Starker Wirtschaftsfaktor Tourismus
vom 03.02.2026
Der Görlirtzer Naturschutz-Tierpark lockt ganzjährig viele Tagestouristen nach Görlitz. © Philipp Herfort
Görlitz erzielte 2024 über 120 Millionen Euro Bruttoumsatz.
Der Tourismus hat sich in Görlitz nach den pandemiebedingten Einschnitten nicht nur stabilisiert, sondern deutlich weiterentwickelt. Das zeigt die aktuelle Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Stadt Görlitz 2024“, die im Auftrag der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) von der dwif-Consulting GmbH erstellt wurde. Für das Untersuchungsjahr 2024 weist die Analyse einen touristischen Bruttoumsatz von 120,6 Millionen Euro aus. Damit liegt der Umsatz rund 18,6 Prozent über dem Wert des Jahres 2019 (101,7 Mio. Euro), dem letzten Jahr vor der Corona-Pandemie.
Die Untersuchung wird im Fünf-Jahres-Rhythmus vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr durchgeführt (dwif) und liefert umfassende Kennziffern weit über die amtliche Übernachtungsstatistik hinaus. Neben Übernachtungen in gewerblichen Betrieben ab zehn Betten fließen auch Camping- und Stellplätze, Übernachtungen in Privatquartieren sowie der Tagestourismus in die Berechnungen ein. Ziel ist es, die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in Görlitz realistisch und umfassend darzustellen.
Tagesgäste prägen auch 2024 das touristische Geschehen
Mit rund 2,3 Millionen Tagesgästen stellte diese Gruppe im Jahr 2024 den bedeutendsten Anteil am Besucheraufkommen dar und sorgte mit 68,1 Millionen Euro für 56,6 Prozent des gesamten touristischen Bruttoumsatzes. Jeder Tagesgast gab während seines Aufenthaltes durchschnittlich 29,60 Euro in der Stadt aus.
Ergänzend dazu wurden für Görlitz insgesamt rund 370.000 Übernachtungen berechnet. Berücksichtigt wurden dabei auch Privatunterkünfte mit weniger als zehn Betten, die in der amtlichen Statistik nicht erfasst sind. Die Übernachtungsgäste generierten im Untersuchungsjahr 2024 einen Umsatz von 52,5 Millionen Euro (43,5 Prozent des Gesamtumsatzes). Gäste in gewerblichen Betrieben ließen dabei durchschnittlich 155,20 Euro pro Tag in Görlitz, Gäste in Privatquartieren 88,40 Euro pro Tag.
„Die Zahlen für 2024 zeigen sehr deutlich, dass die touristische Nachfrage in Görlitz weitreichende wirtschaftliche Effekte entfaltet. Sie wirkt nicht nur im Beherbergungsgewerbe, sondern entlang einer breiten Wertschöpfungskette – vom Handel über die Gastronomie bis hin zu Freizeitbetrieben, Dienstleistungen und zahlreichen weiteren Branchen in der Stadt“, betont Eva Wittig, Geschäftsführerin der EGZ. „Insbesondere der Tagestourismus ist hierbei ein entscheidender Umsatzbringer.“
Diese Effekte spiegeln sich auch am Arbeitsmarkt wider. Für das Jahr 2024 weist die Studie ein Beschäftigungsäquivalent von 2.063 Personen aus, deren Einkommen rechnerisch durch die touristische Nachfrage in Görlitz gesichert wird. Damit unterstreicht der Tourismus seine Rolle als relevanter Beschäftigungs- und Einkommensfaktor im regionalen Wirtschaftsgefüge deutlich.
Stabile und positive Entwicklung im Zeitvergleich
Der Vergleich mit den Erhebungen der Jahre 2014 und 2019 zeigt eine durchweg positive Entwicklung des Tourismus in Görlitz. Sowohl bei den Tagesreisen als auch bei den Übernachtungen und den daraus resultierenden Umsätzen wurden im Untersuchungsjahr 2024 Steigerungen erzielt. Diese Ergebnisse verdeutlichen die hohe Akzeptanz des Tourismus, die Attraktivität des Angebots und seine zunehmende Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt
Erweiterter Blick auf Zgorzelec und den Berzdorfer See
Ergänzend zur Hauptuntersuchung für 2024 wurde auch eine Szenariorechnung für den Übernachtungstourismus im polnischen Zgorzelec vorgenommen. Auf dieser Basis werden dort rund 80.000 Übernachtungen mit einem Bruttoumsatz von etwa 13 Millionen Euro angenommen.
Neu ist die Berechnung der touristischen Effekte am Berzdorfer See für das Jahr 2024. Mit der vorhandenen Infrastruktur wurden dort rund 456.000 touristische Aufenthaltstage generiert, die einen Bruttoumsatz von 17,538 Millionen Euro erzielten. „Die Zahlen belegen, dass sich das in den letzten Jahren am See neu geschaffene touristische Angebot etabliert hat und weiter an Bedeutung gewinnt“ so Eva Wittig weiter.
Grundlage für die weitere Entwicklung
Die Ergebnisse der Studie liefern eine belastbare Grundlage für zukünftige Investitions- und Entwicklungsentscheidungen im Tourismus. Sie verdeutlichen, dass ein qualitativ ausgerichteter, akzeptierter und breit aufgestellter Tourismus einen nachhaltigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Lebensqualität in Görlitz leistet.
Alle Kennziffern und Berechnungen sowie der Vergleich zu 2014 und 2019 gibt es auch als Download:
