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Marienplatz

Der Marienplatz ist der zentrale Platz in Görlitz. Er befindet sich an der Schnittstelle von historischer Altstadt und gründerzeitlicher Innenstadt. Auf drei Seiten wird er von stadtbildprägenden Gebäuden eingefasst. Auf der Nordseite markiert der Frauenturm ("Dicker Turm") den Zugang zur Altstadt. Das dazugehörige Frauentor und die sich anschließende Stadtmauer wurden im 19. Jahrhundert geschliffen. Die Südseite der Platzfläche wird durch das im Jugendstil erbaute Warenhaus Hertie geprägt. Es ist mit seiner lichtdurchfluteten großen Halle einmalig in Deutschland. In der Häuserzeile auf der Westseite des Marienplatzes ist das Staatliche Naturkundemuseum mit seiner schmuckvollen Fassade besonders markant.

Eine Neugestaltung des Marienplatzes, früher als Taubenmarkt bekannt, war spätestens seit  Ende der neunziger Jahre dringend notwendig geworden. Das auf ein ehemaliges Löschwasserbecken gebaute Wasserspiel verlor durch Undichtigkeiten große Mengen an Wasser. Die Aufteilung in Fahrbahnen und Platzflächen entsprach nicht mehr den Erfordernissen. Der Platz ließ insgesamt die gewünschte Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität vermissen.

Die Neugestaltung auf der Basis eines Entwurfs des Dresdener Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt wurde in den Jahren 2001/2002 realisiert. Der neue Marienplatz gliedert sich in drei Bereiche. Um den Dicken Turm herum ist dunkles Granitgroßpflaster versetzt. Dies bildet den Übergang zu den historischen Pflasterungen der Altstadt. Der mittlere Platzbereich ist mit großformatigen Platten aus hellem schlesischen Granit belegt. In ihm liegt mit dem "Wasserband" die Hauptattraktion der Platzfläche, eine begehbare und bespielbare Brunnenanlage, die auf den ehemaligen Stadtgraben Bezug nimmt (siehe "Wasserband Marienplatz"). Drei sogenannte "Blumenbecken" werden im Jahresverlauf mit wechselndem Blumenflor bepflanzt. Der südliche Platzbereich am Warenhaus Hertie wird durch das Baumdach aus acht kastenförmig geschnittenen Linden geprägt. Der Platzbelag ist hier eine dunkle wassergebundene Wegedecke, die angenehm zu begehen ist und den promenadenähnlichen Charakter unter den Linden verstärkt. Eigens für den Marienplatz entworfenes Sitzmobiliar rundet die Gestaltung ab und schafft Raum für Aufenthalt und Kommunikation.

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