Stadtplanung & Entwicklung

Kulturforum Görlitzer Synagoge

 Foto Kuppelsaal: Pawel Sosnowski

Multimediaguide und Filme für Kulturforum Görlitzer Synagoge

Produktion möglich durch INTERREG-Förderung

Wer das Kulturforum Görlitzer Synagoge besucht, kann multimedial auf Spurensuche durch die jüdische Geschichte der Stadt gehen. Zur Wiedereröffnung entstanden eine audiovisuelle Führung durch ausgewählte Teile der ehemaligen Synagoge sowie zwei Filme. Einer davon widmet sich namhaften jüdischen Persönlichkeiten, die in Görlitz zur Welt kamen oder in der Stadt wirkten und die durch ihr Lebenswerk oder Schicksal bekannt geworden sind.

Das Vorhaben wurde durch eine Förderung aus dem Kooperationsprogramm INTERREG Polen – Sachsen 2014-2020 möglich. Dazu hatte die Stadt Görlitz 2019 einen Fördervertrag innerhalb des Projektes „Lernen und Verstehen – Zukunft durch Erinnerung“ unterzeichnet. Lead-Partner ist dabei die polnische Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur (Fundacja Pamiȩć, Edukacja Kultura). Weitere Partner sind der Meetingpoint Music Messiaen e. V., das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal, Gmina Miejska Zgorzelec, Gmina Zgorzelec und der Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V.

Nach einer beschränkten Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb erteilte die Stadt Görlitz der Ausstellungsagentur musealis GmbH und orpheo Deutschland GmbH aus Weimar am 2. März 2020 den Zuschlag. Die Bietergemeinschaft hat den multimedialen Audioguide und die beiden Filme produziert. Der Auftragswert beläuft sich auf ca. 92.000,00 €, wobei 85 Prozent der Sachkosten über das INTERREG-Programm gefördert wurden.

Kooperationspartner der Stadt in dem Projekt war der Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V.  Der Verein lieferte die Inhalte sowohl für die audiovisuelle Führung als auch für die beiden Filme. Ziel bei der Entwicklung dieser didaktischen Elemente ist es, die ursprüngliche Bestimmung der Görlitzer Synagoge und die hohe baulich-künstlerische Qualität des national bedeutsamen Denkmals zu veranschaulichen.

 

Multimedialer Audioguide

Der multimediale Audioguide lädt dazu ein, die ehemalige Synagoge in ganz unterschiedlichen Dimensionen selbstständig zu entdecken: als architektonisches Baudenkmal, als Ort deutsch-jüdischer Geschichte und als ehemaliges Zentrum jüdisch-religiösen Lebens. Einzelne Ornamente, besondere bauliche Elemente und Sichtachsen sind Ausgangspunkt für eine intensive Spurensuche im Gebäude. Je nach Zeit und eigenen Interessen darf jeder selbst bestimmen, wie lange er in den Räumen verweilt. Über das Menü auf den Geräten lassen sich thematische Haupt- und Vertiefungstracks aufrufen, etwa zur Baugeschichte, jüdischer Bildsymbolik und synagogaler Musik. Auch mit Biografien von Mitglieder der früheren jüdischen Gemeinde von Görlitz können sich die Gäste auseinandersetzen. Über den Kontrast zwischen historischen Fotos und dem heute Sichtbaren sollen Zeitschichten erkennbar werden.

Der audiovisuelle Rundgang wird in Deutsch, Englisch, Polnisch und Tschechisch angeboten. Für Schülerinnen und Schüler ab der sechsten Klasse gibt es eine spezielle Führung, die sich am Lehrplan orientiert und in vereinfachter Sprache produziert wird.

Die Stadt Görlitz kaufte bei orpheo Deutschland GmbH 30 moderne Multimediaguides mit großem Display sowie 5 Geräte mit Tasten und Braille-Markierung für die Audiodeskription. Gerade auf Barrierefreiheit liegt ein besonderer Schwerpunkt. Blinde und Sehbehinderte werden über Audiodeskription durch das Gebäude geführt. Für Besucher mit Hörbeeinträchtigungen werden die Inhalte auch als Text-Version aufbereitet.   Presseinfo

 

Filmproduktion

Die beiden Filme mit jeweils etwa 10 bis 15 Minuten Länge werden auf einem großen Bildschirm im früheren Sitzungszimmer der Synagoge gezeigt. In einer Produktion geht es um die Geschichte der Juden in Görlitz. Die andere zeigt namhafte jüdische Persönlichkeiten, die aus der Stadt stammen, dort lebten oder wirkten.

Im ersten Film spannt sich der Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Die 1850 erfolgte Gründung der jüdischen Gemeinde in Görlitz und der Bau der 1911 geweihten Synagoge spielen darin ebenso eine Rolle wie die Brandstiftung in der Pogromnacht 1938 und die Vernachlässigung des jüdischen Sakralbaus zu DDR-Zeiten. Auch die langjährige Wiederherstellung der Synagoge und die Suche nach Nutzungsideen werden dargestellt.

Der zweite Film stellt fünf Persönlichkeiten vor: den Görlitzer Unternehmer und Mäzen Martin Ephraim (1860 – 1944), den Schriftsteller und Rechtsanwalt Paul Mühsam (1876 - 1960), die österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin Mira Lobe (1913 – 1995), den Gründer des Pharma-Konzern Teva, Günther Friedländer (1902 – 1975), sowie den Autohändler und späteren LDPD-Politiker Artur Schlesinger (1890 - 1981), der als Jude während des Nationalsozialismus in Görlitz überlebte.

Foto: Pawel Sosnowski

 

Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße 3, 02826 Görlitz

Telefon: +49 (0)3581 672410

Wiedereröffnet am 13. Juli 2021

 

https://www.kulturforum-goerlitzer-synagoge.de/

 

Öffnungszeiten:

Täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt 5,00 Euro mit Audioguide in deutsch, englisch, tschechisch und polnisch


Öffentliche Führungen jeden Donnerstag 14.00 Uhr und 1. Sonntag im Monat 11.00 und 12.00 Uhr
Gruppenführungen auf Anfrage

Hinweis: Aufgrund von Veranstaltungen im Haus kann es zu verkürzten Öffnungszeiten oder Schließzeiten kommen. Wir bitten Sie daher darum, sich im Vorfeld Ihres geplanten Besuches aktuell über die Öffnungszeiten des Hauses zu informieren.  

Betreiber ist die Görlitzer Kulturservicegesellschaft

 

 

 

 Nutzungskonzept_Synagoge_29.9.2017

Baumaßnahmen:
statische Sicherung des Gebäudes, Brandschutzmaßnahmen, Schaffung Fluchtwege, Notbeleuchtung, energetische Sanierung, Fenstererneuerung, Konservierung Thoraschrein, Sanierung Wochentagsynagoge, Sanierung Sängerempore, Sanierung Kuppeldecke und Deckenfries einschließlich Vergoldung, Sanierung Frauenempore, Fußbodenestrich im Kuppelsaal, Sanierung von Vestibül, Treppenaufgängen zur Frauenempore, Garderobe, Seminarräumen, Treppenhaus zur Sängerempore, Künstlergarderoben, Möbellager, technische Betriebsräume, Dachsanierung, Außenputzsanierung, Außenanlagen

barrierefreie Erschließung: (2 Behinderten-Stellplätze auf der Nordseite, Rampe zum Haupteingang von links, Höranlage in Kuppelsaal und Empore, barrierefreie Nutzung des Erdgeschosses für mobilitätseingeschränkte Besucher mit Kuppelsaal, Wochentagssynagoge und Seminarraum)

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