Starker Branchenmix

Siemens soll bleiben!

Siemens soll bleiben – eine Stadt kämpft.

Gegen die von der Siemens-Konzernleitung angekündigten Pläne, seinen Görlitzer Standort zu schließen, regt sich in Görlitz, in Sachsen und darüber hinaus massiver Widerstand. Die beiden Großdemonstrationen von jeweils rund 2.000 Mitarbeitern und Engagierten der Werksstandorte von Siemens und Bombardier am 9. und 29. November haben gezeigt, dass sich die Görlitzer gemeinsam gegen die Schließungsabsichten stellen.

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Stadtrat Görlitz positioniert sich zu Siemens und Bombardier

In der Görlitzer Stadtratssitzung am 30. November 2017 ist die beabsichtigte Schließung des Siemenswerkes in Görlitz und der angedachte Stellenabbau und die Produktionsverlagerung bei Bombardier-Transportation thematisiert worden. 

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Großdemonstration auf dem Brautwiesenplatz von Siemens und Bombardier

29.11.2017 von 12:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr

Eindrucksvoll sah die ca. 1 km lange Menschenkette aus, die die Mitarbeiter und Görlitzer zwischen den Werktoren von Siemens und Bombardier gebildet hatten. Diese Einigkeit bezeichnete Oberbürgermeister Siegfried Deinege als essenziell, um bei den Konzernlenkern, der Landes- und Bundespolitik gehört zu werden. 

Wir kämpfen weiter für den Erhalt des Werkes!

Pressemitteilung

OB Siegfried Deinege zur geplanten Schließung des Siemens-Standortes Görlitz

vom 17.11.2017

„Die verkündete Entscheidung hat einschneidende Wirkung für unsere Stadt. Damit findet ein geplanter Ausverkauf statt, der vor allem unsere jungen Familien betrifft. Ich bin über die Eiseskälte der sozialen Marktwirtschaft und die Umgangsformen, mit denen man unsere Siemensianer speziell in Görlitz behandelt, tief erschüttert.

Hier das Werk zu schließen, ist der Weg des geringsten Widerstandes. Das Werk liegt im Osten, die Gewerkschaften sind noch jung und von den Verbänden hört man nicht viel. Da geht es nicht wirklich um Produktivitätsfaktoren, die eigentlich für die Entscheidung zählen sollten, sondern um geringere Abfindungszahlungen und die schwache wirtschaftliche wie politische Lobby für den Osten.

Die Entscheidung ist auch eine Katastrophe für unseren Mittelstand, für die Zulieferer, für den Handel und  viele weitere Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens für uns hier vor Ort.

Uns allen muss in diesen Stunden klar sein, dass dies – sollte die durch Siemens verkündete Entscheidung tatsächlich umgesetzt werden – ein schwerer Rückschlag für die Entwicklung unsere Stadt und unserer gesamten Region wäre. Das ist für uns hier in Ostsachsen und für Deutschland nicht zu verantworten. Die Bundespolitik darf nicht länger zuschauen, dass eine gesamte Region durch solche massiven Fehlentscheidungen abzukippen droht.

Ein deutsches Unternehmen muss sich der Frage stellen, wie es seiner Verantwortung in unserem Land gerecht wird.

Warum wird nicht nach kreativen Umstrukturierungen gesucht, um ein Werk wie Görlitz, das bereits heute die Anlagen baut, die für die Energiewende nötig sind und damit zukunftsweisend arbeitet, zu erhalten oder vielleicht sogar auszubauen? Für den Standort Mühlheim findet man Lösungen. Für den Standort Görlitz sind Bemühungen nicht erkennbar. Diese erwarte ich aber, um Arbeitsplätze und damit die Zukunft gerade auch an unserem Standort für die Familien zu sichern. Ich fordere hierzu klare Aussagen seitens des Konzerns – und von der Bundespolitik endlich wirksames Handeln und Unterstützung für unsere Bevölkerung in Ostsachsen.

Ich werde die Gespräche zur Zukunft unseres Standortes mit der Bundesregierung und der Konzernleitung suchen. Darüber hinaus stehe ich in engem Kontakt mit der Görlitzer Werksleitung und den Betriebsräten.

Unsere Stadt wird bei diesem geplanten Ausverkauf nicht zuschauen, sondern kämpfen. Denn diese Entscheidung ist eiskalt, brutal und muss demzufolge bekämpft werden. Und das mit ganzer Kraft.“

Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung von Landrat Bernd Lange und Oberbürgermeister Siegfried Deinege zur Schließung des Siemens-Standortes Görlitz

vom 16.11.2017

Landrat Bernd Lange ist erschüttert und entsetzt über die Entscheidung der Siemens-Konzernleitung, den Standort Görlitz in naher Zukunft schließen zu wollen. Denn Siemens Görlitz mit dem Industriedampfturbinenbau ist auf diesem Sektor Weltmarktführer. Zudem besticht das Görlitzer Werk im Vergleich zu anderen deutschen Standorten mit seiner Effizienz und Rentabilität.

Lange mahnt von der Siemens-Zentrale ausdrücklich die Einhaltung des Grundsatzes der Wirtschaftspolitik ein, nämlich die soziale Marktwirtschaft. „Die Region hat es einfach nicht verdient, die überwiegende Last des Siemens-Stellenabbaus zu tragen“, so der enttäuschte Landrat. Kämpferisch richtet er noch einmal Worte an die Politiker in Berlin: „Ich appelliere an Sie, durch Ihre Entscheidungen zur Energiepolitik, dass für Europa so wichtige Dreiländereck in seiner Struktur nicht zu schwächen, sondern zu stärken“. Oberbürgermeister Siegfried Deinege fügt hinzu: „Die Entscheidung ist auch eine Katastrophe für unseren Mittelstand, für die Zulieferer, für den Handel und viele weitere Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens für uns hier vor Ort. Unsere Stadt wird bei diesem geplanten Ausverkauf, der vor allem unsere jungen Familien betrifft, nicht kampflos zuschauen“.

Bereits am 25. Oktober hatten sich Landrat Bernd Lange und Oberbürgermeister Siegfried Deinege mit Vertretern des Siemensbetriebsrates Görlitz und dem Sächsischen Landtagsabgeordneten Octavian Ursu (CDU) getroffen, um sich zur langfristigen Sicherung des Siemens-Standortes Görlitz abzustimmen. Die Bundes- und Landesregierung muss ein eindeutiges Bekenntnis der Siemens-Konzernleitung zum Erhalt des Standortes Görlitz sowie aller deutschen Standorte einfordern. Gleiches gilt für die Transparenz im Entscheidungsprozess zur Restrukturierung der Sparte „Power & Gas“. Außerdem wird die Unterstützung bei einer fairen Lösungsfindung für die Standorte in Deutschland durch wirtschaftliche Beratung und Expertise angemahnt. Ferner sollen sich Bund und Land bei der Mitgestaltung eines tragfähigen und nachhaltigen Konzeptes zum Erhalt des Kompetenzzentrums Görlitz und einer Fixierung von Maßnahmen für eine positive Weiterentwicklung in der Zukunft einbringen.

Pressemitteilung des Bistums Görlitz

„Ich bin solidarisch mit den Arbeitern“ – Bischof Ipolt zur beabsichtigten Schließung des Görlitzer Siemens-Werkes

22. November 2017

Bischof Wolfgang Ipolt äußert sich zu den Absichten von Siemens, neben weiteren Werken, das Görlitzer Werk zu schließen:

„Es ist äußerst bedauerlich, dass Siemens sein Werk in Görlitz schließen will. Gerade hier in unserer eher strukturschwachen Region ist das ein großer Verlust. Ich bin solidarisch mit den Arbeitern, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren sollen.

Dass Menschen hier vor Ort Arbeit finden, ermöglicht ihnen in Görlitz und Umgebung Heimat zu finden. Als katholischer Bischof erinnere ich alle Verantwortlichen mit Nachdruck daran, dass die Gedanken an die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sich immer leiten lassen müssen von der Verantwortung für die betroffenen Menschen und deren Familien. Ich hoffe mit den Arbeitnehmern, dass Siemens auch bereit ist, nach anderen Lösungen Ausschau zu halten als die Schließung des Betriebes in Görlitz.“

W. Ipolt

Am 27. November hat sich der Bischof zu einem weiteren Schritt entschlossen und einen Offenen Brief an den Aufsichtsrat der Siemens Aktiengesellschaft mit nachstehendem Inhalt gerichtet.

In einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Herrn Joe Kaeser, mit ähnlichem Inhalt, appelliert der Bischof ebenfalls, die Schließung des Siemens-Werkes in Görlitz dringend zu überdenken und sie nicht zu realisieren.

Pressemitteilung

Für den Erhalt des Görlitzer Turbinenwerkes kämpfen – Octavian Ursu fordert Lösungen für den Siemens-Standort

Görlitz, 16. November 2017

Zu den aktuellen Ankündigungen des Siemens-Vorstandes, wonach das Görlitzer Werk im Jahr 2023 voraussichtlich geschlossen bzw. nach Mühlheim verlagert werden soll, sagt der Landtagsabgeordnete Octavian Ursu:

„Die Schließung des traditionsreichen Turbinenwerkes ist für Görlitz und die Lausitz absolut inakzeptabel. Die Auftragsbücher sind voll, die Mitarbeiter sind hoch motiviert und die Innovationskraft des Standortes wird weltweit geschätzt.

Den Siemens-Vorstand fordere ich zu Verhandlungen und sofortigen Gesprächen über neue Konzepte für den Standort Görlitz auf. Ich werde zusammen mit vielen anderen Mitstreitern aus Politik und Gesellschaft weiterhin mit aller Kraft für den Erhalt des Werkes kämpfen.“

Octavian Ursu
Mitglied des Sächsischen Landtages

Pressemitteilung

CDU-Bundestagsabgeordnete fordern Perspektive für sächsische Siemens-Standorte

Berlin, den 22. November 2017

Anlässlich der angekündigten Schließung der Siemens-Werke in Görlitz und Leipzig fordert die Landesgruppe Sachsen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Perspektive für die betroffenen Standorte und Mitarbeiter. „Wir können diese Entscheidung nach den vielen Jahren des erfolgreichen Engagements von Siemens in den ostdeutschen Bundesländern nicht nachvollziehen“, sagt dazu der Landesgruppenvorsitzende Dr. Thomas de Maizière, MdB.

Mit Blick auf die für den Donnerstag geplante Demonstration von Siemens-Mitarbeitern in Berlin ergänzt er: „Wir stehen an der Seite der Beschäftigten und hoffen auf konstruktive Vorschläge, wie es an den betroffenen Standorten weitergehen soll.“ Es brauche eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Ort, etwa durch den Aufbau einer Fertigungslinie für neue, zukunftsorientierte Technologien.

Die sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten seien sich einig, dass gerade der Freistaat Sachsen und die Städte der Produktionsstandorte seit jeher alle Anstrengungen unternommen haben, um für Siemens wettbewerbsfähige Standortbedingungen zu gewährleisten, so de Maizière weiter. Dazu zähle vor allem die Bereitstellung der notwendigen, mit Steuermitteln finanzierten Infrastruktur wie beispielsweise die Verladestelle für Turbinen in Dresden.


CDU Landesverband Sachsen
Alexander Szymanski
Pressesprecher

Pressemitteilung des Evang. Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz

Bekundung der Kreissynode des Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz zur angekündigten Schließung des Werkes der Siemens AG in Görlitz

Görlitz, den 18. November 2017

Wir sind betroffen und protestieren gegen die beabsichtigte Schließung des Werkes der Siemens AG in Görlitz. Auch erfüllen uns die Diskussionen um den Standort der Bombardier AG in Görlitz mit Sorge. Wir erheben unsere Stimme als evangelische Christinnen und Christen in Verantwortung für die Stadt Görlitz und die ganze Region auch in Anerkennung ökonomischer Notwendigkeiten. Diese erschließen sich uns bei vollen Auftragsbüchern jedoch nicht.

Viele Gemeindeglieder sind in diesen für unsere Gegend strukturentscheidenden Betrieben beschäftigt. Sie prägen und gestalten auch das kulturelle und kirchliche Leben. Wir können und wollen auf unsere Schwestern und Brüder und alle dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verzichten.

Die Aktie hat einen Wert. Der Mensch hat eine Würde!


Pfarrer Andreas Bertram
Präses Torsten Vogel
Superintendent Dr. Thomas Koppehl
Evang. Superintendentur Nieksy

Pressemitteilung

Unternehmerverband fordert Siemens-Konzern und Politik auf, Verantwortung gegenüber der Region wahrzunehmen

Görlitz, den 16.11.2017

Der Allgemeine Unternehmerverband Görlitz und Umgebung kann strategische Entscheidungen des Siemens-Konzerns aus Mangel an interner Kenntnis nicht kommentieren. Für uns als Wirtschaftsverband hat die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Görlitz und der Region – wie bereits seit 1830 – oberste Priorität. In Hinblick auf den Görlitzer Produktionsstandort fordert der Unternehmerverband, andere zukunftsfähige Produktlinien in Görlitz zu installieren. Der Siemens-Konzern muss seine unternehmerische Verantwortung wahrnehmen und die Politik in Bund und Land ist aufgefordert, die Erosion einer ganzer Region zur verhindern.

Edgar Wippel
Vorstandsvorsitzender
Allgemeiner Unternehmerverband Görlitz und
Umgebung; Gewerbeverein zu Görlitz 1830 e.V.

Oberbürgermeister wendet sich an die Bundeskanzlerin

In einem Brief hat sich der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege bereits Anfang November direkt an die Bundeskanzlerin gewandt. Im Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Siemens-Werkes in Görlitz hat er darin auf die generell sehr angespannte wirtschaftliche Situation in der Stadt hingewiesen. Diese nahm Anfang der 90er Jahre durch die Schließung mehrerer wichtiger Industrie- und Produktionsbereiche und des damit verbundenen Weggangs von über 15.000 Menschen eine dramatische Entwicklung. Nun drohe bei einer geplanten Schließung des Siemens-Werkes und auch bei einer Verlagerung der Produktion von Bombardier-Transportation die Fortsetzung der Kette von Hiobsbotschaften für die Stadt Görlitz.

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Petition gegen die Schließung des Siemens Turbinenwerks Görlitz


ZUR PETITION

 

 

Quelle: EGZ
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