»Das Kerngeschäft von Schule ist der Unterricht«, so lautete die bislang geläufige Formel zur wichtigsten Aufgabe von Schulen. Sie war geleitet von der »passiven« Vorstellung: Schülerinnen und Schüler werden unterrichtet. Die grundlegende Veränderung in den Aufgaben von Schule lässt sich mit einem Wandel ihrer Grammatik beschreiben: vom Passiv zum Aktiv. »Das Kerngeschäft der Schule ist das Lernen«.
Lernen ist dann am wirksamsten, wenn es als ein aktiver und interaktiver Prozess aus Sicht der Lernenden verstanden wird.
Quelle: Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland; Herausgeber: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA, Verband Bildung und Erziehung (VBE); 4., überarbeitete Auflage
»Was muss ich können, um verantwortlich handeln zu können?«
»Wie drücke ich mich so aus, dass mich andere verstehen?«
In der zweizügigen Oberschule auf der Rauschwalder Straße wird es neben den typischen Klassenräumen weitere Bereiche geben, die für Gruppenarbeit, Projektarbeit, Beratungen, gezielte Fördermaßnahmen und Freiarbeit genutzt werden können. Der Unterricht wird mit modernen Lehr- und Lernmethoden stattfinden. Die Schülerinnen und Schülern von jeweils zwei Jahrgängen (Klasse 5/6, Klasse 7/8, Klasse 9/10) sind in einem räumlichen Bereich, einem so genannten „Cluster", zusammengefasst.
In jedem dieser Bereiche befinden sich Unterrichtsräume mit zum Teil variablen Wänden, Aufenthaltsflächen für Gruppenarbeiten, kleine Beratungsräume sowie Sanitär- und Garderobenanlagen. Der Unterricht kann dadurch differenziert gestaltet werden, Fördermaßnahmen und Kleingruppenarbeit sind parallel möglich.
Das klassenraumübergreifende Raumkonzept einer Clusterschule fördert das eigenständige Lernen, ermöglicht differenziertes Arbeiten und schafft Raum für neue Lernmethoden.
Wie sieht ein Cluster im Schulbau konkret aus?
Es gibt verschiedene Modelle und mehrere Möglichkeiten: Klassenräume erhalten paarweise einen zwischengeschalteten Verfügungsraum; Wände sind transparent, sodass eine direkte Einsichtnahme möglich ist. Der Gruppenraum wird je nach Bedarf von beiden Klassen genutzt – einzeln oder gemeinsam. Durch flexible Innenwände lassen sich zwei Klassenräume im Bedarfsfall gemeinsam nutzen und zu einem größeren Lern- und Unterrichtsbereich zusammenschalten.
Auch die Gruppierung um eine gemeinsame Lerninsel ist denkbar. Über großzügige Glaselemente ist diese mit den Klassenräumen verbunden. Sie ist mit flexiblen Möbeln und einem Smartboard ausgestattet. Durch die Nischen und flexibles Mobiliar können unterschiedliche Lernsituationen geschaffen werden.
Quelle: Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland; Herausgeber: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA, Verband Bildung und Erziehung (VBE); 4., überarbeitete Auflage
