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Stadtpark
Die Stadt Görlitz pflanzte schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts vor den Stadttoren Alleen, welche die wichtigsten Wege begleiteten. Ein kleines Tor, das Webertor oder "Die Pforte" war der Ausgang nach Süden. Von da aus wurde von 1829 bis 1933 die "Promenade" angelegt, sie führte vierreihig zwischen der öffentlichen Viehweide und großen, teils prächtigen Privatgärten reicher Görlitzer vom Ende der heutigen Curiestraße zunächst nach dem Tivoli und weiter auf die Obermühlberge bis zum Blockhaus. Zwischen dieser Promenade und der Neiße begann man vor 1830 mit der Anlage eines Parks. 1834 datiert der erste uns bekannte Plan von einem Görlitzer "Kunstgärtner". Der Königliche General-Gartendirektor Peter Josef Lenné besuchte auf Bitten des Magistrats im Mai 1855 Görlitz und gab in seinem Schreiben vom 10. Oktober 1855 Hinweise zur Änderung einiger Parksituationen. Der Plan, den Lenné dafür anfertigte, ist leider nicht mehr auffindbar.
Die Umsetzung der Lennéschen Ideen scheiterte seinerzeit am fehlenden Geld. So wurde je nach verfügbaren finanziellen Mitteln in Abschnitten über Jahre weitergebaut, und es zeugt vom Sachverstand der damaligen Görlitzer Entscheidungsträger, dass ein harmonisches Ganzes entstand, welches uns als Landschaftspark mit reichem Bestand an Laub- und Nadelgehölzen und großen Rasenflächen bis heute erhalten blieb.
Dem jeweiligen Zeitgeschmack, den wechselnden Bedürfnissen der Besucher und des Verkehrs entsprechend änderten sich die dekorativen und funktionalen Elemente des Parks häufig, seine Grundstruktur mit den Wegen, dem Spielplatz, Denkmalen, Rasen- und Gehölzflächen, hat jedoch bis heute Bestand.
Nahe der Stadthalle findet man den Meridianstein, er wurde 1961 zum Gedenken an den ersten Menschen im All, Juri Gagarin, errichtet und kennzeichnet den Verlauf des 15. Längengrades, nach dem die mitteleuropäische Zeitzone sich richtet.
Die Rosenterrasse, erstmals 1910 angelegt nach einem Plan des Gartendirektors Schneider, etwa 1962 neu gestaltet von Henry Kraft und 1995 erneuert, bildet eine schöne Eingangssituation von Osten in den Park .
Oberhalb der Rosenterrasse steht das Parkhäuschen, 1845 als Wohnung für den Parkgärtner erbaut, später Sitz der Parkverwaltung.
Bei einem Schachspiel an der Parkschach-Fläche können die Besucher sich entspannen und die Ruhe unter alten Bäumen, einige sind dendrologische Kostbarkeiten, genießen.
Das sog. "Kugeldenkmal" ist eine Gedenkstätte für die 1813 in Görlitz in Lazaretten an Typhus gestorbenen Soldaten. Zeitnahen Berichten zufolge soll es sich vorrangig um Franzosen und unter russischem Befehl stehende königlich bayerische Soldaten gehandelt haben, die dort auf der damaligen Viehweide begraben wurden.
Eine Replik der in Berlin aufgestellten Büste Wilhelm Humboldts von Daniel Christian Rauch steht an dem Platz mit dem Wasserbecken und der Brunnenplastik "Fischende Knaben".
Nahe des Goldfischteiches ist die Kalksteinplastik des Künstlers Prof. Richard Engelmann "Die Verzweiflung", auch "Sterbender Krieger" genannt, zu finden. Richard Engelmann schuf das Werk 1909, es ist ein Geschenk des Grafen von Hochberg an die Stadt Görlitz.
Einen Spielplatz im Park muss es bereits 1852 gegeben haben, denn in den damaligen Akten wird die Errichtung einer Unterstellhalle dort behandelt. Die heutige Ausstattung des wohl beliebtesten Spielplatzes von Görlitz übernahm die Firma Bergmann, Zentendorf.


