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Verzweiflung

Die etwas überlebensgroße liegende männliche unbekleidete Figur befindet sich auf einem Sockel in der Nähe des Goldfischteiches im Görlitzer Stadtpark. Des Mannes Haltung drückt Schmerz und Verzweiflung aus.

Der Bildhauer Richard Engelmann (1868 - 1966) schuf diese  Skulptur im Jahre 1909, und es ist bekannt, dass sie die Anlagen um das Schloss des Grafen Fritz von Hochberg im schlesischen Halbau schmückte, bis sie durch Schenkung  des Reichsgrafen von Hochberg, Hans Heinrich XV, Fürst von Pleß 1919/20 in den Görlitzer Stadtpark gelangte.

Mit der nachträglichen Sockelinschrift - Vermächtnis eines Görlitzer Kindes, des Herrn Adolf Berthelmann 1919 -  wollte der Fürst wohl an seinen hoch geschützten ehemaligen Sekretär erinnern, der am 05.10.1918 im Alter von 75 Jahren in Görlitz verstarb. Damit erfuhr die Skulptur eine Wandlung vom Schmuckelement zu einem Erinnerungsmal, einem D e n k mal.

Die Bezeichnung "Sterbender Krieger" scheint später entstanden zu sein, weil man meinte, bei Adolf Berthelmann handele es sich um einen Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Das Denkmal besteht aus Kunststein, einem Betonguss. Um die Jahrhundertwende 1900 war der Betonguss eine durchaus legitime künstlerische Ausdrucksform und nicht nur ein Mittel, um Massenware für aufwändige Architektur- und Gartengestaltungen zu produzieren.

Durch Witterungseinflüsse und Vandalismus ist die äußere, sehr feinkörnige Schicht der Görlitzer Figur an vielen Stellen zerstört, so dass die gröberen Bestandteile des Gusskernes sichtbar wurden, die besonders anfällig gegen Frost und Bewuchs sind. Daher wird das Denkmal jetzt im Winter umbaut, um es vor Feuchtigkeit zu schützen und so noch eine gewisse Zeit zu erhalten.