Görlitzer Tourismus erzielt 2025 neuen Übernachtungsrekord
vom 23.02.2026
Belebter Untermarkt in Görlitz zur Abendstunde – die historische Altstadt zählt zu den wichtigsten Anziehungspunkten für Gäste. © Paul Glaser
Der Görlitzer Tourismus hat im Jahr 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Statistische Landesamt Sachsen mitteilte, wurden 146.609 Ankünfte und insgesamt 340.851 Übernachtungen registriert. Damit verzeichnet Görlitz ein Wachstum von 6,1 Prozent gegenüber 2024 – rund 20.000 Übernachtungen mehr als im Vorjahr – und übertrifft zugleich den bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2023 (328.265 Übernachtungen) deutlich. Erstmals bleiben Gäste im Durchschnitt 2,3 Tage in der Stadt. Auch der internationale Markt legte spürbar zu.
Nach einem verhaltenen ersten Quartal entwickelte sich das vergangene Tourismusjahr ab April durchweg positiv. In allen Folgemonaten wurden Zuwächse erzielt, mit einem besonders starken Abschluss im Dezember. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg erstmals auf 2,3 Tage. Die Betriebe profitierten von dieser Entwicklung: Die durchschnittliche Zimmerauslastung lag 2025 bei 56,5 Prozent, in der Hotellerie sogar bei 61,6 Prozent.
Internationale Märkte wachsen kräftig, Tschechien rückt auf Platz 2 zwei vor
Besonders dynamisch entwickelte sich 2025 der internationale Markt. Die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland stieg auf 26.723, ein Plus von 29,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Polen bleibt mit 5.240 Übernachtungen wichtigster Auslandsmarkt und verzeichnete ein Wachstum von 27,7 Prozent. Noch stärker legte Tschechien zu: Mit 2.682 Übernachtungen (+101,2 Prozent) rückte es 2025 erstmals auf Platz zwei der ausländischen Quellmärkte vor. Auch Gäste aus der Schweiz, Österreich sowie Nordamerika trugen zur positiven Entwicklung bei.
Tagungen und Dreharbeiten setzen zusätzliche Impulse
Neben dem klassischen Städtetourismus stärkte auch der Geschäftstourismus das Ergebnis. Drei mehrtägige internationale Konferenzen des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) sowie weitere Fachveranstaltungen brachten zahlreiche Gäste nach Görlitz. Auch Filmproduktionen wie „Wolfsland“ sorgten erneut für Nachfrage und unterstreichen das Profil von Görlitz als Filmstadt.
Eva Wittig, Geschäftsführerin der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ), ordnet das positive Ergebnis ein: „Mit über 340.000 Übernachtungen erreichen wir einen neuen Rekord und setzen ein starkes Signal für die positive Entwicklung des Tourismus in Görlitz. Dieses Ergebnis zeigt die Attraktivität unserer Stadt und deren Erlebnisfaktor sowie das Engagement unserer Gastgeberinnen und Gastgeber und die enge Zusammenarbeit in der Region Oberlausitz.“ Mit Blick nach vorn ergänzt sie: „Unser Anspruch ist es, dieses Niveau dauerhaft zu sichern und qualitativ weiterzuentwickeln.“
Tourismus stärkt Wirtschaft und Stadtentwicklung
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Görlitz. Laut der aktuellen dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024“ generiert der Tourismus in der Stadt einen jährlichen Bruttoumsatz von 120,6 Millionen Euro. Zu den offiziellen Übernachtungszahlen kommen rund 37.000 Übernachtungen in Privatquartieren sowie etwa 88.000 Übernachtungen im benachbarten Zgorzelec hinzu, die ebenfalls touristische Wertschöpfung in der Europastadt auslösen. Insgesamt zählte Görlitz 2024 rund 2,3 Millionen Tagesgäste pro Jahr.
Mit der Fortschreibung des Tourismuskonzeptes „Zukunft Görlitz 2030“ und der aktiven Mitarbeit im neuen Tourismusverband Oberlausitz (TVO) sind die strategischen Weichen für weiteres, qualitätsorientiertes Wachstum gestellt. Zentrale Entwicklungsfelder sind die stärkere Verknüpfung von Erlebnissen in der Stadt und am Berzdorfer See, der Ausbau saisonverlängernder Angebote – insbesondere in der Adventszeit – sowie die konsequente Etablierung von Kulinarik als verbindendem Querschnittsthema. Ziel bleibt es, die Gästezufriedenheit auf hohem Niveau zu sichern, die Aufenthaltsdauer weiter zu steigern und insbesondere die Internationalität auszubauen.
