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Neuer Anlauf für Görlitz als Welterbestätte

Neuer Anlauf für Görlitz als Welterbestätte

vom 13.12.2018

Ehrenbürger und Ratsarchivar Richard Jecht - sein Nachlass dient der neuen Welterbebewerbung der Stadt Görlitz.

Görlitz stellt sich erneut einer Welterbebewerbung. Dafür werden die Kaufmannspaläste und ihre Geschichte erforscht. Durch die Enkel des Görlitzer Ehrenbürgers Richard Jecht sind jetzt neue Erkenntnisse ans Licht gefördert worden. 20 der 40 Hallenhäuser sind erforscht. Weitere folgen nun.

 

Görlitz nimmt einen neuen Anlauf, den Titel „Welterbestätte“ zu erhalten. Oberbürgermeister Siegfried Deinege: „Der Weg dahin ist lang – aber durchaus chancenreich.“ In den Fokus ist die alte Handelsstraße „Via Regia“ mit den mittelalterlichen Hallenhäusern gerückt.  Untersucht wird nun, welche Rolle Görlitz für das zentraleuropäische Handelssystem der frühen Neuzeit gespielt hat. Bau- und Kulturbürgermeister Dr. Michael Wieler: „Die Forschung zu den Kaufmannspalästen läuft auf Hochtouren. 20 der 40 Hallenhäuser sind schon Dank des Ratsarchivs erforscht. Damit erhalten wir eine Tiefe und Komplexität der Aufarbeitung die kostbar ist – und in eine neue Welterbebewerbung einfließen kann.“

 Görlitz hatte sich schon einmal als Welterbekandidat empfohlen, war aber 2014 nicht auf die nationale Bewerberliste gekommen. Bescheinigt worden war aber Görlitz großes Potenzial – welches genutzt werden könne. Bei der weiteren Erforschung der Gebäude sollen verstärkt Bestände des Görlitzer Ratsarchivs genutzt werden. Dazu gehören auch die Aufzeichnungen des ehemaligen Ratsarchivars Richard Jecht (1858 -  1945). Der Enkel des  Historikers, Ekkehard Jecht, übergab am Donnerstag den Nachlass seines Großvaters an die Stadtverwaltung. „Es sind über 40 Konvolute mit 1.000 beschriebenen Blättern, Manuskripten und handschriftlichen Notizen“, sagte er. Der Görlitzer Ratsarchivar Siegfried Hoche dazu: „Für die Stadt ist heute schon Weihnachten, indem wir die Ehre haben, den Nachlass von Richard Jecht zu übernehmen. Das sind Dokumente, die einen ganz tiefen Einblick in die Geschichte der Hallenhäuser und damit der Vita eines Hauses ermöglichen.“

Sachsens Welterbekoordinatorin Friederike Hansell ordnete die Faktenlage mit Blick auf eine Welterbebewerbung: „Görlitz hat zweifellos das Potenzial. Die Kulturroutentagung im September hat es der Stadt ermöglicht, auch jenen Experten der Icomos, die über eine Aufnahme auf der Tentativliste oder am Ende gar der Welterbeentscheidung entscheiden, sich im besten Sinne zu präsentieren. Es spricht sich herum, dass Görlitz einen Denkmalbestand hat, der einzigartig ist.“ Jetzt müsse die richtige Nominierungsstrategie entwickelt werden.

 Im Februar kommenden Jahres wird der Stadtrat über das weitere Vorgehen beraten. Die Vorarbeiten sollen im Frühjahr abgeschlossen werden. Dann könne ein neues Bewerbungskonzept für die Aufnahme in die Welterbeliste aufgestellt werden, so Oberbürgermeister Siegfried Deinege.

 

Weiterführende Infos:

-              www.goerlitz.de/Welterbebewerbung.html 

-              culturalroutes2018.goerlitz.de

-              culture-routes.net/ 

-              www.via-regia.org 

-              www.unesco.de/kultur/welterbe 

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