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Görlitz ist nun offiziell erste „Familiengerechte Kommune“ in Sachsen

Görlitz ist nun offiziell erste „Familiengerechte Kommune“ in Sachsen

vom 01.07.2014

Im Rahmen einer Fachveranstaltung in Bochum wurde am 1. Juli der Stadt Görlitz das Zertifikat „Familiengerechte Kommune“ verliehen.

Projektleiter Sebastian Kubasch und Gleichstellungsbeauftragte Romy Wiesner nahmen stellvertretend für den kurzfristig erkrankten Oberbürgermeister Siegfried Deinege das Zertifikat für die Stadt Görlitz entgegen.
Neben Görlitz wurden sieben weitere Städte – Bochum, Cloppenburg, Düsseldorf, Landau, Lippstadt, Steinhagen und Waltrop – mit diesem Zertifikat ausgezeichnet.
Görlitz ist in dem Reigen der zertifizierten Kommunen bislang die einzige aus Sachsen und nach Henningsdorf (bei Berlin) die zweite im Osten Deutschlands.
Das Zertifikat wird zunächst für drei Jahre verliehen.  Nach einer jährlichen Evaluierung der umgesetzten Maßnahmen erfolgt die Bestätigung des Zertifikats.

Warum hat sich Görlitz dem Audit unterzogen?
Familiengerechtigkeit ist ein Thema, das jeden berührt. „Überall begegnen uns Situationen, in denen wir uns fragen müssen, inwieweit man sich in Görlitz als Familie geborgen und gut aufgehoben, aber auch beteiligt fühlt“, so Oberbürgermeister Siegfried Deinege, der es sehr bedauert, heute nicht in Bochum dabei sein zu können. „Es ist unsere Pflicht, dem demographischen Wandel entschlossen entgegenzutreten. Wir wollen und werden deshalb besondere Anreize für Familien schaffen, sich in Görlitz niederzulassen und sich hier wohl zu fühlen.“ Aufgrund dieser Überlegung   beschloss der Görlitzer Stadtrat im Dezember 2012 die Durchführung des Audits „Familiengerechte Kommune“. Damit wurde die Familie in den Fokus des politischen Handelns gerückt. Für die Analyse und Begleitung wurde bewusst ein externer Verein -  Familiengerechte Kommune e.V. aus Bochum - gewählt, damit ein objektiver Außenblick auf Görlitz erfolgen und ausgewertet werden konnte. Zugleich war und ist das Profitieren von den Erfahrungen bereits zertifizierter Kommunen sehr wertvoll.
„Wir werden künftig bei allen relevanten Stadtratsbeschlüsse diese auch nach Aspekten der Familiengerechtigkeit prüfen“, sagt Siegfried Deinege.
 
Am 15. April 2014 beschloss der Görlitzer Stadtrat eine ehrgeizige Zielvereinbarung, in der 15 Ziele und Maßnahmen näher definiert wurden und an deren Umsetzung nun innerhalb der nächsten zwei Jahre gearbeitet wird. Neben der verbindlichen Zielvereinbarung beschloss der Stadtrat auch die Einstellung der erforderlichen Mittel in Höhe von 72.500 EUR pro Jahr in den Haushaltsplan 2015/16.

-> Link zum genannten Stadtratsbeschluss:
http://www.goerlitz.de/images/stadtverwaltung/PDF/Buergerbeteiligung/Beschluss%20Audit%2015042014.pdf

Ist das nun erlangte Zertifikat nur ein Signet für das Stadtmarketing oder welcher nächste konkrete Schritt  für die Familien folgt jetzt?
Als wichtige Kernmaßnahme steht als nächster Schritt die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für Familien in der Stadt Görlitz an. Diese Stelle wird voraussichtlich im 1. Quartal 2015 ihre Arbeit aufnehmen. Hier werden künftig alle familienrelevanten Informationen zusammenlaufen und den Bürgerinnen und Bürgern transparent vermittelt. Familien können sich hier über Freizeit- und Behördenangebote, Betreuungsplätze sowie spezielle Beratungsangebote informieren und austauschen. Diese Anlaufstelle wird ein wichtiger Netzwerkknotenpunkt für alle familienpolitischer Akteure sein. Unter anderem wird hier  gemeinsam mit einem Träger eine Plattform für eine generationsübergreifende Dienstleistungsbörse entwickelt.
Betreut wird diese Anlaufstelle durch die Stadtverwaltung Görlitz. Zurzeit befindet sich eine Ausschreibung für potentielle Träger der Anlaufstelle in Vorbereitung.
Im Herbst werden, als ein Ergebnis aus dem World Café des letzten Jahres, themenbezogene Stadtspaziergänge unter Beteiligung des Oberbürgermeister und/oder Bürgermeisters sowie Fachleuten aus den jeweiligen Ämtern gemeinsam  mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern bzw. Familien angeboten. Ein erster Stadtspaziergang ist für den kommenden September geplant. Hier sollen speziell einige Schulwege  genauer „unter die Lupe“ genommen werden.  
 
-> Hier der bisherige Auditierungsprozess auf einen Blick:
http://www.goerlitz.de/de/buerger/politik-und-stadtrat/familiengerechte-kommune.html

Was heißt eigentlich „familiengerecht“? Genügt nicht auch „familienfreundlich“?
„Freundlichkeit bedeutet: Geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Gerechtigkeit  bedeutet, etwas zu erhalten, was einem zusteht. Darüber hinaus beinhaltet das Wort aber auch die Chance, mitzugestalten und beteiligt zu werden.“, erklärt Projektleiter Sebastian Kubasch. Familien sollen unter Berücksichtigung ihrer heute so vielfältigen Bedürfnisse zu ihrem Recht auf angemessene Unterstützung kommen. Hierzu ist ein überparteilicher Ausgleich der Interessen unter Beteiligung der Familien erforderlich. Es geht um die Grundhaltung, die Leistungen der Familien zu achten und sie bei ihren vielfältigen Herausforderungen nachhaltig zu unterstützen.
 
Folgender Familienbegriff, wurde gemeinsam mit verschiedenen familienpolitischen Akteuren der Stadt in den zurückliegenden Monaten entwickelt. Dieser wird nun der weiteren Arbeit an den Maßnahmen und Zielen in puncto Familiengerechte Kommune zugrunde gelegt:
Familie entsteht und ist dort, wo Menschen generationsübergreifend und verbindlich miteinander leben. Dies gilt vor allem für die Verantwortung in Elternschaft.
"Mit Familie meinen wir damit sowohl Kinder, Jugendliche, Erwachsenen als auch Senioren. Daher werden sich  unsere künftigen Maßnahmen  an den Bedürfnissen genau dieses Personenkreises jeweils individuell orientieren", so Projektleiter Sebastian Kubasch.

 
Hintergrundinfos zum Verein Familiengerechte Kommune:
Der gemeinnützige »Familiengerechte Kommune e. V.« hat das satzungsgemäße Ziel, Familiengerechtigkeit in deutschen Kommunen gezielt, für die Menschen konkret spürbar und nachhaltig zu erhöhen. Hierbei wird er unter anderem vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Kinderschutzbund, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund unter-stützt.
Der Verein stellt Kommunen das Instrument »Audit Familiengerechte Kommune« bundesweit zur Verfügung. Das gemeinnützige Audit ist ein demokratisch getragenes Planungs- und Führungsinstrument. Es unterstützt die kommunale Verantwortungsgemeinschaft dabei, nach¬haltige Lösungen für Familiengerechtigkeit im Rahmen einer strategischen Stadtentwicklung zu finden. Zu den weiteren Aufgaben des Vereins gehört die Fortbildung und Vernetzung von kommunalen Akteuren.
Familiengerechte Kommune e.V. Kurt-Schumacher-Platz 844787 Bochum
Beatrix Schwarze (Geschäftsführerin)Telefon: 0234 687181-72 beatrix.schwarze@familiengerechte-kommune.de
www.familiengerechte-kommune.de

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