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Streifzug durch die historische Altstadt

Kaisertrutz
Theater
Hertie Kaufhaus
Postplatz
Untermarkt
Nikolaistraße

Der Streifzug durch die historische Altstadt kann am Öffnet internen Link im aktuellen FensterKaisertrutz begonnen werden. Er gehörte als Teil des westlichen Stadttores zur Stadtmauer. Im Dreißigjährigen Krieg trotzten in dem gleichzeitig als Festungsanlage dienenden Bau die Schweden dem Ansturm kaiserlicher Truppen. So erklärt sich der Name des 1490 erbauten Rondells. Seit 1932 befindet sich im Kaisertrutz ein Teil der Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz.

Der gleich gegenüberliegende Öffnet internen Link im aktuellen FensterReichenbacher Turm war, wie alle Wehrtürme in der Stadt, bis 1904 noch bewohnt. Er gilt als der schönste Görlitzer Wehrturm und wird von einer barocken Haube gekrönt. Insgesamt 12 am 1376 erstmals erwähnten Turm angebrachte Wappen kennzeichnen in der oberen Reihe Territorien, zu denen Görlitz im Laufe seiner über 925jährigen Geschichte gehörte. Die Wappen der unteren Reihe stehen für die Orte Kamenz, Löbau, Bautzen, Görlitz, Lauban (heute Luban/Polen) und Zittau, die dem Sechsstädtebund angehörten. 1346 vom deutschen Kaiser und böhmischen König Karl IV. gegründet, diente dieser Bund dem Schutz vor Raubrittern.

Von hier aus führt die vorgeschlagene Route nach rechts. Linkerhand fällt der Blick auf das Gebäude der Annenschule, die mit der Öffnet internen Link im aktuellen FensterAnnenkapelle (erbaut 1508/12) verbunden ist. Letztere stellt den seltenen Fall einer bürgerlichen Eigenkirche dar. Rechts steht das Öffnet internen Link im aktuellen FensterGörlitzer Theater, ein Musiktheater mit allen musikalischen Genres, einschließlich Ballett.

Weiter geradeaus erhebt sich das in den Jahren 1912/13 nach Plänen des Potsdamer Architekten Carl Schmanns entstandene Kaufhaus zum Strauß, heute Öffnet internen Link im aktuellen FensterHertie-Warenhaus, das als einziges im Originalzustand erhaltenes Großkaufhaus früher deutscher Warenhausarchitektur gilt.

Um das Warenhaus mit viel Licht und Helligkeit auszustatten, wurde das Dach aus Glas erbaut. Die Gestaltung des Glasdaches mit Schwarzlotmalerei erinnert an die frühe Jugendstilarchitektur.

Auf den Restfundamenten einer alten Sühnekapelle vor den Toren der mittelalterlichen Stadtbefestigung entstand 1431 bis 1494 die heutige Öffnet internen Link im aktuellen FensterFrauenkirche, eine dreischiffige Halle mit langgestrecktem Chor und anmutiger spätgotischer Einwölbung. Sie steht ihren Besuchern als Gottesdienst- und Ausstellungskirche offen. Von hier ist es nicht mehr weit zu einem der zentralen Plätze im Görlitzer Stadtzentrum - dem Görlitzer Öffnet internen Link im aktuellen FensterPostplatz.

Der 1887 als "schönster Brunnen Schlesiens" eingeweihte Kunstbrunnen in der Mitte des Platzes bekam auf Grund der bronzenen Frauenfigur, die eine Muschel über dem Kopf trägt, im Volksmund den Namen Öffnet internen Link im aktuellen FensterMuschelminna. Seit 1994 steht die einst für Rüstungszwecke im Zweiten Weltkrieg entfernte Figur wieder an ihrem ursprünglichen Platz.

Über den Öffnet internen Link im aktuellen FensterMarienplatz zurück, vorbei am Naturkundemuseum, sind es nur wenige Schritte bis zum 1305 erstmals genannten Öffnet internen Link im aktuellen FensterDicken Turm. Er erhielt seinen Namen aufgrund seiner Mauerstärke, die im unteren Viertel 5 Meter beträgt. Ein am Turm zu sehendes Sandsteinrelief mit dem Görlitzer Wappen trägt die lateinische Inschrift "Invia virtuti nulla est via" - "Der Tapferkeit ist kein Weg ungangbar". 1433 wurde es durch Kaiser Sigismund der in den Hussitenkriegen kaisertreuen Stadt verliehen.

Durch die Steinstraße gelangt man direkt zum Öffnet internen Link im aktuellen FensterObermarkt, der jahrhundertelang dem Getreide- und Salzhandel diente. Er wird auf der Nordseite von zahlreichen Barockbauten gesäumt, die nach Vorbildern in Dresden und Leipzig errichtet wurden.

Eines der schönsten Häuser ist die Nummer 29. Es trägt auch den Namen Napoleon-Haus, da Kaiser Napoleon vom Balkon des Hauses im Jahre 1813 eine Heerschau seiner Truppen abgehalten haben soll. In dem früher u. a. als Herberge dienenden Gebäude übernachteten zahlreiche bedeutende Gäste, worauf eine am Haus angebrachte Tafel hinweist. Wenige Meter weiter links erinnert die Öffnet internen Link im aktuellen FensterVerrätergasse an das Vorhaben der Görlitzer Tuchmacher, den Stadtrat zu stürzen. Der Plan wurde entdeckt und viele der Tuchmacher aus der Stadt vertrieben oder hingerichtet. Am Hinterausgang des Verschwörerhauses ist noch heute ein Schild mit der Aufschrift "DVRT 1527" - "Der verräterischen Rotte Tor" - zu sehen.

Genau gegenüber, ebenfalls auf dem Obermarkt, ist die frisch verputzte Fassade der Öffnet internen Link im aktuellen FensterDreifaltigkeitskirche nicht zu übersehen. Die alte Klosterkirche der Franziskaner (1234 bis 1245) wurde im 14. und 15. Jahrhundert zur jetzigen Raumform erweitert und umgebaut. Das Inventar des Hauptraumes zählt zum wertvollsten Görlitzer Kirchen- und Kunstbesitz.

Beim Durchlaufen der Brüderstraße, auf der man auf kürzestem Wege zum Untermarkt gelangt, lohnt sich ein Blick in die Schauwerkstatt eines Schmuckdesigners.

Auf dem Öffnet internen Link im aktuellen FensterUntermarkt finden sich die bedeutendsten Patrizierhäuser der Stadt. Der Häuserblock in der Mitte des Untermarktes, auch "Zeile" genannt, zeigt im rechten Teil die Öffnet internen Link im aktuellen Fenster"Waage", den Ort, wo alle Waren gewogen und verzollt wurden. Das zunächst im gotischen Stil errichtete Gebäude wurde später im Renaissance-Stil aufgestockt. Auf den Konsolen des Gebäudes befinden sich Skulpturen bedeutender Görlitzer (u. a. von Baumeister Jonas Roskopf).

Gerade gegenüber ist das älteste datierte Bürgerhaus deutscher Renaissancebaukunst, der Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchönhof, zu sehen. Er wurde im Jahr 1526 von Wendel Roskopf erbaut. Nach seiner umfassenden Restaurierung soll das Gebäude Sitz des Schlesischen Museums zu Görlitz werden. Wechselnde Sonderausstellungen können bereits jetzt in den Räumen des Erdgeschosses besucht werden. Dem Schönhof schließen sich die Langen Läuben an. Sie sind im gotischen Stil errichtet, während die Fassaden der Häuser im Barock- bzw. Renaissancestil umgebaut worden sind. Die Gebäude Nr. 2 bis 5 gehörten einst den reichsten Görlitzer Rats- und Handelsherren.

Weiträumige hohe Lichthallen im Innern der Gebäude und die typischen Galerien für die Tuchbeschau zeugen von der einstigen Bedeutung der Stadt als Mittelpunkt des Waid- und Tuchhandels.

Ebenfalls von Wendel Roskopf wurde die geschwungene und über Görlitz hinaus berühmte Rathaustreppe im Jahre 1537/39 geschaffen. Die Justitia - ohne Augenbinde - als Wahrzeichen der hohen Gerichtsbarkeit der Stadt aufgestellt, kam erst 1591 hinzu. Das Wappen über der Rathaustreppe ist dem ungarischen König Matthias Corvinus gewidmet und deutet auf den Tuchhandel der Stadt bis zum Balkan hin. eine originelle Besonderheit bietet die untere der beiden Uhren am Rathausturm, die mit der Einführung des 12-Stunden-Zifferblattes angebracht wurde: In der Mitte der Uhr befindet sich ein Männerkopf, dessen Kinnlade zu jeder Minute hinunterklappt. Diesem ältesten Teil des Rathauses folgen die Münze, ein Renaissancegebäude von 1556 und das neue Rathaus aus den Jahren 1902/03, auf dem noch einmal die Wappen der dem Sechsstädtebund angehörenden Städte zu sehen sind.

Die Rückseite der "Zeile" wird durch das im Jahre 1706 errichtete Gebäude der Alten Börse eingenommen. Hier versammelte sich einst die Kaufmannschaft. Beachtenswert ist das von Caspar Rodewitz gestaltete kraftvolle Barockportal inmitten einer sonst schlichten Fassade. 1784 wurden in diesem Haus eine erste öffentliche Bibliothek sowie ein Museum eingerichtet. Eine Attraktion ist das gegenüberliegende spätgotische Portal des Hauses Untermarkt 22. Er erhielt den Namen Öffnet internen Link im aktuellen FensterFlüsterbogen, weil die auf einer Seite in die Hohlkehle geflüsterten Worte für den Lauscher auf der anderen Seite laut und deutlich vernehmbar sind.

Wenige Schritte weiter rechts fällt der Blick auf die ehemalige Öffnet internen Link im aktuellen FensterRatsapotheke, ein Renaissancebau von 1550 mit einer Sonnenuhr von Zacharias Scultetus. Er gestaltete sie links als Solarium, rechts in Form einer Arachne.

Der Rundgang führt nun am Braunen Hirsch, einem 1722 über spätgotischen Arkaden errichteten früheren Gasthaus auf der Ostseite des Untermarktes, vorbei. Im 18. Jahrhundert geistiger Mittelpunkt der Stadt, erklangen hier die ersten öffentlichen Konzerte in Görlitz. Auch der berühmte Dichter Johann Wolfgang von Goethe stieg schon in diesem Hause ab.

Gleich nebenan lädt das Barockportal des Hauses Neissstraße 30 zu einem Blick in Hof und Eingangshalle ein. Ankommende Wagen weitgereister Händler konnten durch die hintere Durchfahrt den Wirtschaftshof und das Hinterhaus erreichen. Im Innern des Gebäudes spiegeln Räume mit wertvollem Mobilar verschiedene Stilepochen wider. Bis 1950 hatte die "Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften", deren Aufgaben die Förderung der Künste und Wissenschaften war, ihren Sitz hier.

Geblieben ist aus dieser Zeit die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften im hinteren Teil des heute als Museum der Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur genutzten Hauses. Neben den ständigen Ausstellungen, u. a. für Kunst und Kunsthandwerk, dem graphischen Kabinett und wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungen werden hier wechselnde Sonderausstellungen angeboten.

Versäumen sollte man nicht, einen Blick auf die Fassade des Gebäudes Neißstraße 29, das Öffnet internen Link im aktuellen FensterBiblische Haus, zu werfen. In Sandstein gehauene Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigen in der oberen Reihe Bilder aus Christus' Leben: Verkündigung, Geburt, Jordantaufe, letztes Abendmahl, Kreuzigung. Die untere Reihe stellt Begebenheiten des Alten Testaments dar: Erschaffung der Eva, Sündenfall, Abrahams Opfer, Moses empfängt die Gebote, Errichtung der ehernen Schlange.

Am Ende der Neißstraße angelangt, sind es nur wenige Schritte nach rechts bis zur Öffnet internen Link im aktuellen FensterOchsenbastei. In der noch erhalten gebliebenen Stadtbefestigungsanlage lädt ein harmonisch angelegter Barockgarten zu einer kurzen Pause ein.

Links führt der nun etwas steiler ansteigende Weg unweigerlich auf die Kirche Öffnet internen Link im aktuellen FensterSt. Peter und Paul zu. Als Nachfolgebau einer dreischiffigen Pfeilerbasilika entstand im 15. Jahrhundert eine repräsentative fünfschiffige Hallenkirche. Zur sehenswerten Innenausstattung gehört auch die 1703 von Eugenio Casparini fertiggestellte Sonnenorgel, die nach langjähriger Restaurierung seit Oktober 1997 wieder erklingt. Neben der Peterskirche steht das Öffnet internen Link im aktuellen FensterWaid- oder Renthaus, der älteste Görlitzer Profanbau. Seinen Namen erhielt das Gebäude, da es als Lagerplatz für Waid - einem blauen Farbstoff zum Färben der Tuche - und Getreide genutzt wurde. Ursprünglich gehörte das Waidhaus zur alten Burg, die sich 1126 hinter der Peterskirche erhob.

Seit 1995 ist hier das Werkstattgebäude des Görlitzer Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege eingerichtet.

Nach einem Blick zurück auf die Neiße, die seit 1945 Grenzfluß zwischen Polen und Deutschland ist, und die Nachbarstadt Zgorzelec auf der anderen Seite des Neißeufers, geht es geradeaus durch die Nikolaistraße auf den Öffnet internen Link im aktuellen FensterNikolaiturm zu. Er steht als letzter Teil einer Stadttoranlage, die 1848 beseitigt wurde. Eine erste urkundliche Erwähnung dieses Turmes ist aus dem Jahre 1348 bekannt.

Auf dem Weg zurück empfiehlt es sich, von der Nikolaistraße rechts auf die Peterstraße abzubiegen. Eine Reihe interessanter Gebäude aus der Zeit der Renaissance und des Barock überraschen hier mit einer außergewöhnlichen Gestaltung im Innern der Häuser. Erwähnt sein sollen hier besonders die Peterstraße Nr. 4 und 14. Der in steinerne Galerien eingefasste Hof des Gebäudes Nr. 4 ist ein architektonisches Kleinod der Stadt. Im gegenüberliegenden Haus, der von außen sehr schlicht wirkenden Nr. 14, eröffnet sich eine weiträumige Halle im Erdgeschoss. Sehenswert ist vor allem auch die vom Obergeschoss nach oben führende Wendeltreppe.