„TRAUMZEIT. Zeichenkunst der Romantik“ eröffnet im Kaisertrutz
vom 24.04.2026
Ausstellungsimpression zur „Traumzeit" im Kaisertrutz, © Pawel Sosnowski
Die neue Sonderausstellung der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur läuft vom 25. April 2026 bis zum 3. Januar 2027.
Die Kunst der Romantik übt bis heute eine ungebrochene Faszination aus. Sie entführt in eine Sphäre der Träume und Sehnsüchte und entstand in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche: Industrialisierung, technische Innovationen und neue Formen der Mobilität veränderten das Leben grundlegend. Viele Künstler reagierten darauf, indem sie Bildwelten schufen, die idyllische Landschaften, vormoderne Lebensweisen und eine idealisierte Vorstellung vom menschlichen Glück feierten. In dieser Spannung zwischen rasanter Veränderung und künstlerischer Gegenwelt war die Romantik eine Epoche der Weltflucht, eine „Traumzeit“.
Eine außergewöhnliche Sammlung von Zeichenkunst der Romantik
Im Zentrum der neuen Sonderausstellung steht der herausragende Bestand an Zeichnungen dieser Epoche, den das Graphische Kabinett der Görlitzer Sammlungen bewahrt. „Bislang ist nur wenigen bekannt, dass wir in unserem Museum Werke der Zeichenkunst der Romantik in einer außergewöhnlichen Qualität und einem Umfang besitzen, wie man es sonst eher in großen Museen in Berlin, Hamburg oder Dresden vermuten würde“, so Kunsthistoriker und Kurator Kai Wenzel. „Dies präsentieren wir nun erstmals umfassend in dieser Ausstellung.“ Der Grundstein dieser Sammlung wurde bereits vor 140 Jahren durch eine bedeutende Schenkung gelegt. Seitdem ist sie kontinuierlich gewachsen. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 140 Werken, darunter auch jüngste Neuzugänge, und macht sowohl die Entwicklung des Bestandes als auch die individuellen Geschichten der gezeigten Zeichnungen sichtbar. Zugleich verdeutlicht die Schau, dass solche öffentlichen Kunstsammlungen ohne das Engagement zahlreicher Förderinnen und Förderer nicht denkbar wären. Über Generationen hinweg haben Mäzene, Stifterinnen und Unterstützer zum Aufbau dieser einzigartigen Sammlung beigetragen.
Zeichnung als eigenständige Kunstform
Für die Romantik war die Zeichnung ein zentrales Medium, das sich vom praktischen Hilfsmittel zu einer eigenständigen Kunstform entwickelte. „Unabhängig von dieser Emanzipation der Zeichnung rücken wir diese künstlerische Ausdrucksform ins Zentrum unserer Ausstellung, weil die Werke auch in technischer Hinsicht begeistern“, erklärt Kai Wenzel. Neben Skizzen und Studien sind auch aufwendig ausgearbeitete Blätter zu sehen. Lupen, die am Einlass den Besucherinnen und Besuchern ausgegeben werden, ermöglichen es, feinste Details zu entdecken und die technische Qualität der Werke unmittelbar zu erleben.
Vielfalt der Themen und Perspektiven
Die Zeichenkunst der Romantik zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt künstlerischer Positionen aus und hinterließ eine Fülle beeindruckender Kunstwerke. Die Ausstellung vereint Arbeiten von über 50 Künstlern, darunter Adrian Ludwig Richter, Carl Friedrich Lessing, Philipp Otto Runge, Moritz von Schwind, Carl Spitzweg und Johan Christian Clausen Dahl. In insgesamt 16 Themenräumen entfaltet sich ein breites Spektrum romantischer Bildwelten – von Landschaften der Oberlausitz, Schlesiens, Böhmens, der Nord- und Ostsee sowie der Alpen bis hin zur Sehnsucht nach Italien. Weitere Kapitel widmen sich Skizzen und Studien, religiösen Motiven, Mythen, Märchen und Sagen sowie der Begeisterung für das Mittelalter. Auch die Ursprünge des Denkmalschutzes und neue künstlerische Wege werden hier thematisiert. Die Idee der Schau ist es, ein möglichst mannigfaltiges Bild von der Kunst der Romantik zu zeigen.
Begleitprogramm und museumspädagogische Angebote
Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung und eröffnet zusätzliche Zugänge zur Epoche der Romantik. Geplant sind abwechslungsreiche Themenführungen, Spaziergänge durch die Görlitzer Altstadt, Lesungen sowie Zeichenkurse. Darüber hinaus richtet sich ein breit gefächertes museumspädagogisches Angebot an Kitas, Horte, Grundschulen, weiterführende Schulen und Familien. In altersgerechten Formaten entdecken Kinder und Jugendliche die Bildwelten der Zeichenkunst der Romantik ebenso wie Motive aus Märchen und Sagen. Praktische Übungen vermitteln unterschiedliche Techniken der Zeichnung und laden dazu ein, eigene Bildideen umzusetzen. So verbindet das Programm anschauliches Erleben mit kreativem Ausprobieren und eröffnet einen lebendigen Zugang zur Kunst der Romantik.
„TRAUMZEIT“ lädt dazu ein, die Romantik in ihrer ganzen Vielfalt zu entdecken. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie facettenreich die Zeichenkunst dieser Epoche ist – und dass ihre Bilder bis heute berühren.
Pressemitteilung der Görlitzer Sammlungen vom 23. April 2026
Mehr dazu unter: https://www.goerlitzer-sammlungen.de/Traumzeit.html
