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Die Bohlenstuben
Eine besondere Bauform wurde in den letzten Jahren entdeckt:
In einigen Hallenhäusern (Untermarkt 5, 1. OG Saal, rechte Seitenwand, Peterstraße 7, 1. OG Saal, alle Wandflächen) wurden die Überreste sogenannter Bohlenstuben erkannt. In dem saalartigen Raum, der unverputzte Bruchsteinwände hatte, wurden blockhausartige aus 70 - 100 mm starken und oftmals über 600 mm hohen Holzbohlen Wände aufgeführt. Der Hohlraum zwischen Mauerwerk und Holzwand wurde mit einem groben Weißkalkmörtel verfüllt. Decken und Fußböden waren wohl ebenfalls aus Holz (Vergleich: Lutherstube auf der Wartburg). Diese Form der Innenraumgestaltung zeigt ein neues Bild der Wohnkultur in diesen Häusern. Es ist noch zu untersuchen, zu welcher Stilepoche die Bohlenstuben zu rechnen sind. Ausgehen kann man wohl von einer Nutzung dieser Bauform bis in die Gotik.
In direktem Zusammenhang zum Saal und zur Treppenhalle steht die Hauskapelle, ein geschlossen wirkender und durch besondere Gewölbekonstruktionen (Böhmische Kappen, Fischblasengewölbe) sowie farbige Wandgestaltungen hervorgehobener Raum , der normalerweise nur gekrönten Häuptern vorbehalten, vom Anspruch der Görlitzer Geschlechter zeugt.