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Barocke Eleganz und Wissenschaft der Aufklärungszeit - Neueröffnung Barockhaus Neißstraße 30 am 30. Juli 2011

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten öffnet das Barockhaus Neißstraße 30 wieder seine Türen für die Besucher. Damit ist ein weiteres Partnermuseum der 3. Sächsischen Landesausstellung nun ebenfalls zugänglich und kann bis 31. Oktober mit dem Ticket der via-regia-Ausstellung besucht werden. Die Stadt und das Museum feiern die Wiedereröffnung am 29. Juli 2011 ab 18:30 Uhr mit einem Fest im Hof des Barockhauses, zu dem Interessenten herzlich eingeladen sind. Neben der Möglichkeit, das Haus und die Ausstellungen im neuen Glanz zu besichtigen, bietet sich auch die Gelegenheit, bei einem Glas Wein und guter Musik mit den Museumsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen oder im neuen Museumsshop ein Andenken zu erstehen.Es hat sich viel getan in diesem prächtigen Haus, das 1729 der Damast- und Leinwandgroßhändler Johann Christian Ameiß mit seiner Familie in der Neißstraße an der via regia bezog. Die Besucher können in den neu gestalteten Ausstellungen Altbekanntes sehen, aber auch viel Neues entdecken. In die erste Etage zieht wieder die historische Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften mit ihrem wertvollen Buchbestand ein. Der restaurierte, weit über die Grenzen der Oberlausitz bekannte Bibliothekssaal gehört mit seinen markanten "Triumphbögen des Wissens" zu den schönsten Bibliotheksräumen Deutschlands. Die Arbeitsräume und der moderne Lesesaal der Bibliothek werden ab Ende 2012 im sanierten Gebäude Handwerk 2 für die Leser nutzbar sein. Erstmalig erhalten die Besucher auch Einblicke in die Milichsche Bibliothek, die den Grundstock der ersten öffentlichen Bibliothek in Görlitz bildete. Die zweite Etage widmet sich ganz den Sammlungen und der Arbeit der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, die hier ab 1804 residierte. Originale Möbelstücke, wertvolle Gemälde und einzigartige, wissenschaftliche Sammlungen wurden in speziellen Kabinetten so inszeniert, wie sie dort auch schon vor 200 Jahren aufbewahrt worden sein könnten. Ein Physikalisches Kabinett, ein Literatur- und Musikkabinett sowie Altertümer- und Naturalienkabinette spiegeln die unterschiedlichen Forschungsinteressen der Gesellschaftsmitglieder wider. Viele der wertvollen Objekte konnten dank der großzügigen Förderung durch die Kulturstiftungen der Länder und des Bundes sowie der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen restauriert werden. Einzigartig ist das Physikalische Kabinett des Adolf Traugott von Gersdorf, eines der bedeutendsten Mitbegründer der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Gersdorf experimentierte intensiv mit Elektrizität. Besonders eindrucksvoll ist seine große Scheibenelektrisiermaschine, die er 1792 in Amsterdam beim damals führenden Konstrukteur Cornelis van Wieckera bestellte und sich in die Oberlausitz bringen ließ. Sie gehört zu den letzten Elektrisiermaschinen ihrer Art weltweit. Andere Mitglieder der Gelehrtenvereinigung interessierten sich für Altertumskunde. In einem Raum des Altertümerkabinetts können Sammlungen aus Griechenland, Rom und Ägypten besichtigt werden. Aber auch einheimische Ausgrabungsfunde sind ausgestellt.Darüber hinaus waren die Naturgeschichte der Oberlausitz und angrenzender Regionen, Medizin, Sprache und Volkskunde Felder, auf denen die Mitglieder der Gesellschaft forschten. Die Ergebnisse sind in Topographischen Kabinetten zu sehen. Gersdorfs Mineraliensammlung z. B gehört heute zu den ältesten und bedeutendsten historischen Sammlungen in Deutschland.Doch nicht nur die Natur und die Geschichte faszinierten die Mitglieder der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Zu einer universalen Bildung zählte auch die Kunst. So ist es nicht verwunderlich, dass eine umfangreiche Sammlung von Werken schlesischer und oberlausitzer Künstler zum Besitz der Gesellschaft gehört. Bedeutende Landschafts- und Porträtmalereien sowie grafische Werke der Aufklärungszeit und Romantik ergänzen die Schau. Nicht nur die Ausstellungen haben ein neues Gesicht bekommen, auch das Haus ist besucherfreundlicher geworden. Ein Aufzug ermöglicht den Zugang zu den oberen Etagen. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen und Betrachten ein. Für Kinder soll der Museumsbesuch ebenfalls attraktiver werden. Inspiriert von der Arbeit der Mitglieder der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, lädt eine Mitmach-Strecke zu einfachen Experimenten ein. Das neu gestaltete Barockhaus Neißstraße 30 wird sicher wieder zu einem attraktiven Ort in Görlitz werden.

Beauftragte Planungsbüros
Für die Gebäudeplanung und die Belange des Denkmalschutzes zeichnet das Architekturbüro Milde + Möser aus Pirna verantwortlich, mit der Tragwerksplanung ist das Ingenieurbüro Eichler aus Görlitz beauftragt. Die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallation plant und realisiert das Büro Bernardi Ingenieure aus Görlitz, den Bereich Elektro/Daten/Sicherheit das Büro Teamplan aus Dresden.
Sonderfachbereiche, wie z. B. für den Bereich Bauklimatik und Schallschutz, werden durch das Büro Architektur und Bauklimatik  Dr. Cora Pischke aus Dresden begleitet.

Kosten 1. und 2. Bauabschnitt
Die Gesamtkosten betrugen ca. 8,57 Millionen Euro. Die erforderlichen 2,2 Millionen Eigenmittel finanzierte die Stadt aus dem Neißefonds sowie der Anschubfinanzierung zur Kreisgebietsreform. Die Fördermittel kommen aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz".

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