Aktuelles Görlitz

Gedenkwochen

Der 8. Mai 1945 markiert die Befreiung vom Nationalsozialismus und das Ende des Zweiten Weltkrieges. Zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa vor 77 Jahren richtet ein breites Kooperationsnetzwerk der Europastadt Görlitz-Zgorzelec in den Monaten April und Mai mehrere Gedenk- und Kulturveranstaltungen aus.

Mit Ausstellungen, Führungen sowie Workshops wird an die Kriegstoten sowie die Opfer der NS-Verbrechen erinnert. Im Fokus dieser Veranstaltungsformate stehen dabei die Aufarbeitung und das Sichtbarmachen persönlicher Geschichten und Tragödien der Opfer, der Überlebenden sowie deren Angehörigen.

Veranstaltungsübersicht

Programm (deutsch/polnisch) | Program (niemiecki/polski)

 

7. März bis 21. April: Wanderausstellung „Spurensuche. Jüdische Geschichte in der Oberlausitz“. Kulturforum Görlitzer Synagoge. Otto-Müller-Straße 3

Eine Wanderausstellung des Förderkreises Görlitzer Synagoge, die in ihrer ersten Station vom 3. März bis 21. April im Kulturforum Görlitzer Synagoge gezeigt wird. Die Präsentation gibt auf 16 Tafeln Einblick in das Leben und Wirken von Jüdinnen und Juden an verschiedenen Orten der Region. Dargestellt werden Gründung und Entwicklung der jüdischen Gemeinden, die sich im 19. Jahrhundert in Görlitz, Bautzen und Zittau bildeten. Unternehmer wie Martin Ephraim in Görlitz, Adolf Wolf Altmann in Bautzen oder Joseph Schweig in Weißwasser stehen exemplarisch für die Bedeutung jüdischer Unternehmer in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Emanzipation der jüdischen Bevölkerung spiegelte sich auch im Bau eigener Gotteshäuser wider. Die Görlitzer Synagoge wurde 1911 eingeweiht überstand die Pogromnacht weitestgehend unbeschadet. Die Ausstellung beleuchtet so beispielsweise auch die Auswirkungen von Antisemitismus und Verfolgung jüdischer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus. In Wort und Bild werden Einzel- und Familienschicksale, u.a. aus Wittichenau, Hoyerswerda und dem Crostwitzer Ortsteil Horka, vorgestellt.

Eine Ausstellung des Förderkreises Görlitzer Synagoge, im Rahmen von "Tacheles Oberlausitz, Initiative für jüdisches Leben in Deutschland und gegen Antisemitismus". Gefördert durch: Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat, "2021: Jüdisches Leben in Deutschland".

Die Ausstellung ist entsprechend der Öffnungszeiten des Kulturforums Montag-Sonntag 10 – 18 Uhr.

Eintritt: siehe Besucherpreise des Kulturforums Görlitzer Synagoge

Kontakt für Nachfragen: synagoge.goerlitz@gmx.de 
https://www.kulturforum-goerlitzer-synagoge.de/

 

30. März, 11 - 13 Uhr: Lehrerseminar und Ausstellungseröffnung "Eine Leidenschaft, die uns vor dem Vergessen bewahrte", Europejskie Centrum Pamięć, Edukacja, Kultura/Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec

Seminar für Lehrkräfte der Grenzregion sowie weitere Interessierte, die sich mit regionalgeschichtlichen Themen beschäftigen. Während des Seminars wird die Ausstellung "Eine Leidenschaft, die uns vor dem Vergessen bewahrte" eröffnet und feierlich eine Gedenktafel enthüllt. Beide sind dem polnischen Lehrer und Gründer des Gedenkzimmers des Stalag VIII A in der Zgorzelecer Berufsschule, Roman Zgłobicki gewidmet.

Anmeldung unter: biuro@fpek.pl | Das Seminar ist kostenfrei

Veranstalter: Fundacja Pamięć, Edukacja, Kultura

30. März bis 31. April, montags-freitags 10 - 15 Uhr: Ausstellung "Eine Leidenschaft, die uns vor dem Vergessen bewahrte", Europejskie Centrum Pamięć, Edukacja, Kultura/Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec

"Eine Leidenschaft, die uns vor dem Vergessen bewahrte" ist eine neue Ausstellung zu Ehren von Roman Zgłobicki, einem Geschichtslehrer aus Zgorzelec, der seit den 1970er Jahren bis zu seinem Lebensende die Erinnerung an das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A bewahrte. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung mit Enthüllung einer Gedenktafel findet am 30.03.2022 zum 85. Geburtstag von Roman Zgłobicki statt.        

Der Eintritt ist frei.     

Veranstalter: Fundacja Pamięć, Edukacja, Kultura

4., 6. und 7. April, jeweils 10 – 13 Uhr: Workshop für Schülerinnen und Schüler zum Jüdischen Leben, Kulturforum Görlitzer Synagoge, Otto-Müller-Straße 3        

Workshop für Schülerinnen und Schüler zum Jüdischen Leben in Görlitz im Rahmen des Interreg Projektes "Lernen und Verstehen". Schüler-Workshops in der Görlitzer Synagoge zu Jüdischem Leben in Deutschland und Polen.

Der Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V. und die Stadt Görlitz führen am 4., 6. und 7. April im Kulturforum Görlitzer Synagoge drei Workshops für deutsche und polnische Schüler durch. Themen sind Judentum und Synagoge, jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert sowie jüdisches Leben heute.

Die zweisprachigen Workshops werden von Mitarbeitenden der Hatikva Dresden, des Förderkreises Görlitzer Synagoge und des Meetingpoint Memory Messiaen geleitet. Schüler der Oberschule Bischofswerda, der Grundschule Nr. 5 und des Emilia Plater-Oberschulzentrums in Zgorzelec nehmen daran teil. Die Workshops sind Bestandteil des INTERREG-Projekts „Lernen und verstehen. Zukunft durch Erinnerung“ (Projektleitung Fundacja Pamięc, Edukacja, Kultura).

Anmeldung unter: info@meetingpointmm.eu

6. April, 19 Uhr:  Zwischen Emanzipation und Verfolgung – Die Entwicklung jüdischer Gemeinden in der Oberlausitz ab Mitte des 19. Jahrhunderts, Kulturforum Görlitzer Synagoge, Otto-Müller-Straße 3

Podiumsgespräch zur Ausstellung „Spurensuche“ mit Markus Bauer (Görlitz), Armin Pietsch (Zittau) und Hagen Schulz (Bautzen). Moderation: Anett Böttger

Eintritt frei

Eine Veranstaltung innerhalb der Ausstellung des Förderkreises Görlitzer Synagoge e. V. sowie des Projekts „Tacheles Oberlausitz. Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“

12. APRIL 2022, 19 UHR: PODIUMSDISKUSSION » ... wenn es dort eine jüdische Gruppe gibt, muss das gefördert werden. « VON DE R (U N-)MÖGLICHKEIT JÜDISCHEN LEBENS
IM LITERATURHAUS ALTE SYNAGOGE GÖRLITZ (ZUGANG ÜBER OBERMARKT 17) / LIVESTREAM

Das vergangene Jahr hat die lange Tradition jüdischen Lebens in Gör­litz eindrucksvoll sichtbar gemacht. Die Neue Görlitzer Synagoge wurde wiedereröffnet. Erstmals besuchten zahlreiche Angehörige der hiesigen Vorkriegsgemeinde die Stadt. Ende des Jahres kam ein Frag­ment einer Torarolle wieder zum Vorschein, die seit der Reichspogromnacht 1938 verschollen ist.

Der vielfache Blick zurück hat sich bei all diesen Ereignissen mit einem Blick nach vorn und in die Zukunft verbunden. Darf heute die Frage gestellt werden, ob die Shoah doch nicht das dauerhafte Ende des jüdischen Lebens in Görlitz markiert? Vor der Shoah existierte hier eine der fünf großen Gemeinden auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen. Nach 1945 war die Zahl der Überlebenden jedoch gering und noch geringer die Zahl derjenigen Jüdinnen:Juden, die in Sachsen blieben. Es bildeten sich nur drei Gemeinden in Chemnitz, Dresden und Leipzig. Überlebende, Rückkehrende und Zugewanderte wurden, sofern sie den Anschluss an eine Gemeinde suchten, in die bestehenden Gemeinden integriert. Vereinzelt lebten und leben aber auch nach 1945 Jüdinnen:Juden in Görlitz. Seit 2005 existiert ein jüdischer Gemeindeverein und Ende 2022 wurde erstmals seit über 80 Jahren Shabbat in der Görlitzer Synagoge gefeiert.

Unklar ist derzeit vor allem, welchen Beitrag Politik und Zivilgesellschaft leisten können und sollen, um jüdisches Leben vor Ort tatsäch­lich aktiv zu fördern. Anlass für uns, mit jüdischen Vertreter:innen aus Ostdeutschland den Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft jüdischen Lebens zu wagen.

Wir freuen uns auf Impulse von unseren Diskussionsteilnehmerinnen: Larissa Bargtel, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder), Dr. Nora Goldenbogen, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Esther Jonas-Märtin, Rabbinerin und Publizistin

Dies ist eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Dresden und Ostsachsen und ist möglich durch die  Unterstützung vo der Amadeu-Antonio-Stiftung, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Görlitz, das Bundesprogramm "Demokratie leben!", den Landespräventionsrat Sachsen und der Stadt Görlitz. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Es gelten bei der Veranstaltung die aktuellen Hygiene-Schutzmaßnahmen nach der aktuellen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Die Veranstaltung findet im Literaturhaus Alte Synagoge Görlitz statt. Diese ist über den Obermarkt 17, 02826 Görlitz zu erreichen. Die Podiumsdiskussion wird auch online live übertragen über YouTube.

21. April, 11 Uhr: Vortrag und Film: „Der Warschauer Ghettoaufstand 1943”, Europejskie Centrum Pamięć, Edukacja, Kultura/Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec

Dr. Zachary Mazur, Absolvent der Yale University, promoviert bei Prof. Timothy Snyder, arbeitet am Wissenschaftlichen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften, am College of Europe in Natolin sowie in der Historischen Abteilung des Museums der Polnischen Juden POLIN.

Anlässlich des 79. Jahrestages des Aufstandes im Warschauer Getto wird er einen historischen Abriss über die damaligen dramatischen Geschehnisse in Warschau geben. Danach führt er in die Arbeit des renommierten POLIN-Museums und dessen Bildungsmöglichkeiten und didaktischer Aufarbeitung dieses schwierigen Themas ein. Seine Vorträge werden medial von entsprechendem Filmmaterial ergänzt.

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V. und Fundacja Pamięć Edukacja, Kultura, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Volkshochschule Görlitz e.V.

Der Eintritt ist frei.

21. April, 12 Uhr:  Vortrag und Film „Einführung in das Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN in Warschau”. Europejskie Centrum Pamięć, Edukacja, Kultura/Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec

Vortrag und Film „Einführung in das Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN in Warschau”. Besonders geeignet für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler   

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V. und Fundacja Pamięć Edukacja, Kultura, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Volkshochschule Görlitz e.V.

Der Eintritt ist frei.     

21. April, 20 Uhr: Film mit Einführung und Filmgespräch mit Stefan Zinnow von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung mit Gast Zachary Mazur, Historiker am POLIN und Kinga Hartmann-Wóycicka, Vorsitzende der Stiftung Fundacja Pamięć Edukacja, Kultura "Geheimsache Ghettofilm" von Yael Hersonski. Camillo Kino, Handwerk 13, Görlitz

Im Mai 1942 dreht ein NS-Filmteam im Warschauer Ghetto – wenige Wochen bevor dort die Deportationen und der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung beginnen. Das Filmmaterial scheint das Leben im Ghetto abzubilden. Doch die Szenen sind gestellt, die Bilder Propaganda. Die israelische Regisseurin Yael Hersonski hat die Aufnahmen aus dem Warschauer Ghetto zum Gegenstand ihres Films "Geheimsache Ghettofilm" gemacht. Darin erzählt sie von den Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung im Ghetto und den propagandistischen Zielen des NS-Regimes. Nicht zuletzt berührt sie auch die Frage nach der Authentizität der Bilder der Täter: Wie sollte NS-Filmmaterial heute genutzt werden?

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V. und Fundacja Pamięć Edukacja, Kultura, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Volkshochschule Görlitz e.V.

Hinweis: FSK ab 12, empfohlen von bpb ab 14

Der Eintritt ist frei.     

25. April, 9:30 - 14:30 Uhr: Informationsveranstaltung zum Bildungsangebot der Gedenkstätte Stalag VIII A,      Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur, Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec           

Informationsveranstaltung zum Bildungsangebot der Gedenkstätte Stalag VIII A. Im Rahmen der Veranstaltung wird das neu entwickelte Bildungsangebot der Gedenkstätte Stalag VIII A vorgestellt. Das Angebot besteht aus methodisch abgestimmten Bildungsbausteinen. Diese sind in unterschiedlichen Formaten kombinierbar und reichen von zwei- bis dreistündigen Rundgängen über Halb- und Ganztagsseminare bis hin zu mehrtägigen Aufenthalten. Während des Seminars werden ausgewählten Einheiten mit der Gruppe ausprobiert. Die Veranstaltung richtet sich speziell an Lehrer, Multiplikatoren, Vertreter von Bildungseinrichtungen sowie alle Interessierten aus der deutsch-polnischen Grenzregion.

Anmeldung erforderlich bis zum 14. April 2022 unter leuchtturm@meetingpointmm.eu.

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V.

30. April, 10 Uhr: Fahrradführung durch die Gedenkstätte Stalag VIII A

Während dieser erfahren Sie die grundlegenden Fakten über die Geschichte des Ortes, seiner Opfer aus aller Welt, die während des Zweiten Weltkrieges in Görlitz und Umgebung durch Arbeit ausgebeutet wurden sowie über das gesamte System der Kriegsgefangenenlager im Dritten Reich. Außerdem erhalten Sie einen Einblick in die Vermittlungsarbeit der deutsch-polnischen Gedenkstätte, ihrer Forschung und zukünftige Projektvorhaben.

Treffpunkt: Altstadtbrücke, Mitte

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V.

 

5. Mai bis 18. Mai: Wanderausstellung #StolenMemory. Marienplatz, Görlitz

Gemeinsam mit der Stadt Görlitz zeigen die Arolsen Archives auf dem Marienplatz die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen: Uhren, Eheringe und Fotos. Die Arolsen Archives bewahren einige Tausend dieser von den Nationalsozialisten gestohlenen Erinnerungsstücke auf und suchen nach den Familien der Verfolgten, um sie zurückzugeben. Die Ausstellung erzählt von den Schicksalen der Häftlinge und der Suche nach ihren Familien. Begleitend zur Ausstellung stehen auf der Website stolenmemory.org animierte Filme, Interviews, Webstories und pädagogische Materialien kostenlos zur Verfügung. Der Eintritt ist kostenfrei.

Veranstalter: Arolsen Archives zusammen mit der Stadt Görlitz

Die Ausstellung ist geöffnet:

Montag bis Freitag: 10 – 17 Uhr

Samstag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr

 

5. Mai bis 25. Mai: Dokumentarfilm „Als die Gestapo an der Haustür klingelte – die Familie Michalski und ihre stillen Helfer“. Schlesisches Museum zu Görlitz, Brüderstraße 8

Ein Dokumentarfilm über das Überleben einer Görlitzer Familie und Menschen, die in schwierigen Zeiten Mitgefühl und Courage zeigten.

Filmvorführungen mit anschließendem Filmgespräch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9. In der Zeit vom 5. Mai bis 25. Mai 2022 bietet das Schlesische Museum zu Görlitz die Möglichkeit, in Absprache mit den Klassenleiterinnen und Klassenleiter, diesen Film im Veranstaltungssaal des Museums anzuschauen und danach über diese Geschichte ins Gespräch zu kommen.

Interessierte  melden sich bitte per Mail an museumsbildung@schlesisches-museum.de oder telefonisch unter 03581/ 8791-128. Da die Anzahl der Vorführungen begrenzt ist, empfehlen wir ein rechtzeitiges Anmelden. 

Veranstalter: Schlesisches Museum zu Görlitz zusammen mit der Stadt Görlitz

 

7. Mai, 11 Uhr: Gedenkfeier anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A, Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec          

Gedenkfeier anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A mit ökumenischem Gebet für die Opfer des Stalag und Kranzniederlegung.   

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Fundacja Pamięć, Edukacja Kultura; Meetingpoint Memory Messiaen e.V.

 

8. Mai, 11:30 Uhr: Gedenken an 77 Jahre Kriegsende. Altstadtbrücke

Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte besiegelte im Mai 1945 das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Der 77. Jahrestag dieses Ereignisses wird in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec zum Anlass genommen, um am 8. Mai der Opfer zu gedenken. Um als Europastadt Görlitz/Zgorzelec ein Zeichen für die Bedeutung des deutsch-polnischen Zusammenlebens zu setzen und gemeinsam an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zu gedenken, laden wir Sie sehr herzlich am Sonntag, den 8. Mai 2022, um 11:30 Uhr, auf die Altstadtbrücke der Europastadt Görlitz/Zgorzelec ein. Ab 12:00 Uhr findet der weitere Teil der Gedenkveranstaltung vor dem Adler-Denkmal am Soldatenfriedhof der 2. Polnischen Armee in Zgorzelec statt.

Veranstalter: Stadt Görlitz, Stadt Zgorzelec

8. Mai, 12:00 Uhr: Der 77. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs, Platz vor dem Adler-Denkmal am Soldatenfriedhof der 2. Polnischen Armee in Zgorzelec

Die kommunalen Feierlichkeiten verbunden mit dem ökumenischen Gebet an die Gefallenen im Kampf gegen Faschismus und die Opfer des Zweiten Weltkriegs sowie Kranzniederlegung am Denkmal für Helden im Kampf um den Frieden
Veranstalter: Stadt Zgorzelec, Stadt Görlitz

10. Mai, 17 Uhr: Kulturgeschichtlicher Spaziergang. Jüdischer Friedhof, Biesnitzer Straße, Görlitz

Treff: Eingang Jüdischer Friedhof, Biesnitzer Straße, Görlitz

Erst ab 1847 durften sich Juden in Görlitz ansiedeln. Wenig später erwarb die Jüdische Gemeinde weit vor den Toren der Stadt ein Gelände als Begräbnisort. Heute erinnern über 500 Grabsteine an jene kurze Zeit als Juden gleichberechtigte Bürger unserer Stadt waren. Die Führung erfolgt durch die Historikerin Ines Haaser. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Veranstalter: Görlitzer Sammlungen

Kosten pro Person: 8 EUR, ermäßigt 6 EUR

Tickets sind vor Ort erhältlich.

 

12. Mai 2022 18:00 – 20:00 Uhr: Vortrag: Jurist jüdischer Herkunft und Görlitzer Ehrenbürger - Zum Leben und Werk von Prof. Dr. Hans Nathan (1900-1971)

Veranstaltungsort: Landgericht Görlitz, Postplatz 18, 02826 Görlitz
Eintritt frei.

Der in Görlitz geborene Hans Nathan war bis 1933 als Rechtsanwalt tätig. Seine Kanzlei befand sich im Haus am Postplatz Nr. 6 in Görlitz. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste die Familie fliehen, erst nach Prag, 1939 nach England. Nach der Rückkehr nach Deutschland 1946 war Hans Nathan maßgeblich an dem Aufbau der Gesetzgebung der SBZ und der DDR beteiligt. 1952 bis 1966 war er Professor und Dekan der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Vor allem arbeitete er auf den Gebieten des Zivil- und Zivilprozessrechts, des Familienrechts und des Urheberrechts. Eine Straße in Görlitz trägt seinen Namen. Anlässlich der 900-Jahrfeier erhielt Prof. Dr. jur. Hans Nathan 1971 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz. Im Mai 2022 werden Stolpersteine für Hans Nathan und seine Familie verlegt, die auf der Blumenstraße in der Görlitzer Innenstadt wohnten.

Referenten des Abends sind Dr. Marcus Mollnau, Berlin und Siegfried Hoche, Ratsarchiv Görlitz

Veranstalter: Oberlausitzer Anwaltverein e.V. / Kulturbüro Görlitz

13. Mai, 15 Uhr: Vortrag zum zeitlichen Kontext der Ausstellung #stolenmemory. Volkshochschule Görlitz, Langenstraße 23, Raum 12

Schmuck, Erinnerungsfotos, Papiere – die Nazis nahmen ihren Opfern bei der Verhaftung alle persönlichen Sachen ab. Einige Tausend dieser Gegenstände aus den Konzentrationslagern gibt es noch. Wir suchen die Familien der Opfer und geben sie zurück.

Das ist das Ziel der Initiative Stolen Memory. Diesem Thema widmet sich auch eine Ausstellung, die vom 5. bis zum 18. Mai 2022 auf dem Görlitzer Marienplatz und vom 18. Mai bis zum 31. Mai in Zgorzelec am Dom Kultury zu sehen sein wird.

Der Vortrag von Petrus Snoeijer erklärt den historischen Hintergrund sowie die übergreifenden Zusammenhänge. Auf diese Weise hilft er dabei, die Ausstellung besser einzuordnen. Diese kann im Anschluss gemeinsam besucht werden.

Weitere Informationen unter:  https://stolenmemory.org

Veranstalter: Volkshochschule Görlitz

Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

14. Mai, 10:30 Uhr: Führung durch die Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A, Zgorzelec

Bei dieser Führung erfahren Sie die grundlegenden Fakten über die Geschichte des Ortes, seiner Opfer aus aller Welt, die während des Zweiten Weltkrieges in Görlitz und Umgebung durch Arbeit ausgebeutet wurden sowie über das gesamte System der Kriegsgefangenenlager im Dritten Reich. Außerdem erhalten Sie einen Einblick in die Vermittlungsarbeit der deutsch-polnischen Gedenkstätte, ihrer Forschung, zukünftige Projektvorhaben und weiterführende Ausstellungen.           

Kosten: 8,00€ pro Person. Tickets bei der Görlitz-Information oder vor Ort erhältlich.

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V. und Europastadt Görlitz-Zgorzelec GmbH

 

16. Mai 2022 16:30 - 18:30 Uhr Erinnern und Gedenken an Dr. Albert Blau

Veranstaltungsort: Veranstaltungsraum Krankenhaus St. Carolus, Carolusstrasse 212, 02827 Görlitz. Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Dr. Albert Blau (1869-1941) ist eng verbunden mit der Planung und Gründung des St. Carolus Krankenhauses im Jahr 1927, er war der erste Ärztliche Leiter der Einrichtung. Der prominente jüdische Arzt Dr. Albert war mit Aufziehen des Nazi-Terrors mit Berufsverbot belegt und ab 1933 zahlreichen weiteren Diskriminierungen ausgesetzt. Ihm und seiner Frau Minna gelang im Juni 1939 die Emigration nach Schweden.

Im Gedenken an Ihn und seine Verdienste wird eine Gedenktafel im Krankenhaus St. Carolus enthüllt, die nachfolgende Veranstaltung geht auf das Leben und Schicksal und auf Passagen der Flucht des Ehepaares ein. Dr. Albert Blau fand kurzweilig Zuflucht im kath. Pfarrhaus in Jauernick, in Görlitz wurde er versteckt in einer Wohnung auf der Goethestrasse, bevor die Blaus Deutschland verlassen mussten. Zwei Stolpersteine werden am 18. Mai für Dr. Albert Blau und seine Frau auf der Konsulstrasse verlegt.

Veranstalter: Krankenhaus St. Carolus / Kulturbüro Görlitz

Prälat Peter C. Birkner, Dr. Jürgen Wenske, Ines Haaser von den Städtischen Sammlungen dazu Diedrich Immer, haben ihre Teilnahme an der Veranstaltung am 16. Mai zugesagt und stellen jeweils Etappen aus dem Leben von Dr. Albert Blau vor.

Hinweis zur Anmeldung: Bitte melden Sie sich telefonisch an unter 03581 72-1508 oder per
E-Mail (stephanie.haensch@malteser.org). Wir bestätigen Ihre Anmeldung.

Für die Teilnehmer besteht Maskenpflicht, wenn der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann (chir. Mund-Nasen-Schutz ausreichend). Ein tagesaktueller neg. Antigenschnelltest ist von allen Gäste vor Veranstaltungsbeginn nachzuweisen. Es besteht aber die Möglichkeit der Testung ab 15:30 Uhr am Veranstaltungsort. Bitte kommen Sie zum Testen rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn

 

18. bis 31. Mai, Skwer im. Ks. Jerzego Popiełuszki (am Dom Kultury), Zgorzelec

Gemeinsam mit der Stadt Zgorzelec zeigen die Arolsen Archives am Dom Kultury ( Skwer im. Ks. Jerzego Popiełuszki) die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen: Uhren, Eheringe und Fotos. Die Arolsen Archives bewahren einige Tausend dieser von den Nationalsozialisten gestohlenen Erinnerungsstücke auf und suchen nach den Familien der Verfolgten, um sie zurückzugeben. Die Ausstellung erzählt von den Schicksalen der Häftlinge und der Suche nach ihren Familien. Begleitend zur Ausstellung stehen auf der Website stolenmemory.org animierte Filme, Interviews, Webstories und pädagogische Materialien kostenlos zur Verfügung. Der Eintritt ist kostenfrei.

Veranstalter: Arolsen Archives zusammen mit der Stadt Zgorzelec

 

18. Mai, 9 – 12:30 Uhr: Verlegung von 24 Stolpersteinen in Görlitz

Treffpunkt: Blumenstrasse 58, 02826 Görlitz

Im Mai 2022 werden weitere 24 Stolpersteine in Görlitz verlegt.
In Erinnerung an die Familie Hans Nathan, Blumenstrasse; Familie Dr. Albert Blau, Konsulstrasse; Familie Löwenberg, Parkstraße; Familie Julius Herbst, Lindenweg; Familie Kupferberg, Elisabethstraße; Familie Artur Dresel, Obermarkt.

Die Verlegung der Stolpersteine erfolgt am 18. Oktober durch Gunter Demnig. Beginn und Treffpunkt ist auf der Blumenstrasse 58, im Hof der Evangelisch Reformierten Gemeinde.

Veranstalter: Kulturbüro Görlitz

 

18. Mai, 18 – 20 Uhr: Dialogveranstaltung: UNSERE GESCHICHTE ERZÄHLEN. GÖRLITZ JÜDISCHES ERBE.

Veranstaltungsort: Kulturforum Görlitzer Synagoge, Otto-Müller-Straße 3, 02826 Görlitz

Im Mai 2022 versammeln sich Kinder und Nachfahren der ausgelöschten Görlitzer Jüdischen Gemeinde aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg in Görlitz. Familien deren Schicksal mit der Verfolgung, Flucht und dem Holocaust verbunden sind, werden vertreten sein und erzählen ihre Geschichte bei der Veranstaltung am 18. Mai.
Was den Familien passiert ist und wo die Familie heute lebt, welche Erinnerungen verblieben sind.

Der Eintritt ist frei. Gastkarten für die Veranstaltung sind erhältlich in der Görlitz-Information und dem Kulturforum Synagoge Görlitz.

Veranstalter: Kulturbüro Görlitz
Kontakt: Daniel Breutmann, Lauren Leiderman info@kulturbuero-goerlitz.de

Gäste aus der ganzen Welt haben sich angekündigt in Görlitz. Es sind Nachfahren von Görlitzer Jüdinnen und Juden, Überlebende des Holocausts, die die Veranstaltungen begleiten.

Eintritt kostenlos. Karten für die Veranstaltung sind erhältlich im DDV Lokal am Obermarkt 32, in der Görlitz Information, Fleischerstrasse 19 und im Kulturforum Görlitzer Synagoge, Otto-Müller-Strasse 3
Für Spenden zu Gunsten der Stolpersteine Initiative Görlitz-Zgorzelec steht eine Spendenbox zur Verfügung.

Veranstalter: Kulturbüro Görlitz / Wilhelm-Külz-Stiftung

 

20. Mai, 9 und 19 Uhr: Filmvorführung mit anschließendem Filmgespräch im Rahmen des Neisse Filmfestivals: "Sędziowie pod presją" (deutsch: Richter unter Druck).  Europäisches Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur, Gedenkstätte Stalag VIII A, ul. Jeńców Stalagu VIII A 1, Zgorzelec

Was lehren uns zeitgeschichtliche Geschehnisse über die derzeitigen politischen Ereignisse in Polen? Was bedeutet soziale Verantwortung in Zeiten politischer Krisen? Dieser Film von Kacper Lisowski von 2021 begleitet die Richter Igor Tuleya, Waldemar Żurek, Dorota Zabłudowska und weitere Mitstreiter im Kampf um die Einhaltung der Verfassung zugrundeliegender Rechte und unabhängige Gerichte. Besonders für Schülergruppen geeignet.

Eintritt richtet sich nach den Preisen des Neisse Filmfestivals.

Veranstalter: Meetingpoint Memory Messiaen e.V., Neisse Filmfestival

 

Spurensuche 2022

Görlitzer NS-Lagersystem

Erinnern für die Zukunft: Das Lagersystem der Nazis in Görlitz. Schicksale von Häftlingen 1933-1945

Görlitz war in der Zeit von 1933-1945 Standort gleich mehrerer Lager. So entstanden Zwangsarbeiterlager, Kriegsgefangenenlager und Lager wie das Aussenlager des KZ Groß-Rosen in Görlitz „Biesnitzer Grund“, dessen Häftlinge jüdischer Herkunft waren.

Gefördert durch die Sächsische Jugendstiftung, startet demnächst ein neues der SPURENSUCHE Projekte.
Mit der Arbeit der Jugendlichen und Beschäftigung mit der eigenen lokalen Heimatgeschichte, wollen wir daran erinnern, welchen Anteil, die Menschen und Einrichtungen in Görlitz an Kriegsführung, nationalsozialistischer Unterdrückung und deren Verbrechen – etwa an den jüdischen Bürgern der Stadt – hatten. Standorte der Lager sollen im Rahmen des Projektes dokumentiert und ihre Geschichte erforscht werden.

Das Projekt wird unterstützt von der Sächsischen Jugendstiftung. Der Verein goerlitz21 begleitet das Projekt. Anmeldung zur Teilnahme, mehr Infos, Anfragen per Mail an spurensuche@goerlitz21.de

Für Altersstufen 10-18 Jahre geeignet.

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