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Bütte bei der Peterskirche 1

Der Standort dieser Bütte erinnert an eine mittelalterliche öffentliche Röhrbütte. Weil der felsige Untergrund der mittelalterlichen Stadt an den meisten Stellen nicht geeignet war, Grundwasserbrunnen zu speisen, wurde das Wasser damals von Quellen außerhalb der Stadtmauer über hölzerne Rohrleitungen in die Stadt geleitet. Der für einen Laufbrunnen nötige Druck konnte entstehen, weil man das Wasser an höher gelegenen Stellen in großen Zisternen sammelte.

Wenige reiche Bürger brauchten die öffentlichen Laufbrunnen nicht zu benutzen, sie hatten in ihrem Anwesen einen privaten Anschluss an die Wasserversorgung. So auch in der Ratsapotheke Untermarkt/ Ecke Peterstraße, aus der die Granitbütte für unseren Brunnen geborgen und 1999 hier an der Peterskirche aufgestellt werden konnte.

Besonders bemerkenswert ist das Nordportal der Peterskirche im Hintergrund, das noch einige romanische Elemente aufweist.

Auch das Waidhaus an dem sich rechts öffnenden Kirchplatz, ältester erhaltener steinerner Profanbau von Görlitz, ist als ehemaliger Freihof böhmischer Beamter ein Zeugnis früherer Bedeutung der Siedlung für den Waren- und Kulturaustausch zwischen West und Ost, Süd und Nord. Die Via Regia, die Hohe Straße, verband  West- und Osteuropa, sie wurde hier gekreuzt von einem uralten Handelsweg zwischen Böhmen und der Ostsee.