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Presseerklärung des Oberbürgermeisters der Stadt Görlitz zu den Äußerungen von Herrn Professor Stöcker

Presseerklärung des Oberbürgermeisters der Stadt Görlitz zu den Äußerungen von Herrn Professor Stöcker

vom 22.12.2014

In seiner Argumentation zur Absage eines von Vereinen organisieren Konzertes in seinem Kaufhaus hat Prof. Stöcker das Thema „Asylpolitik“ angesprochen, das derzeit deutschlandweit diskutiert wird und auch meiner Meinung nach durchaus diskussionswürdig ist. 

Dabei hat Prof. Stöcker nicht differenziert, sondern sich in herablassender und diskriminierender Art und Weise unter anderem über Flüchtlinge und Asylanten geäußert und dabei humanitäre und christliche Werte verletzt und in Frage gestellt.
Von diesen Äußerungen habe ich mich, als Oberhaupt der Stadt Görlitz, gemeinsam mit den  Fraktionen des Görlitzer Stadtrates, distanziert.
Persönlich habe ich in den letzten Tagen und Stunden mehrfach Kontakt zu Prof. Stöcker gehabt, der zum Ausdruck brachte, dass er sich für seine Aussagen und deren weitreichende Wirkung mir gegenüber entschuldigt und dies auch öffentlich tun will. Diesen Schritt erwarte ich von Prof. Stöcker kurzfristig.  Auf dieser Basis habe ich  ihm angeboten, im Januar ein zukunftsorientiertes Gespräch zu führen.
Mit dem Landkreis Görlitz wurde vereinbart, dass wir  insgesamt bis Ende 2015 bis zu 250 Asylbewerber in Görlitz aufnehmen. Dabei handelt es sich um Familien, die sich bereits im Asylverfahren befinden, derzeit in Heimen wohnen und künftig in eigenen Wohnungen in Görlitz untergebracht werden.
Um die Unterbringung und soziale Betreuung der Familien umfassend zu organisieren, haben sich Arbeitsgruppen des Landkreises und der Stadt Görlitz zusammengefunden. Gleichzeitig hat sich in unserer Stadt ein beachtenswertes und gesellschaftlich breit akzeptiertes Willkommensbündnis gegründet.
Ein Imageschaden für die Stadt Görlitz ist meiner Meinung nach nicht zu befürchten, da die Politiker und große Teile der Bürgerschaft eindrucksvoll bewiesen haben, dass die geplante Aufnahme von sich im Asylverfahren befindenden Familien vor Ort nicht nur als politische sondern als zutiefst humanitäre Pflicht verstanden wird. Wir wollen als weltoffene Europastadt diesen schutzbedürftigen Menschen eine sichere Unterkunft sowie unsere Hilfe und Unterstützung anbieten.

Siegfried Deinege

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