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AG Historische Städte: Görlitz ist deutsches Vorzeigeprojekt - Informationen zur Auslobung des Bauherren-Preises 2018

AG Historische Städte: Görlitz ist deutsches Vorzeigeprojekt - Informationen zur Auslobung des Bauherren-Preises 2018

vom 15.03.2018

Görlitz hat sich erfolgreich als Gastgeberin der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte präsentiert.

Die derzeitige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und Lübecker Bausenatorin Joanna Glogau  betonte am 13. März 2018 bei der Abschluss-Pressekonferenz: „Görlitz ist ja immer eine Reise wert, aber ich war von den vorgestellten Projekten in diesem Jahr sehr beeindruckt.“ Die Stadt Görlitz wirkt seit 1991 gemeinsam mit den Städten Bamberg, Lübeck, Meißen, Regensburg und Stralsund in der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Städte mit und führt einen Erfahrungsaustausch zum Umgang mit Kulturdenkmalen und zur Projekten der Stadtentwicklung. Insbesondere das Großprojekt der Sanierung und Neubelebung des ehemaligen Wagonbaugeländes Werk I / Furnierhalle hat die Tagungsteilnehmer begeistert. „Görlitz ist deutschlandweit Vorreiter, weil die künftigen Nutzer von Anfang an in die Planungen und strategische Ausrichtung einbezogen worden sind“, so Joanna Glogau. Vor Ort habe man sich von dem Potenzial des künftigen Jugend- und soziokulturellen Zentrums überzeugt, mit dem Betreiberverein Second Attempt und den Bauplanern das Gelände besichtigt. Zurzeit laufen hier die Vorbereitungen für die Sanierung, welche im April beginnen soll. Fertiggestellt werden soll das Zentrum 2019. Die AG-Vorsitzende sehe vor allem die Art und Weise der Projektumsetzung in Görlitz als sehr gelungen an. Der Görlitzer Bürgermeister Dr. Michael Wieler betonte nach der Tagung vor Pressevertretern die Bedeutung des Objekts: „Es ist nicht nur das inhaltliche Potenzial, welches mit diesem zentralen Zentrum erschlossen wird – es geht auch um die Revitalisierung eines Gebäudekomplexes mit einzigartiger Kurvatur in der Einflugschneise von Görlitz.“ Weil andere Gebäude auf dem Areal ebenfalls saniert und neu genutzt werden – Dr. Michael Wieler erwähnte hier die Planungen der Rewe-Gruppe ein Gebäude als Supermarkt umzubauen – werde der dicht besiedelte zentrumsnahe Stadtteil deutlich aufgewertet.

Das Bamberger AG-Mitglied Wolfgang Metzner, 3. Bürgermeister in Bamberg, lobte die Görlitzer Projekte ebenfalls. Neben dem Werk I Projekt sehe er viel Potenzial in der Kreativwirtschaft der östlichsten Stadt Deutschlands. Ein Besuch der Jakobpassage habe diesen Eindruck nachhaltig bestätigt. Die Schönheit der Stadt Görlitz mit Blick auf die Historische Altstadt ist den Tagungsteilnehmern schon lange bekannt. Seit Anfang der 1990er Jahre sind in die Sanierung von Görlitz über eine Milliarde Euro öffentliche und private Mittel geflossen. In der Innenstadt liegt der Sanierungsstand bei rund 90 Prozent. Die östlichen Gründerzeitgebiete können mit einem Sanierungstand von rund 65 Prozent aufwarten. Doch es gibt auch andere Stadtgebiete: Das westliche Gründerzeitviertel um Bahnhofstraße, Brautwiesen- und Rauschwalder Straße ist zu gut 50 Prozent unsaniert. Hier konzentrieren sich auch die Folgen ausbleibender Erhaltungsmaßnahmen. Dr. Michael Wieler dazu: „Görlitz hat nach der Wende viele Einwohner verloren – die Sanierung von Häusern bringt wirtschaftlich aber nur etwas, wenn sie als Wohnraum genutzt werden können.“  Er betonte in der AG Historischer Städte auch, dass darüber gesprochen werden müsse, ob die Sicherung der Bausubstanz langfristig und stadtplanerisch die bessere Alternative zum Abriss darstelle. Denn eine Baulücke in einem komplexen Straßenzug sei architektonisch im Nachgang schwieriger zu gestalten. Welche Wege Görlitz da in Zukunft gehen könne, hänge laut Dr. Wieler auch von den Konditionen der Fördergebiete durch den Freistaat Sachsen ab. Hier gebe es Regelungsbedarf, der diskutiert werden müsse.

Ohne die privaten Investoren ist Sanierung aber ohnehin undenkbar. Deshalb ist bei der AG-Sitzung der nunmehr 6. öffentliche Bauherren-Wettbewerb gestartet worden, durch welchen hervorragende Sanierungen oder Neubauten in den historischen Stadtteilen der Mitgliedsstädte ausgezeichnet und bekannt gemacht werden sollen. Weiterhin wird es einen Bericht über den Schulwettbewerb 2018 geben. Bausenatorin Joanna Glogau hat bei Eigentümern darum geworben, sich bis zum 29.06.2018 an dem Wettbewerb zu beteiligen. Als Preisgeld winken 1.500 Euro. Parallel dazu führt die AG einen Schülerwettbewerb durch, der vor den Sommerferien abgeschlossen sein soll.

 ALLE INFORMATIONEN ZUR AUSLOBUNG DES BAUHERREN-PREISES 2018

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