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3 Fragen an ...

Ireneusz Rosinski, Schauspieler am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Wenn sich im April Theater aus Sachsen, Polen und Tschechien in Görlitz und Zittau treffen, wird die Bühne zum Festivalort: Beim 13. Sächsischen Theatertreffen zeigen Ensembles aus dem ganzen Freistaat ihre besten Inszenierungen. Mittendrin: Schauspieler Ireneusz Rosinski, der im Stück „Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben“ auf der Bühne steht. Er verrät, warum sich ein Besuch besonders lohnt.

Frage 1: Im April werden Görlitz und Zittau zur Bühne für ganz Sachsen. Worauf freust du dich beim Theatertreffen besonders?

Als Schauspieler hat man wenig Zeit, andere Theater zu besuchen. Daher freue ich mich, zu den sächsischen Theatertagen so viele Inszenierungen an einem Ort zu sehen: „Kafka“ aus Bautzen, „Maria Stewart“ aus Plauen, „Der Nazi und der Frisör“ vom Staatsschauspiel Dresden und das Stück von Lukas Rietzschel „Girschkarten“ in einer Inszenierung des Leipziger Schauspielhauses. Und natürlich finde ich es sehr schön, dass wir „Vom Glück, Hrdlak gekannt zu haben“ spielen.

Frage 2: Du stehst während des Theatertreffens im Stück „Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben“ auf der Bühne. Warum sollten sich Besucher diese Inszenierung nicht entgehen lassen?

Der Weg vom Roman zum Stück war ein sehr spannender. Während der Roman in aller Breite die Geschichten der einzelnen Dorfbewohner des kleinen schlesischen Ortes und deren Schicksale zwischen den beiden Weltkriegen beschreibt, muss die Bühnenfassung innerhalb von eineinhalb Stunden die Essenz erzählen und zeigen. Robert Czechowski hat mit seinem Bühnenbildner Adam Łucki und dem Musiker Daniel Grupa eine Inszenierung geschaffen, die von deutschen Sehgewohnheiten abweicht. Die Bühne steckt voller assoziativer Elemente, die Musik erstellt einen Klangteppich, der von verschiedenen Kulturen der Grenzregion in Schlesien erzählt, und die Figuren agieren sehr emotional und ausdrucksstark.

Für mich persönlich war es eine ganz besondere Arbeit, da ich zwar meine Schauspielausbildung in Polen absolvierte, aber die letzten 35 Jahre nie mehr mit einem polnischen Regisseur gearbeitet habe. Die Arbeitsweise unterscheidet sich doch erheblich. In Deutschland scheut man sich eher, Geschichten so emotional und theatralisch auf der Bühne zu zeigen, wie das in der Inszenierung von Hrdlak geschieht.

Frage 3: Dein persönlicher Tipp für einen perfekten Görlitz-Moment zwischen zwei Festivalvorstellungen?

Ich empfehle einen Spaziergang entlang der ehemaligen der Via Regia durch die Görlitzer Altstadt. Besonders die Brüderstraße ist immer einen Besuch wert. Mein Tipp: im Senfladen eine Wurst mit Senf genießen und das besondere Flair auf sich wirken lassen.

Hier geht`s zum 13. Sächsischen Theatertreffen und zum Spielplan

© Pawel Sosnowski
Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben
© Pawel Sosnowski
Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben
© Detlev Müller
Hedwig and the angry inch
© Sebastian Hoppe
Der Nazi & der Frisör