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Das Görlitzer Wettbewerbsprojekt von „Ab in die Mitte!“ will die Jakobstraße verwandeln

Das Görlitzer Wettbewerbsprojekt von „Ab in die Mitte!“ will die Jakobstraße verwandeln

vom 05.10.2015

Ein neuer Laden zündete die Idee. Warum handelt jemand in der Jakobstraße mit veganer Kleidung? Und was passiert in den zwei Läden daneben? Im Kreativteam zum Wettbewerb der sächsischen City Offensive „Ab in die Mitte!“ war dies der Anstoß. Warum sollte sich daraus nicht ein Prinzip machen lassen: „Jetzt handeln - später kassieren.“

Ohne teure Investitionen entstehen Läden auf unbestimmte Zeit. Die Betreiber kommen vielleicht nicht aus Görlitz, sondern aus Städten, wo teure Mieten und schickes Interieur zu hohen Umsätzen zwingen. Selbst wenn sie nur einen Sommer Neugierige locken, gibt das der Straße mehr als Blindfenster. Selbst wenn nicht alle Ladennutzer hier für Generationen bleiben, ist das besser als Leerstand.

„Carlo Eco“ ist so anders aber offen: Gebürstete Backsteinwände, Putzfragmente erzählen Geschichten. Auf den handgeschweißten Warenträgern liegen wertvolle Kleidungsstücke, gesund gefertigt, fair gehandelt. In Gesprächen mit dem Betreiber und seinem Vermieter offenbart sich der Unterschied zu üblichen Ketten. Sehr individuelle Güter locken parallel in Laden und Internet. Der Eigentümer des Hauses erwartet den Erfolg. Bis dahin orientieren die Mieten an den Selbstkosten.  

Wenn es eine Chance gibt für kreative Shops im Schatten der Berliner, dann basiert sie auf LeichtSinn – aus Leichtigkeit und Sinnlichkeit. Das Görlitzer Projekt STREETLIFE will daraus eine Kampagne machen. Kleine Feste und pfiffige Marketing-Ideen sollen die Veränderung mitteilen, in der Straße, in der Stadt, im Netz…

Zudem kann das Improvisationstalent der Jakobstraße auch der Berliner helfen. Als alternative Geschäftsstraße schließt die Jakobstraße eine Shopping-Runde, auf der mehr Altstadtbesucher die Gründerzeit entdecken.

Mit Hausbesitzern und potenziellen Ladenbetreibern will das Team reden und in einem „Shop Speed Dating“ beide Gruppen zusammenbringen. Ganz bewusst geht es nicht um Schaufensterdekoration, sondern Handel und Dienstleistungsangebote zunächst für einen Sommer, dann darüber hinaus.

Von Juni bis September 2016 soll die Jakobstraße ihre unentdeckten Reize zeigen: Jugendstilarchitektur, Gartenhöfe und Remisen. Die Oase Wilhelmsplatz bietet sich an für die Pause im Grünen. Warum nicht ein Biergarten für alle, eine Spielecke, ein „Camp Jakob“ als Forum für die langfristigen Strategien zur Stadtbelebung?

Die Zeichen stehen günstig. Am nördlichen Ende der Jakobstraße erblüht gerade der Postplatz. Seit sich die Senckenberg Stiftung für Naturkunde mit dem „Südpol“, dem Quartier an Jakob- und Bahnhofstraße beschäftigt, keimt Hoffnung. Die Straße, die im 19. Jahrhundert als Hauptgeschäftsstraße konzipiert wurde und mit dem Umbau des Bahnhofs ins Abseits geriet, atmet Zukunft.

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