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Kundenzufriedenheit in der Innenstadt

Wie kommt die Görlitzer Innenstadt an?


Die drei Görlitzer Studentinnen haben Glück mit ihrer Befragung. Gleich die Ersten, die sie bitten, sich kurz Zeit zu nehmen, sind bereit und machen sich Gedanken über ihr Verhältnis zur Innenstadt: Welche Wege führen mich ins Stadtzentrum? Was kaufe ich hier ein und was lieber doch in größeren Städten oder in Polen? Was gefällt mir nicht an diesem Stadtteil und was müsste geschehen, damit er attraktiver wird?
An fünf Tagen im Januar und Februar haben die Mädchen und ein paar ihrer Kommilitonen von der Hochschule im Auftrag der City Managerin Katrin Hecht insgesamt 200 Menschen zu ihrer Zufriedenheit mit der Innenstadt befragt. "Es geht uns darum, gezielt von den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Kunden zu erfahren", sagt Katrin Hecht. Am Ende steht natürlich das Vorhaben, die negativ bewerteten Aspekte zu verbessern. Eine externe Firma hat die Fragebögen erstellt und wertet sie bis März aus, doch bereits jetzt kann die City Managerin grob einschätzen, woran es in der Innenstadt mangelt.
Es ist nichts Neues, aber immer wieder beklagt werden der Zustand der oberen Berliner Straße und der Verlust des Kaufhauses. Vielen Besuchern fehlen Sitzmöglichkeiten und Grünflächen in der Fußgängerzone. Manche sind mit den uneinheitlichen Öffnungszeiten, dem Warenangebot und der Gastronomie unzufrieden. Es fehlen Bars und Clubs, wird gesagt. Andere stören sich an Hundedreck und übervollen Abfallkörben.
Die drei Mädchen kennen es von sich selber. "Man muss sich schon etwas arrangieren mit dieser Kleinstadt", sagt die 23-jährige Sabrina Biegel, die aus
der Nähe von Nürnberg zum Studieren nach Görlitz kam. "Aber wenn man sich seine Möglichkeiten sucht, kommt man hier gut zurecht."

Auswertung im Frühjahr


Die Auswertung der Befragung will Katrin Hecht im Frühjahr Händlern, Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung vorstellen, um mögliche Veränderungen anzuregen. Für ein rundes Bild hatte sie neben der Befragung der Kunden auch die der Einzelhändler geplant. "Doch leider haben sich von den 100 angefragten Geschäften nicht einmal zehn beteiligt."

 

(Ines Eifler, Sächsische Zeitung, 10.02.2011)