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Der Brautwiesenbogen

Der Brautwiesenbogen

vom 06.12.2015

Neue Energie für den Görlitzer Westen In der dritten Periode des Förderprogramms EFRE will Görlitz die „Wende im Westen“

25 Jahre Stadtsanierung haben Görlitz zu einer städtebaulichen Perle gemacht. Das zieht nicht nur immer mehr Touristen an. Auch neue Bewohner wählen die Neißestadt zum Lebensmittelpunkt und bestätigen die für eine Mittelstadt außergewöhnliche Lebensqualität.

Altstadt und Nikolaivorstadt profitieren davon. Die gründerzeitliche Innenstadt zeigt Licht und Schatten. Im Westen, den Quartieren rund um den Brautwiesenplatz türmen sich die Probleme: Leerstand, Sanierungsstau, Gewerbebrachen. Die Entfernung zu Schulen und Kindertagesstätten ist weit. Jeder Einwohner verfügt hier statistisch über zwei Quadratmeter öffentliche Grünflächen.  Im städtischen Mittel sind es 13 qm.   

Doch der „Nahe Westen“ von Görlitz hat riesige Potentiale und einige will das neue Projekt „Brautwiesenbogen“ erschließen.
Güterbahnhof und Gewerbebetriebe haben einen Gürtel von Brachflächen hinterlassen. Die Grundstücke sind für Gewerbe kaum zu nutzen und sollen neues Grün, soziale Infrastruktur und langfristig auch neue Stadthäuser im Wohneigentum erhalten. Schöne, schnelle Rad- und Fußwege sollen Wohnungen und Arbeitsstätten sowie Erholungsorte miteinander verknüpfen. Jede überflüssige Kurzfahrt mit dem Auto ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern spart Parkstellflächen und mindert die Lärmbelastung von Wohnstraßen. Der Verein der Freien Waldorfschule Görlitz plant, seinen Standort an den Güterbahnhof zu verlagern. Das Dach des langen Güterschuppens ist für eine Solar-Nutzung vorgesehen und wird in ein dezentrales Wärmenetz einspeisen. Auch das Helenenbad bindet der Brautwiesenbogen ein. Immerhin liegt die Freizeitoase im wichtigsten Frischluftkorridor der zentralen Stadt. Die natürlichen Quellen und Wasserläufe um Siebenbörner und Pontetal stadtklimatisch zu nutzen, sie partiell zu öffnen und erlebbar zu machen, ist ein Gebot zukunftsorientierter Stadtplanung.
Auch das Soziokulturelle Zentrum an der Hilgerstraße, das private Engagement im alten Schlachthof oder der Bau einer Stadtteilfeuerwehr sind Bestandteil der Gesamtstrategie. Kleine und mittlere Unternehmen, die dauerhafte Arbeitsplätze schaffen finden neue Horizonte. Mit dem Umbau der alten Cottbusser Schule zu einem medizinischen Großlabor wurde bereits ein Impuls gegeben.

Der „Nahe Westen“ war über 100 Jahre im Zangengriff von schmutzig-lautem Gewerbe und Verkehr. Der Wandel braucht viele Partner, wachsendes Bürgerengagement und fachgerechte Pflege. Eine wesentliche finanzielle Hilfe hat Görlitz mit den Europäischen Mitteln einer EFRE-Förderperiode erzielt. Es gilt die Chancen zu nutzen, denn der Brautwiesenbogen ist gut für ganz Görlitz.

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