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Bauherrenpreis 2026 der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte – Auslobung gestartet

Bauherrenpreis 2026 der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte – Auslobung gestartet

vom 20.04.2026

Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte – ein Zusammenschluss der Städte Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Regensburg und Stralsund – schreibt zum achten Mal ihren Bauherrenpreis für „Hervorragende Sanierung oder Neubau im historischen Stadtkern“ aus.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1973 setzt sich die AG Historische Städte für den Schutz, die Pflege und die qualitätsvolle Weiterentwicklung historischer Stadtkerne ein. Die Mitgliedsstädte verbindet ein außergewöhnlich reiches baukulturelles Erbe, das durch beispielhafte Sanierungen und behutsame Neubauten lebendig gehalten wird.

Mit dem Bauherrenpreis würdigt die Arbeitsgemeinschaft Projekte, die zeigen, wie verantwortungsvolles Bauen im historischen Kontext gelingt. Ziel der Auslobung ist es, „die Möglichkeiten einer qualitätsvollen Weiterentwicklung historischer Stadtkerne aufzuzeigen“

Teilnahme und Einreichung

Teilnahmeberechtigt sind private Bauherren sowie öffentliche und private Institutionen, die im Zeitraum von 2022 bis 2026 eine Sanierung oder einen Neubau innerhalb der historischen Altstadt einer Mitgliedsstadt abgeschlossen haben. Pro Teilnehmer können bis zum 30. Juni 2026 maximal zwei Projekte eingereicht werden. Für jeden Wettbewerbsbeitrag ist ein Poster im Format DIN A1 im vorgegebenen Layout einzureichen. Es soll die Maßnahme anschaulich dokumentieren – mit Plänen, Fotos, Ansichten, Schnitten sowie einer kurzen Erläuterung zu Nutzung, Besonderheiten und dem Engagement der Bauherrschaft. Das Poster ist digital als PDF einzureichen, ergänzt durch einen vollständig ausgefüllten Teilnahmebogen.

Die Abgabe erfolgt an: Amt für Stadtplanung, Hugo-Keller-Straße 14, 02826 Görlitz.

AUFRUF - AUSLOBUNG

Bewertungskriterien

Die Bewertung erfolgt zweistufig: Zunächst wählen die örtlichen Jurys der sechs Mitgliedsstädte jeweils drei Projekte aus. Anschließend entscheidet die Schlussjury, bestehend aus den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern, den zuständigen Dezernentinnen und Dezernenten der Mitgliedsstädte oder von ihnen bevollmächtigten Vertretern. Die Sitzung findet am 20. November 2026 in Stralsund statt.

Besonders berücksichtigt werden:

  • das Engagement der Bauherrschaft,
  • der Beitrag zur funktionalen Stärkung der Altstadt,
  • die architektonische und bautechnische Qualität,
  • die Antwort auf die historische Gebietsstruktur,
  • sowie innovative Eigentümer-, Nutzer- oder Realisierungsmodelle.


Preise und öffentliche Würdigung

Für jede Stadt stehen 2.500 Euro Preisgeld zur Verfügung. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 1.500 Euro, eine Bronzeplakette zur Anbringung am Gebäude sowie eine Urkunde. Zwei Anerkennungen werden mit jeweils 500 Euro vergeben. Öffentliche Institutionen erhalten nur die Bronzeplakette. Die eingereichten und ausgezeichneten Projekte werden in der örtlichen Presse sowie auf den Internetseiten der AG Historische Städte und der Mitgliedsstädte veröffentlicht. Die Bauherrinnen und Bauherren erklären sich mit der Veröffentlichung einverstanden; Bildrechte sind hierfür unentgeltlich bereitzustellen.

 

Bedeutung des Preises

Der Bauherrenpreis der AG Historische Städte ist ein wichtiges Instrument, um herausragende Leistungen im Umgang mit historischer Bausubstanz sichtbar zu machen. Er würdigt nicht nur architektonische Qualität, sondern auch Mut, Verantwortung und persönliches Engagement. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie historische Stadtkerne durch sorgfältige Sanierung, zeitgemäße Nutzungskonzepte und hohe gestalterische Qualität zukunftsfähig bleiben. Entsprechend wurden in den vergangenen Wettbewerbsrunden herausragende Projekte ausgezeichnet und gewürdigt.

2014 ging der Preis für die Rettung und Sanierung des einst einsturzgefährdeten Eckhauses am Untermarkt an den Görlitzer Architekten Christian Weise. Das Gebäude war so stark beschädigt, dass die Weberstraße gesperrt werden musste. Weise kaufte das Haus in letzter Minute und „rettete, was schon fast nicht mehr zu retten war“. Heute beherbergt es das Hotel Emmerich und gilt als Musterbeispiel für mutiges privates Engagement und hochwertige Altstadtsanierung.

Mit dem Bauherrenpreis 2018 wurde der Umbau und die Sanierung des Filmpalast-Theaters in der Jakobstraße 16 ausgezeichnet. Nach Entkernung entstanden vier neue, moderne Kinosäle, während Fassadenstuck und historische Kastenfenster sorgfältig restauriert wurden. Die Jury lobte die Verbindung aus moderner Nutzung und denkmalgerechter Wiederherstellung des Gebäudes und die Integration in den Kinopalast.

Zusätzlich erhielten Anerkennungen die Sanierungen der Jakobstraße 36 sowie der Cottbuser Straße 11, die beide durch sorgfältige Wiederherstellung historischer Fassadenelemente und innovative Grundrisslösungen und persönliches Engagement der Bauherren überzeugten.

Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig und anspruchsvoll die Bauaufgaben in Görlitz sind und wie engagierte Eigentümerinnen und Eigentümer dazu beitragen, die Altstadt als lebendigen, attraktiven Stadtraum zu erhalten.