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Hochemotionaler und genussvoller Auftakt für das Lausitz Festival

Hochemotionaler und genussvoller Auftakt für das Lausitz Festival

vom 02.04.2019

Ober- und Niederlausitz. Fünf Konzerte, atemberaubende Ensembles und Solokünstler und grandiose Spielorte. Das war der Auftakt für ein Projekt, das den Arbeitstitel Lausitz Festival trägt. Ermöglicht worden ist das Festival durch die Haushaltsentscheidung des Bundes, rund vier Millionen Euro für die Kultur in der Lausitz zur Verfügung zu stellen.

Ein Viertel dieser Summe wurde im März genehmigt, um fünf hochkarätige Konzerte zu ermöglichen, Organisationsstrukturen aufzubauen, einen mutigen und zugleich professionellen Anfang umzusetzen – und eine Ideenkonferenz durchzuführen. Diese Konferenz mit Kulturschaffenden aus der Ober- und Niederlausitz fand am 29. März 2019 in Hoyerswerda statt und verlief emotional und konstruktiv zugleich. Knapp 100 Vertreter der unterschiedlichsten Kulturbereiche von Kirchenmusik bis Soziokultur haben in der Lausitzhalle ihre Standpunkte dargestellt und danach in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenblöcken intensiv diskutiert. „Eine Auswertung der vielen Hinweise, Ideen, Vorschläge und Kooperationsangebote braucht Zeit. Die werden sich Intendant Daniel Kühnel, die Vertreter der Kulturstiftung und wir als Görlitzer Kulturservicegesellschaft nehmen – denn das ist die Basis der weiteren Festivalinhalte“, betonte Geschäftsführer Benedikt M. Hummel.

Seit dem Auftakt geht es in vielen Diskussionsrunden, in Internetforen, Stadtgesprächen und Gremien vor allem um die Frage, was finanziell gefördert werden müsse, um den Strukturwandel in der gebeutelten Lausitz positiv zu begleiten. Ulf Großmann, Präsident der Kulturstiftung Sachsen, sagte mit Blick darauf: „Kultur ist eine Investition in die Zukunft – und gerade im Strukturwandel der Lausitz vermag Kunst wichtige kritische Fragen aufzuwerfen.“ Aus den unterschiedlichen Ansätzen einen kulturellen Mehrwert für die Region zu entwickeln, sei der Ansatz des Festivalkonzepts, wie Intendant Daniel Kühnel sagt. Er betrachte die Lausitz historisch als Zentrum und Wiege Europas und beobachte in der heutigen Wahrnehmung ein Hinken nach Westen. Dabei lägen gerade hier in der Ober- und Niederlausitz ebenjene so wichtigen Wurzeln, welche Europa erst möglich gemacht hätten.

Mitgestaltung und Mitsprache forderte nach dem kurzfristigen und zugleich fulminanten Start auch Christian Schramm, ehemaliger Oberbürgermeister von Bautzen: „Diese Region hat aus der Geschichte viele Narben zurückbehalten. Ein solches Festival darf nicht übergestülpt wirken, sondern für einen Grundimpuls der weitere Entwicklung stehen.“ Konkret wurde auch Birgit Weber, Kulturdezernentin im Landkreis Bautzen: „Der Strukturwandel in der Lausitz wird von vielen Ängsten begleitet – eine Mitgestaltung des Festivals durch die vielen Initiativen vor Ort ist zwingend nötig.“ Der Anfang ist mit dem Auftakt auch schon gemacht, wie Thomas Pilz hervorhob, Beiratsvorsitzender im Kulturraum Oberlausitz/Niederschlesien: „Ein erstes und wichtiges Ergebnis des Lausitz Festivals und der Ideenkonferenz ist für mich, dass es gelungen ist, Kulturschaffende und Institutionen aus der Ober- und der Niederlausitz zusammenzubringen – das ist in dieser Form außergewöhnlich und ein sehr guter Anfang.“ Er betrachte das Festival als eine gute Option, ein Netzwerk aufzubauen, welches erst die nötige Kontinuität und Vielfalt in das Projekt einbringe. „Ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und die Suche nach Gemeinsamkeiten kann und wird das Projekt voranbringen“, ist sich Thomas Pilz sicher.

Ein erstes und wichtiges Zwischenergebnis: Die Menschen in der Region haben das  Angebote vom Auftakt des Festivals gerne angenommen – und sichtlich genossen. Für die weitere Entwicklung des Lausitz Festivals geht es jetzt darum Partizipation, Dialog und Kulturangebot mit europäischer und internationaler Relevanz weiterzuentwickeln und mit den Machern vor Ort auszugestalten. Dadurch kann in der Region etwas Großes und Schönes – aber vor allem Umarmendes und Mitnehmendes entwickelt werden. Intendant Daniel Kühnel zeigt sich jedenfalls von den Besuchern und Kulturschaffenden in der Ober- und Niederlausitz begeistert. „Der Auftakt war für mich eine sehr intensive Zeit voller Impulse, Ideen und der Möglichkeit, starke Macher aus der Kulturbranche der Region besser kennenzulernen.“ Er freue sich sehr über die offene und ehrliche Art der Lausitzer, ihre Standpunkte klar und selbstbewusst zu vertreten – und die Chance zu nutzen, mit dem Angebot des Lausitz Festivals etwas Neues, Schönes und Bewegendes zu entwickeln. „Ich bin sehr glücklich, dass es hier so viele Menschen mit Lust und Freude an der Gestaltung gibt – das hat meine Hoffnungen im Vorfeld noch weit übertroffen.“

Bislang waren im Rahmen des Auftakts beim Lausitz Festival zu erleben: die Weltreise des israelischen Jazzpianisten Nitai Hershkovits in der Lausitzhalle Hoyerswerda, in der Johanniskirche Zittau die Symphoniker Hamburg und die Europa Chor Akademie Görlitz mit Dirigent Prof. Joshard Daus (Johannes-Passion von J.S. Bach), in der Evangelischen Kreuzkirche Görlitz das Vokalensemble Intrada unter Leitung von Ekaterina Antonenko mit Rachmaninows Liturgie St. Johannes Chrysostomos, in der Görlitzer St. Jakobus Kathedrale die Europa Chor Akademie Görlitz mit Liszt via crucis und zum Abschluss in der größten deutschen Dorfkirche in Cunewalde die Symphoniker Hamburg unter Chefdirigent und Festival-Schirmherr Sylvain Cambreling mit  Bruckners 7.Symphonie. Die Reaktionen der Besucher vor Ort haben auch die Geschäftsführer der Görlitzer Kulturservicegesellschaft beeindruckt. Maria Schulz und Benedikt M. Hummel betonen: „Wir haben in Gesprächen mit Besuchern und Mails von Gästen ergreifende Eindrücke von den Auftritten gespiegelt erhalten.“ Bei aller notwendigen Kurzfristigkeit sei dabei das gute Gefühl der rund 1.400 Besucher vorherrschend gewesen, eine einzigartige hochklassige Veranstaltung besucht zu haben – die in ihrer Organisation und Durchführung wie ein Uhrwerk ablief. Das lässt zugleich auf eine Fortführung hoffen. „Jetzt werden wir den Auftakt auswerten, mit allen Beteiligten in Kontakt treten und weiter planen“, so Intendant Daniel Kühnel.

 

Alle weiteren Informationen zu Konzerten, handelnden Personen, neuen Entwicklungen, Diskussionen und Entscheidungen werden auf der Homepage veröffentlicht:

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