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Johann-Wolfgang-Goethe-Denkmal


Postkarte um 1900
Ansicht um 1905

Betrachtet man die Anlage heute, erinnert wenig an einen Brunnen, das Becken wurde entfernt, ebenso das wasserspeiende stilisierte "Maul". Dennoch zeugt sie, wie der 1904/05 geschaffene, gleichfalls nicht mehr betriebene Raupachbrunnen Zittauer Straße, vom Wandel in der Kunst von protzig-überladener Gestaltung zu klaren, weichen Formen und Linien.   

Der Brunnen wurde am 5. Juni 1902 eingeweiht. Entworfen hat ihn der Görlitzer Baugewerkschullehrer Hugo Behr, die Portraitbüste schuf der Bildhauer Prof. Johannes Pfuhl (1846 - 1914), der auch die Figur des Jakob Böhme auf dem gleichnamigen Brunnen gestaltete.

Die bronzene Portraitbüste und der in Manier des beginnenden Jugendstils gefertigte ebenfalls bronzene Fries um die Stele wurden 1942 der Rüstungsindustrie geopfert.

Nach dem Krieg schuf der Görlitzer Bildhauer Willy Ullrich nach dem Vorbild eines Werkes von Daniel Christian Rauch eine Büste in Sandstein, die zu Goethes 200. Geburtstag am 28. 8. 1949 aufgesetzt wurde.

Die Goethestraße gehörte zum sog. "besseren Viertel"; die großen alten Villen entstanden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und hatten parkartige Freiflächen, die vornehmlich seit 1990 mit Wohnanlagen bebaut wurden.

Die großzügig gestaltete Straße ist mit einem breiten grünen Mittelstreifen, beidseitig mit Linden bestanden, angelegt. Das verleiht ihr einen besonderen, repräsentativen Charakter.

Beachtung verdient der schmiedeeiserne Zaun der ehem. Fachschule für Binnenhandel, Haus Nr. 5.

Die Jugendherberge am Ende der Goethestraße Richtung Zittauer Straße, Haus Nr. 17, ist die schönste Görlitzer Jugendstil-Villa, erbaut 1909 für den Eisenhändler Martin Ephraim. Ein Blick auf das im Original erhaltene Interieur ist lohnend!