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Die Görlitzer Portale
Die Görlitzer Portale der Spätgotik, der Renaissance aber auch des Barock sind in den feinen schlesischen Sandstein gehauene Bauplastiken von herausragenden baukünst-lerischen Wert und decken in ihrer Palette die Architekturentwicklung vom ausgehenden 15. Bis zum Ende des 18. Jahrhundert fast vollständig ab. In jüngerer Zeit sind an einigen Fassaden die (zugehörigen) Putzstrukturen der Renaissance wiederhergestellt worden; mittel - bis dunkelgrau gefärbte, feine Spritzputze, zum Teil mit aufgesetzter Quader-fugierung, die für die vielfach stark farbigen Akzente an den Portalen und Fenster-gewändern einen vornehm zurückhaltenden Fond bilden. Diese Putzform in Verbindung mit der Gestaltung sandsteinähnlicher Fenstergewänder in Sgraffitotechnik findet sich auch hofseitig. Bemerkenswert ist die Ausbildung einer plastischen "Innenfassade", was den Hallen, Sälen oder Dielen einiger Häuser einen besonderen Wert verleiht. Der im Barock schwächer werdenden wirtschaftlichen und gestalterischen Kraft sind die mehrfach vorhandenen Mischfassaden geschuldet, hier werden Renaissancefenstergewänder und andere Bauglieder in die "neue" Gestaltung einbezogen. Das 19. Jahrhundert hat vielfach nicht nur die Fassaden vereinfacht, vor allem wurden die Erdgeschosse durch Laden-einbauten (Teilung der Eingangshalle) geöffnet und die Erschließung geändert. Anbauten, Einbauten, die aufkommende Haustechnik und die Zergliederung großer Räume und Säle hat den Hallenhäusern ihre Großzügigkeit und Pracht genommen. Bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Hausanlagen vor allem ein Ereignis denkmalpflegerischer Bemühungen der letzten Jahrzehnte.