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Weinberggelände
Mit den Anlagen der Obermühlberge, wie das Gelände des Weinbergs vor 200 Jahren bezeichnet wurde, befasste sich die "Verschönerungsdeputation" der Stadt Görlitz, eine beratende Bürgervertretung, schon 1834. Sie regte an, die Partien oberhalb der Obermühle zu gestalten, führte doch seit etwa 1832 die Promenade, eine doppelreihige Allee, von der heutigen Curiestraße bis zum Rondell vor dem erst 1855 auf dem höchsten Punkt der Obermühlberge erbauten Blockhaus.
Von Jahr zu Jahr, je nach den finanziellen Möglichkeiten der Stadt, wurden mehr Flächen erworben, gestaltet und durch Treppenanlagen und Wege erschlossen.
Waren die felsigen Hänge zur Neiße ursprünglich fast kahl, entstand im Laufe der Jahre ein abwechslungsreicher Laubwald mit einigen eingestreuten Koniferen.
Ein Höhepunkt in den Weinberganlagen ist der Eisenbahnviadukt, der seit 1847 mit 31 Pfeilern das Neißetal überspannt.
Im Jahre 1890 wurde die Ausflugsgaststätte "Weinberghaus" mit dazu gehörigem Turm eröffnet und war fast 100 Jahre lang beliebter Anziehungspunkt für die Görlitzer und ihre Gäste. Zur Zeit sind Gaststätte und Turm nicht begehbar.
Unweit führt die Parkeisenbahn, ein verkleinerter Nachbau der "Adler"-Lokomotive, die auf der ersten deutschen Eisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth verkehrte, einen ca. 800 m langen Rundkurs. Abwechslung für Kinder jedes Alters bietet ein großes Spielgelände.
Eine Besonderheit in der Nähe der Parkeisenbahn ist das Denkmal für den Rassegeflügelzüchter Robert Oettel, den Gründer des ersten "Hühnerologischen Vereins" in Deutschland.
An der Obermühle gab es bis 1945, als die Neiße zum Grenzfluss erklärt wurde, eine Kahnstation. Die Tradition des Kahnfahrens auf der Neiße wurde im Jahre 2000 mit der Rekonstruktion des "Gondelhafens" fortgesetzt, so dass heute die Weinbergshänge/ Obermühlberge wieder vom Wasser aus erlebt werden können.
Am Ufer der Neiße führt der Inselweg entlang, Teil des Fernwanderweges "Deutsche Einheit" - Görlitz - Aachen (blauer Punkt). Von ihm aus kann man sich die Weinberganlagen gut erschließen, erreicht auch den "Berggarten", die "Friedenshöhe" und den "Schellergrund" mühelos.




