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Die Europastadt Görlitz/Zgorzelec stellt sich vor

Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, ist die Geburtsstätte vieler grenzüberschreitender Kontakte zwischen Deutschland und Polen.
Ein Beispiel ist die Verabschiedung der "Gemeinsamen Erklärung über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien". Der sächsische Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf und der Marshall der Woiwodschaft Niederschlesien, Prof. Jan Waszkiewicz, unterzeichneten diese Erklärung am 17. September 1999 im Görlitzer Rathaus.
"Der Weg nach Europa führt über Sachsen", formulierte Biedenkopf damals. Dabei ist Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, eine wichtige Station. Hier fand im April 1991 die erste Sitzung der deutsch-polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit statt. Hier trafen sich mehrfach Minister beider Länder zu Informationsgesprächen und hier war im Dezember 1992 die Geburtsstunde des deutsch-polnischen Jugendwerkes. Das erste Treffen zwischen dem polnischen Außenminister und den Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer fand im Oktober 1995 ebenfalls in Görlitz statt. Im Oktober 1996 fand der 1. deutsch-polnische Städtepartnerschaftskongress, organisiert vom Rat der Gemeinden und Regionen Europas und dem polnischen Städtebund, in Görlitz und Zgorzelec statt. Im Januar 1997 wurde in Görlitz das Zusatzprotokoll zu dem 1995 geschlossenen Regierungsabkommen zwischen Deutschland und Polen über die polizeiliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Mit der Proklamation der Europastadt am 5. Mai 1998 hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen eine neue Qualität erreicht. Sie ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der gesamteuropäischen Integration.
Seitdem präsentieren sich die deutsche Stadt Görlitz und die polnische Stadt Zgorzelec bei vielen Gelegenheiten gemeinsam. So gab es die bisher größte Werbeaktion der Region "Die Lausitz rollt an", die zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1999 in Wiesbaden organisiert wurde. Besondere Beachtung fand die Präsentation der Europastadt bei der feierlichen Eröffnung der sächsischen Landesvertretung in Berlin am 29.November 2000.Ein weiterer Höhepunkt in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit stellte die gemeinsame Präsentation der Europastadt in der polnischen Botschaft in Brüssel am 27. Februar 2001 dar. Sehr große internationale Beachtung erfuhr der gemeinsame Auftritt vom Oberbürgermeister Karbaum und Bürgermeister Fiedorowicz auf der Beratung des Ausschusses der Regionen mit der Generaldirektion Regionenpolitik bei der EU am 13. und 14. September 2001 in Maastricht.
Ein weiteres Beispiel für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist die Absichtserklärung zum gemeinsamen Stadtmarketing, die am 5. Mai 2000 im Görlitzer Rathaus verabschiedet wurde. In der gemeinsamen Stadtratssitzung am 11. Mai 2001 im polnischen Zgorzelec fassten die Stadträte den Beschluss zur Erarbeitung eines gemeinsamen Leitbildes, mit dem sich die Europastadt Görlitz/Zgorzelec am Ideenwettbewerb "Stadt 2030" beteiligt. Für die Bewerbung der Stadt Görlitz um die Kulturhauptstadt Europas 2010 hat der Stadtrat von Zgorzelec seine Zustimmung erteilt.
"Brückenbauen" ist ein gemeinsames Motto. Ein Beispiel dafür ist die Verleihung des Brückepreises Görlitz, der seit 1993 von der Stadt Görlitz und dem Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen gestiftet wird. Geehrt werden damit Persönlichkeiten, die sich mit besonderem persönlichen Einsatz für die Verständigung zwischen den Völkern Ost- und Westeuropas einsetzen. Er steht symbolisch für die geographische Lage und politische Funktion der Europastadt Görlitz/Zgorzelec im zusammenwachsenden Europa. Nach Gräfin Dönhoff (Deutschland), Adam Michnik (Polen), Jiri GruÅ¡a (Tschechien), Freya von Moltke (Deutschland) wurde der Preis im Jahr 2000 an den jüdischen Schriftsteller Arno Lustiger verliehen.
Im Jahre 2001 erfolgte eine Satzungsänderung. Danach nennt sich der Brückepreis
"Internationaler Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec".
Am 26. Oktober 2001 erhielt der Prager Erzbischof, Miroslaw Kardinal Vlk, als erster den Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec.
Im Jahr 2002 wurde der ehemalige polnische Außenminister Wladislaw Bartoszewski mit dem Preis geehrt.
Am 13. September 2002 erhielt die Stadt Görlitz neben der Stadt Münster den Preis des Botschafters der Republik Polen für die beste deutsch-polnische Städtepartnerschaft. Mit dieser Auszeichnung wird die vorbildliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec gewürdigt.
Am 26. Juni 2003 wurde die Stadt Görlitz vom Europäischen Parlament in Straßburg mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Die Ehrung ist eine Würdigung für die bestehende enge Zusammenarbeit mit der polnischen Partner- und Zwillingsstadt Zgorzelec.
Anlässlich der Einweihung der Altstadtbrücke am 20. Oktober 2004 wurde die Europastadt Görlitz/Zgorzelec mit der Silbermedaille der Stiftung Merite Europeen ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wurden die intensiven Initiativen der Europastadt um die deutsch-polnische Freundschaft durch die luxemburgische Fondation Merite Europeen gewürdigt. Gleichzeitig wurde an diesem Tag auch die Ehrenfahne des Europarates an die Europastadt verliehen. Durch den Vorsitzenden des Unterausschusses für den Europapreis wurden so die geleisteten Aktionen im Sinne der europäischen Verständigung und Einheit anerkannt.