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Die Steinerne Chronik aus fünf Jahrhunderten

Brüderstraße
Marienplatz

Wer Görlitz besucht, wird augenblicklich zum Zeitreisenden. Denn auf wenigen Hundert Metern lassen sich hier Schätze aus mehr als einem halben Jahrtausend europäischer Architekturgeschichte entdecken. Mit Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barocks und des Jugendstils gilt Görlitz heute als städtebauliches Gesamtkunstwerk. Dabei kommt der Stadt zugute, dass sie im Zweiten Weltkrieg komplett erhalten blieb. Insbesondere die Häuser in der Altstadt faszinieren mit ihren reich verzierten Fassaden, kunstvollen Gewölben und bemalten Decken aus den verschiedenen Epochen. Nirgends in Deutschland finden Sie eine solche Dichte aufwendig restaurierter Baudenkmäler wie in der Stadt an der Neiße.

Zu den markantesten Gebäuden der Stadt zählt zweifellos das Rathaus, dessen älteste Teile aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammen. Berühmt ist die 1537/38 erbaute Rathaustreppe, die Wendel Rosskopf, einer der bekanntesten Görlitzer Baumeister, schuf. Auch die zwei bis heute erhaltenen Zifferblätter der Stundenuhr am Rathausturm aus dem Jahre 1524 verdienen Beachtung. Für die Stadt typisch sind die Görlitzer Hallenhäuser. Ihre imposanten Kreuzgewölbe, die sich über die gesamte Breite der Eingangshallen erstrecken, boten ganzen Pferdefuhrwerken Platz. Hier stapelten die Kaufleute einst ihr Tuch. 35
dieser außergewöhnlichen Bauwerke mit Elementen der späten Gotik und der Renaissance sind in der Görlitzer Altstadt erhalten geblieben. So zum Beispiel das Biblische Haus in der Neißstraße. Seine pittoreske Fassade stellt Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament dar. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Gebäude mit der Nummer 30. Hinter seinem imposanten Barockportal ist eine der ältesten Bibliotheken Sachsens, die Oberlausitzische
Bibliothek der Wissenschaften, beheimatet.