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Jacob-Böhme-Denkmal
Die Bronzefigur der als Brunnen konzipierten Anlage ist weltweit das einzige Denkmal für den bedeutenden Philosophen Jacob Böhme, geboren 1575 in Seidenberg (heute Zawidow), gestorben 1624 in Görlitz. Sein Grab befindet sich auf dem Görlitzer Nikolaifriedhof.
Der Bildhauer Johannes Pfuhl (1846 - 1914) schuf den Entwurf für den Brunnen, gegossen wurde das Kunstwerk 1898 in der Eisengießerei Lauchhammer, und am 31.10.1898 enthüllte man es.
Ursprünglich befand es sich nahe der Stadthalle an der heutigen Stadtbrücke (früher Reichenberger Brücke).
Der Brunnen musste dem Bau der Grenzabfertigungsanlagen weichen und wurde 1972 im Park des Friedens aufgestellt, als Brunnen jedoch nicht mehr in Betrieb genommen.
Heimischer Granit aus Döbschütz ist das Material für den Sockel des Brunnens, drei großzügige Sandsteinstufen führten ursprünglich zum Brunnenbecken. Das Wasser lief aus den vier bronzenen Lilien in das Becken.
Auf dem Sockel sitzt die Figur des Schuhmacher-Philosophen. Das Schuhmacher-handwerkszeug hat er beiseite gelegt.
Die aufgeschlagene Bibel auf den Knien und einen Stift in der Hand haltend, scheint er sinnend in die Ferne zu schauen.
Rückseitig lehnt eine Tafel am Schusterschemel mit dem Text: "Liebe und Demut - unser Schwert."
In seinen philosophischen Werken befasste sich Jacob Böhme unter anderem mit den Ideen von der Notwendigkeit der Erneuerung und Vervollkommnung von Mensch und Gesellschaft, mit der Eigenverantwortlichkeit des Menschen für dessen geistiges Reifen und für das Streben nach dem ursprünglichen Einssein mit der Schöpfung.
Der Park des Friedens ist eine Schenkung des Görlitzer Unternehmers Otto Müller an die Bürger der Stadt Görlitz. Er kaufte das Gelände des ehemals Geißlerschen Gartens im Jahre 1905, um Grundstücksspekulationen in dieser bevorzugten Wohngegend zu verhindern. 1907 war der neue öffentliche Park (Südpark) im Wesentlichen fertig gestellt. Den größten Teil der Anlage gestaltete man um einen Teich herum landschaftlich unter Einbeziehung vorhandener Gehölze. Am Platz, an dem heute der Brunnen steht, bestand eine zur damaligen Zeit übliche, pflegeintensive Schmuckanlage mit Pergolen und Figurenschmuck, von den Görlitzern "die gute Stube" genannt.
Geht man vom Jacob-Böhme-Denkmal Richtung Stadthalle, so findet man links am Weg an der großen Wiese einen der seltenen Ginkgos, wahrscheinlich der Sorte "St. Cloud", an dessen waagerechten Ästen sich Tschi-Tschi gebildet haben, stalaktitartig nach unten wachsende Holzzylinder. Tschi-Tschi ist das japanische Wort für Mutterbrust, in Japan wird ein Ginkgo mit diesen Ausstülpungen als Symbol der Fruchtbarkeit angesehen und verehrt.
