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Untermarkt

Der Untermarkt ist zweifelsohne das Herzstück der alten Stadt. Er ist der älteste Marktplatz in Görlitz. Sein Vorhandensein ist nachweisbar seit dem Jahre 1220. Hier kreuzten sich zwei wichtige Handelsstraßen - die Via Regia (auch Königsstraße), die von Spanien bis nach Russland führte, und die Bernsteinstraße als Verbindung zwischen der Ostsee und Böhmen.
Die älteste Bezeichnung um 1305 war einfach Markt, dann Niedermarkt, von etwa 1340 bis gegen 1600 findet sich (wohl von Schlesien eingeführt) der Name "Ring", ein Name der später dann aus dem Sprachgebrauch verschwindet. Der nördlichste Teil hieß sowohl Fisch- oder Heringsmarkt als auch alter Markt. Auf diesem Teil standen hauptsächlich die verkaufenden Landleute, auf dem südlichen die Handwerker.
Die gesamte westliche Marktfront nimmt das Rathaus ein. Bis zum Jahre 1343 hatte Görlitz kein eigentliches Verwaltungsgebäude. Im Jahre 1550 erwarb die Stadt ein ehemaliges Privathaus, welches bis zu dieser Zeit immer wieder im Wechsel in privater oder in städtischer Hand war. Mit seiner berühmten Rathaustreppe wurde es dann in den ganzen Komplex eingebunden. Am Rathausturm befinden sich zwei Uhren. Die untere, die Stundenuhr, hatte ursprünglich 24 Ziffern. Der bedeutendste Görlitzer Humanist Bartholomäus Scultetus ließ sie 1584 zu einer zwölfstelligen Uhr verändern und mit der älteren, darüber befindlichen Mondphasenuhr verbinden.
Diesem ältesten Teil des Rathauses folgen die Münze, ein Renaissancegebäude von 1556 und das neue Rathaus aus den Jahren 1902/03 mit den Wappen der Mitgliedsstädte des Sechsstädtebundes.
Am Ende der Brüderstraße in Richtung Untermarkt schließt sich rechts der Schönhof, das älteste datierte Bürgerhaus der Renaissancebaukunst, an. Ihm folgen die im gotischen Stil erbauten Langen Läuben. Auf dem Untermarkt befinden sich die bedeutendsten Patrizierhäuser der Stadt. Die Gebäude Untermarkt 3-5 gehören zu den größten Hallenhäusern der Stadt.
Der Häuserblock in der Mitte des Platzes wird bereits seit dem 14. Jahrhundert die Zeile genannt. Am Ende des Gebäudekomplexes steht seit alten Zeiten die Waage, der Ort, wo alle Waren gewogen und verzollt wurden.
Die Nordseite der Zeile wird von der Alten Börse eingenommen, welche im Jahre 1706 errichtet wurde. Hier versammelte sich einst die Kaufmannschaft. 1784 wurden in diesem Haus eine erste öffentliche Bibliothek sowie ein Museum eingerichtet.
An der Nordseite des Platzes befindet sich der Flüsterbogen, ein Rundbogenportal aus spätgotischer Zeit, und die Ratsapotheke, ein Renaissancebau von 1550.
Die Ostseite des Untermarktes beherrscht der ehemalige Gasthof zum Braunen Hirsch mit einem spätgotischen Arkadengang, den Hirschläuben. Sie sind nach dem ehemaligen Gasthof zum Hirsch benannt.
Zu den sehenswerten Objekten gehört auch der Neptunbrunnen. Dieser Barockbrunnen mit Standbild des Neptun stammt aus dem Jahre 1756.
Der Untermarkt ist mit seiner vielseitigen und faszinierenden Architektur der bedeutendste Anziehungspunkt für Touristen. Er gehört zu den attraktivsten Plätzen der Stadt.