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Jägerkaserne

Jägerkaserne

Diese Kaserne befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen, hügeligen "Hälterberge". Um Baufreiheit für die Ausdehnung der Stadt zu schaffen, wurden Ende der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts die mittelalterlichen Stadtbefestigungen größtenteils abgetragen. Das preußische Kriegsministerium rügte "die Beeinträchtigung, ... welche die Verteidigungsfähigkeit durch das eigenmächtig ausgeführte Niederreißen der Mauern und Ausfüllen der Gräben vom Frauentore bis längs des Grünen Grabens erlitten hat". Der Magistrat erhielt die strenge Auflage, eine besonders massive und verteidigungsfähige Kaserne für 600 Mann zu errichten.

Auf dem Helterberg, einer Erhebung an der nordwestlichen Altstadtgrenze, entstand 1854-1858 der Kasernenbau für das 5. Jägerbataillon (ursprünglich 1. Schützenabteilung).

Tatsächlich wirkte der 1858 vollendete Bau mit wuchtigen Fassaden aus Bruchstein und Ziegeln wie eine Festung.

Das dreiflüglige, in seiner Hauptfront über 100 Meter lange Gebäude ist im Grundriss mit einem massiven römischen Castrum vergleichbar. Durch unregelmäßig versetztes Mauerwerk sowie quadratische Eck- und Flankentürme erhielt die Kaserne eine wehrhafte und aggressiv-beherrschende Wirkung im nördlichen Stadtbild. 

Vom Einzug am 30. April 1859 bis zum Kriegsende 1945 nutzten die Garnisonstruppen das Bauwerk.

Der sowjetischen Besatzungsmacht diente es für kurze Zeit als Internierungslager, danach - angesichts der Wohnungsnot - fast 50 Jahre als Wohnkomplex, anfangs überwiegend für Heimatvertriebene.

Nach 1990 begann durch die Stadtverwaltung die denkmalpflegerische  Sanierung und Umgestaltung zu modernen Bürokomplexen. Unter Beibehaltung des Namens "Jägerkaserne" beherbergt die Kaserne heute als zweites Rathaus die technischen Dienste.

Seit 1. August 2008 ist das Verwaltungsgebäude Jägerkaserne, Hugo-Keller-Straße 14 auch Sitz des neuen Landkreises Görlitz.

  

Adresse: Hugo-Keller-Straße 14, 02826 Görlitz