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Schellergrund

Vom Stadtpark durch die Weinbergsanlagen über die Friedenshöhe gelangt man östlich der Bahnlinie Görlitz-Zittau zu einem kleinen Park, dem Schellergrund.

Der Schellergrund ist der Rest eines breiten, nicht mehr erkennbaren Tales zur Neiße hin. Umfangreiche Aufschüttungen waren nötig, um die Eisenbahnlinie Görlitz-Zittau-Reichenberg (Liberec) einrichten zu können. Sie war 1862 schon geplant und ist seit 1875 in Betrieb. Die Aktienbrauerei produzierte erstmalig im Jahre 1871; ein großer Teil ihrer Gebäude steht auf geschüttetem Boden, ebenso die Straße "An der Landskronbrauerei".

Es mochte im Interesse sowohl der Brauerei als auch der Stadt Görlitz gewesen sein, das Tal nicht ganz mit Schutt und Müll aufzufüllen: Eine gepflegte Grünanlage in unmittelbarer Nähe sollte den geschmackvollen Industriebau noch aufwerten, auch würden sich die geplanten Wohngrundstücke an einem Park besser vermarkten lassen als an einer Schuttgrube. Doch die noch lange währenden Erdbewegungen an den Dämmen verzögerten die Fertigstellung der Anlage.

Besonders Direktor Theodor Scheller, der bis 1928 die Aktienbrauerei führte, aber auch sein Sohn Walter, beförderten den Plan durch die Stiftung größerer Geldsummen für die Anschaffung von Gehölzen und Mobilar.

1930/31 wurde das Gelände an der Aktienbrauerei nach einem Plan des Gartendirektors Diekmann umgestaltet und erweitert, und seit 1932 spricht man in Görlitz vom "Schellergrund".

Dieser kleine Park besteht aus mehr und weniger stark geneigten bewachsenen Hängen, Wiesenflächen und einem Rondell mit einer Freitreppe an der tiefsten Stelle. Um die Freitreppe befindet sich alter Rhododendronbestand. Der steile Hang zur Straße hin war ursprünglich mit Krüppelkiefern bestanden, bei der Erneuerung im Jahre 2003 wurden diese ersetzt durch Cotoneaster und eingestreute Eiben. Auf halber Höhe führt ein Weg um die Schlucht und bindet das Wohngebiet Martin-Opitz-Straße an. Dort befindet sich seit den dreißiger Jahren um eine Wiese gruppiert ein Sortiment Sommerazaleen, das alljährlich zur Blütezeit besonders viele Besucher anzieht.

Der Schellergrund mit seinen alten Bäumen, den mageren Wiesen und verwilderten Parkteilen beherbergt eine Vielzahl von geschützten Vogelarten.

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