„Vaterland“ startet in Cannes – Daumendrücken in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec
vom 29.04.2026
Setbesuch bei den Dreharbeiten zu „Vaterland" auf dem Nikolaifriedhof: Oberbürgermeister Octavian Ursu (3.v.r.) und der Zgorzelecer Bürgermeister Rafał Gronicz (2.v.l.) sprachen mit dem Regisseur Paweł Pawlikowski (Mitte), © Kerstin Gosewisch
Der neue Film „Vaterland“ des oscarprämierten polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski wurde für den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (12.-23.5.2026) ausgewählt und hat damit die Chance, mit der Goldenen Palme ausgezeichnet zu werden.
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu und der Zgorzelecer Bürgermeister Rafał Gronicz drücken Pawlikowski und seinem Team gemeinsam die Daumen. Beide trafen den Regisseur und die Filmcrew im Oktober 2025 während der Dreharbeiten in Görlitz, bevor die Produktion in Polen fortgesetzt wurde.
„Ein polnischer Regisseur erzählt ein Stück deutscher Geschichte, gedreht in unserer gemeinsamen Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Genau dieses grenzüberschreitende Zusammenspiel von Geschichte, Perspektiven und Kulturen macht den Geist der Europastadt aus und zeigt, wie selbstverständlich hier europäisches Erzählen gelebt wird“, betonen Octavian Ursu und Rafał Gronicz.
Zu den Drehorten in Görlitz zählten der historische Nikolaifriedhof sowie der Städtische Friedhof. Das Filmbüro half bei der Vorbereitung, beim Einholen erforderlicher Genehmigungen und logistischen Fragen vor Ort.
Die Produktion wurde von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) mit 500.000 Euro unterstützt.
Das Drehbuch zu „Vaterland“ verfasste Paweł Pawlikowski gemeinsam mit Henk Handloegten. Der Film erzählt von der komplexen Beziehung des Nobelpreisträgers Thomas Mann und seiner Tochter Erika Mann, die auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland reisen. Für Thomas Mann ist es die erste Rückkehr nach Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und seinem amerikanischen Exil. Die Reise führt Vater und Tochter von dem amerikanisch kontrollierten Frankfurt am Main bis ins sowjetisch besetzte Weimar.
Neben der für den Oscar®-nominierten Schauspielerin Sandra Hüller spielen Anna Madeley, Hanns Zischler, August Diehl und Devid Striesow in den Hauptrollen. August Diehl stand schon als „Der junge Karl Marx“ in Görlitz vor der Kamera, während Devid Striesow in der ZDF-Reihe „Giganten“ den jungen Karol Wojtyla verkörperte. Gedreht wurde damals u.a. in der Görlitzer Stadthalle.
Görlitz bleibt Filmkulisse: Neue Dreharbeiten in diesem Jahr
Eine weitere Produktion wird Görlitz in diesem Jahr in ein lebendiges Filmset verwandeln. In einem historischen Kontext entstehen Teile für eine aufwendige Filmproduktion, die die Atmosphäre der Stadt authentisch einfängt.
Die Produktion ist kein kurzfristiges Projekt: Seit rund neun Monaten arbeitet das Filmbüro Görlitz eng mit dem Produktionsteam zusammen. Dazu gehören umfangreiche Motivtouren, Abstimmungen mit lokalen Partnern sowie die Organisation mehrerer Vor-Ort-Termine.
Die Detailplanungen laufen – mit besonderem Augenmerk darauf, die Produktion optimal in alle städtischen Festivitäten, Veranstaltungen und Baustellen an den Drehorten zu berücksichtigen und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.
Die Entscheidung für Görlitz ist dabei kein Zufall: Sie ist eine bewusste Standortentscheidung zugunsten Deutschlands und der Stadt Görlitz, trotz attraktiver Alternativen im europäischen Ausland. Für das Filmbüro Görlitz ist die Zusage der Produktion ein weiteres Signal für die anhaltende Attraktivität der Stadt als Filmstandort und ein Beleg für das Vertrauen internationaler Produktionen in die Leistungsfähigkeit vor Ort.
Das Filmbüro Görlitz gibt es mit Unterstützung der Stadt Görlitz und der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH seit Februar 2021 bei der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH.
Zur Übersicht der gelisteten Filme beim 79. Festival de Cannes: https://www.festival-cannes.com/en/press/press-releases/the-films-of-the-official-selection-2026/
Mehr dazu unter: https://www.goerlitzer-sammlungen.de/Traumzeit.html
