zurück zur Übersicht

Frischer Wind am Berzdorfer See

Frischer Wind am Berzdorfer See

vom 16.06.2016

Ansicht des geplanten Gebäudes: Architekturbüro Kück / KommWohnen

Für das neue Hafengebäude am Berzdorfer See und das Projekt „Insel der Sinne“ liegen die Baugenehmigungen vor. Darüber informieren die zuständigen Fachämter der Stadtverwaltung Görlitz. Vom Amt für Stadtentwicklung vertritt Leiter Hartmut Wilke die Auffassung: „Das ist keine alltägliche Baugenehmigung: sie setzt das Zeichen, um die Anziehungskraft dieses Hafens für Bootsfahrende wie für Spazierende steigen lassen!“

Bauherr für das Hafenhaus ist die KommWohnen GmbH in Görlitz. Im eingeschossigen Gebäude mit Dachterrasse sind neben dem Büro des Hafenmeisters auch ein Kiosk, eine öffentliche Toilette mit Behinderten-WC, eine Tauchbasis, ein Hafen- und ein Verkaufsshop geplant. Eingebunden wird ein zweigeschossiges Gebäude für Gastronomie mit einem Bereich für Außensitzplätze errichtet. Zudem sind 94 Pkw-Stellplätze und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder angedacht. Auch die Anbindung zu Straße, Radweg und Medien ist gewährleistet. Im und am Hafen finden nach Fertigstellung mehr als 150 Boote einen Liegeplatz, zudem gibt es einen Liegeplatz für ein Fahrgastschiff.

Komplex ist der Bauantrag gewesen, weil sich das Gebäudeensemble am See im Außenbereich befindet, wodurch insbesondere mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung und den Umweltschutz besonders hohe Anforderungen zu erfüllen sind. Deshalb kann das nun genehmigte Gebäudeensemble auch ausschließlich im Sinne der Hafenertüchtigung errichtet werden.

Für Bauherrn Arne Myckert, Geschäftsführer der KommWohnen, sei mit der Baugenehmigung ein wichtiger Schritt getan, um den See und die Region voranzubringen. „Die Kombination von Stadtkultur und Naturerlebnis am Berzdorfer See zu Görlitz lockt einerseits Touristen und andererseits auch Investoren. Dadurch werden Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Deshalb erachte ich die Hafenentwicklung als wichtig“, erklärt Arne Myckert.

Planung, Ausrichtung und die Bewirtschaftungspläne seien laut Arne Myckert klar auf ein gesundes Wachstum ausgelegt. „Sowas muss sich organisch entwickeln, um Erfolg zu haben“, betont der KommWohnen Geschäftsführer. Nur wenn alle Macher am See als Einheit fungieren, ist eine dauerhafte und zunehmende Belebung des Sees möglich. Der Pachtvertrag für die Hafenbetreibung ist jetzt durch die „Marina Görlitz“ (Mini GmbH) mit Geschäftsführer Roland Marth unterzeichnet worden. Dem Hotelier aus Görlitz gehört zum Beispiel auch das „Gut am See“ in Tauchritz.

Dass insbesondere das Hafengebäude für die touristische Erschließung des Sees wichtig ist, betont Katharina Poplawski, die Projektleiterin Görlitz am See: „Die sanitären Anlagen und die Gastronomie bilden Grundlage für jede Weiterentwicklung.“ Und weil derzeit am und auf dem See viele Entwicklungen parallel anlaufen, hat sich Katharina Poplawski dieses Jahr für eine ganze See-Woche  als touristisches Highlight entschieden. Sie beginnt am 30.07.16 und dauert bis 06.08.16. Los geht es mit einem Konzert in Deutsch-Ossig. Neben Angeboten für Familien und Wassersportler gibt es unter anderem auch ein Beachvolleyballtournier, eine Beachparty mit Radio Lausitz am 5.8.16 und ein Konzert in Deutsch-Ossig. Am Abschlusstag soll es ruhige und entspannende Musik am Nordoststrand geben.

 

Entstehungsgeschichte:

  • der einst im Tagebau Berzdorf  befindliche Grabenbunker war Umschlagplatz für Braunkohle als Brennstoff für das Kraftwerk Hagenwerder
  • heute liegt hier der derzeit bedeutendste  Zugang für Bootsfahrer auf den Berzdorfer See
  • mit Mitteln des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung (heute sogenannte „§ 4-Maßnahmen“)  wurde der Hafen Tauchritz um die Jahrtausendwende geplant und realisiert
  • Kostenumfang etwas mehr als 2 Mio. Euro, damals noch zu 100% finanziert
  • zwischen 2010 und 2016 wurden die äußere Erschließung des Hafens (ca. 1,5 Mio. Euro), die Hauptstege und die Slipanlage (ca. 1,2  Mio. Euro)  jeweils zu 90 % aus Mitteln des § 4 geplant und gebaut
  • beschlossen ist auch der  Bau von insgesamt 20 sogenannten Fingerstege für insgesamt 120.000 €
  • alle Maßnahmen sind Schritte zur konsequenten Umsetzung der Planungs- und Entwicklungsziele am Berzdorfer See laut Strukturellen Rahmenplan für den Berzdorfer See

Impressum Datenschutz Button - Nach oben scrollen Button - Nach oben scrollen