 1936 wurde die Gemeinde Posottendorf-Leschwitz in Weinhübel umbenannt. Am 1. Januar 1949 ist Weinhübel nach Görlitz eingemeindet worden. Speziell Alt-Weinhübel ist ein ländlich anmutender Stadtteil von Görlitz. Mit dem Bau des Oder-Neiße-Radweges 1998/99 wurde der Ortsteil auch touristisch erschlossen.

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Schlauroth - Am Fuße der Landeskrone

Westlicher Stadtteil der östlichsten Stadt Deutschlands.

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Kunnerwitz und Klein Neundorf

Kunnerwitz ist ein im Südwesten gelegener Ortsteil von Görlitz am Fuße der Landeskrone. Der Ortsteil zählt rund 600 Einwohner. Bedeutendste Sehenswürdigkeit von Kunnerwitz ist die Erlöserkirche von Karl Friedrich Schinkel.

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Ludwigsdorf & Ober-Neundorf

Ludwigsdorf ist seit 1. Januar 1999 ein Ortsteil von Görlitz mit etwa 800 Einwohnern. Es liegt in der Neiße-Aue und bildet zusammen mit dem Ortsteil Ober-Neundorf den nördlichsten Teil der Stadt.

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Hagenwerder und Tauchritz

Hagenwerder (bis 1936 Nikrisch, früher auch Nickrisch) ist seit der sächsischen Kreisreform von 1994 ein Ortsteil von Görlitz.

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