Görliwood – European Film Location

Deutsch-Polnische Filmwerkstatt

Kinoproduktion zum Anfassen

 

Studierende der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und der University of Arts in Poznań bzw. der Filmhochschule Łódź PWSFTviT w Łodzi/ Łódzka Szkoła Filmowa waren bereits zwei Mal mit ihrer Summer Masterclass in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec zu Gast. 2018 machte der Cinebus Station auf dem Marienplatz, 2019 auf dem Gelände der Rabryka. Dabei wurden von den Studierenden 2-5 minütige Kurzfilme in der Stadt gedreht, im Filmbus entwickelt und anschließend direkt vor Ort präsentiert. Das Thema „Grenzüberschreitungen“ stand dabei im Mittelpunkt, die Europastadt lieferte Ideen und war zugleich Kulisse.

Mit an Bord war der legendäre polnische Kameramann Sławomir Idziak, der u.a. als Preisträger des Deutschen Kamerapreises 2015 für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden ist.

 

Link zur kompletten Pressemeldung vom 28.08.2019

Link zur kompletten Pressemeldung vom 30.07.2018

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2. Deutsch-polnische Masterclass „Crossing the borders“ vom 27. August - 7. September 2019

Ein Bericht von Prof. Jens Becker

Anfang September 2019 trafen sich in Görlitz bereits zum zweiten Mal etwa zwanzig deutsche und polnische Filmstudierende, um innerhalb von zehn Tagen gemeinsam Filmprojekte zu entwickeln und zu drehen. Das Motto „Crossing the borders“ ist dabei wörtlich zu nehmen, es geht um ein Kennenlernen in der Arbeit, in den Kunstauffassungen und der Weltsicht.

In extrem kurzer Zeit fanden sich gemischte Teams zusammen, die sich mit der Arbeitssprache Englisch gut verständigen konnten. Während tagsüber die Stoffe entwickelt, gedreht und geendfertigt wurden, fanden die Studierenden sich abends am Cinebus in der Rabryka zusammen, um gemeinsam an Lektionen des berühmten Kameramannes Slawomir Idziak zu lernen.

Die Stadt Görlitz erwies sich dabei wieder einmal als hervorragende Kulisse, die Stadtverwaltung als sehr einladend und flexibel und die Görlitzer als überaus  gastfreundlich. Die Rabryka als Standort für unseren Cinebus war ein großer Gewinn, weil der Ort selbst sehr inspirierend ist und wir mit unseren abendlichen Mustersichtungen auf der Open-Air-Großbildleinwand keine Anwohner störten.

Mitten in die gemeinsame Arbeit fiel der 1. September und damit der 70. Jahrestag des Beginns des II. Weltkrieges, also des deutschen Überfalls auf Polen. Was für ein gutes Zeichen, dass 70 Jahre später junge Menschen aus beiden Staaten zusammen Filme machen, in einer Stadt, die ohne Grenzbäume zwei Länder friedlich miteinander verbindet!

Zu einem Höhepunkt wurde auch, dass der neugewählte Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu eine Delegation unserer Werkstatt zu einem Gespräch empfing. Dabei äußerte er sein Interesse, dass sich diese Masterclass wiederholt. Auch der Zgorzelecer Bürgermeister Rafal Gronicz besuchte den Cinebus persönlich.

Am letzten Abend, dem 6. September 2019, präsentierten die Studierenden 10 Filme, die inspiriert waren von Görlitz und Zgorzelec, sowie der Umgebung. Erfreulich war, wie viele Görlitzer interessiert waren, die jungen Filmemacher und ihre Arbeit persönlich kennenzulernen. Nach der Teampremiere gab es jedenfalls noch viel zu erzählen und zu feiern.

Die Studierenden werden in den nächsten Wochen und Monaten ihre Filme an ihren Hochschulen noch perfektionieren und dann bei geeigneten Festivals einreichen, z.B. beim Neisse Filmfestival. Und nächstes Jahr im Sommer soll es eine 3. deutsch-polnische Masterclass geben.

Foto: Peter Badel
Foto: Adam Strzelecki
Foto: Jens Becker
Foto: Jens Becker

Galeriefotos (1) – (5) vom Cinebus 2019 auf dem Gelände der Rabryka, (6) – (10) vom Cinebus 2018 auf dem Marienplatz, (7) Kameramann Sławomir Idziak vor dem Filmbus

Film Summer Open: Blick hinter den Green Screen am 6. August 2018

Das Thema „Grenzüberschreitungen“  wurde beim Filmprojekt nicht nur auf Ländergrenzen bezogen, sondern individuell interpretiert. So geht es beispielsweise im Film der beiden Drehbuchstudentinnen Anna-Paula Steiner und Naomi Achternbusch um zwei Punk-Rocker. Diese  schlagen hinsichtlich ihrer Karriere  verschiedene Wege ein. Einer der beiden möchte hier gewisse Grenzen hinsichtlich Maßnahmen, die seinen Erfolg maximieren könnten, nicht überschreiten. Innerhalb mehrerer Tage ist das Drehbuch und die Idee entstanden, zwei Tage wurden für den tatsächlichen Dreh beansprucht und bis zum 10. August 2018 wurde der Kurzfilm  fertiggestellt und präsentiert.

Nicht nur das Thema des Projektes konnte frei ausgestaltet werden. Die Ideenfindung und Planung war geprägt von spontanen Begegnungen und Geschichten in Görlitz und der Umgebung.  Auch bei den Aufgaben während der Projektzeit durften sich die Studierenden  in verschiedene  Richtungen ausprobieren. So wurden beispielsweise Drehbuchautoren zu Regisseuren, Produzenten zu Statisten.

Die Stimmung beim Dreh auf dem Marienplatz beschrieben Paula und Naomi  als sehr locker. Die anfänglichen Sprachbarrieren gegenüber den polnischen Studenten konnten innerhalb kürzester Zeit überwunden werden und die Gruppen haben sich gut durchgemischt. Trotz der Hitze im schwarzen Zelt auf dem Marienplatz waren die am Film beteiligten Studenten mit hoher Konzentration und viel guter Laune bei der Sache. Nebenbei wurde noch ein bisschen polnisch gelernt und des Öfteren schallte  ein „Kocham cię!“ (Ich liebe dich!) durch das Zelt.

Auch von Görlitz waren die Studentinnen begeistert. „Die Menschen sind so offen“, meinte Naomi. Und Paula erklärte, es war für sie nicht selbstverständlich, dass man einen Drehort wie das Kühlhaus unkompliziert einen ganzen Tag nutzen kann. Auf dem Marienplatz selbst kam es zwischen den Görlitzern und den Studierenden auch immer wieder zu vielen interessanten Begegnungen.

Galeriebilder: Schauspieler Paul Worms erhält Instruktionen von Naomi Achternbusch (Drehbuch und Regie); Dreh mit Kamila Serwicka an der Kamera; Anna - Paula Steiner (Drehbuch und Regie) schlägt die Klappe; Filmteam des Kurzfilms vor dem Cinebus

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