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Der Renaissancesaal
Der wichtigste meist besonders gestaltete Zugang (steinerner oder farbiger Türstock) von der Treppenhalle aus, führt im 1. Obergeschoss zentral ein einem hohen saalartigen Raum - den Renaissancesaal - optisch quadratisch angelegt (bis 8m x 8m), mittig erschlossen, auf der Gegenseite mit 3 Fensterachsen versehen, deren Sitznischen und gestaltete Fensterpfeiler manchmal thronartig anmuten.
Die prächtigen Holzbalkendecken (quer spannend mit (1) - 2 Unterzügen) sind fast immer profiliert und farbig gestaltet, Kassettierung, floraler Schmuck, sind Kennzeichen der Renaissance, Marmorierung und Arkantuisformen, die des frühen Barock. Umlaufende Begleiter, Girlanden oder Friese bilden den Übergang zu aufwendig gestalteten Wandflächen in die Haus - oder Familienwappen eingebunden sind. Überhaupt ist die bildhaft Darstellung des Hausherren, auch der Hausherrin, in Verbindung mit dem in ein Wappenschild gestellten Hauszeichen häufig anzutreffen. Die Wände in der Säle werden in der Regel mit ornamentalen Schmuck bemalt, der oft stilisiere Pflanzen darstellt. Mit Inschriften wurde ebenfalls gearbeitet. Auch gemalte, teilweise über 1,50 m hohe Paneele mit Kasettierung und ornamentierten ebenfalls gemalten Füllungen sind zu finden, wie auch 30 - 70 cm hohe gemalte Sockel in unterschiedlichsten Farbtönen, teilweise marmoriert und oft mit einem oder mehreren Abschlussstrichen versehen. Wohl immer zum Programm des Renaissancesaale gehören große Sitznischen an den Längswänden, nach ihrer Lage unterschieden in Sommer - und Winternischen. Die Sommernische ist den Fenstern, der Abendsonne, zugeordnet, die Winternische der Innenwand und dem Kamin bzw. dem von der schwarzen Küche beschickten "Hinterladerofen". Wie die Fensterlaibungen und die Bögen im Bereich der Hallen, sind auch die Sitznischen gefasst und farbig gefasst. Typisch weiterhin für den Saal ist die Anordnung eines Aquamanils (Handwaschbecken) neben der Eingangstür, dem Portal. In Sandstein gefertigt, ist es reich verziert, aber auch einfacherer Ausformungen als geputzt Wandnische mit einem einfachen Sandsteinbecken sind erhalten. In der Regel findet sich auf der anderen Seite neben dem Eingang ein oft schön gestalteter Wandschrank, der zur Aufbewahrung besonderen Geschirrs und besonderer Gefäße diente.
Die besonders prächtige und festliche Ausstattung des Renaissancesaales weist darauf hin, dass dieser das Herzstück des Hauses ist und die zentralen, öffentlichen wie privaten Funktionen des Lebens aufnahm, im heutigen Sinn sowohl Wohnraum wie auch Geschäftsraum und Festsaal war.