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Görlitzer Ehrenbürger
2008 - Horst Wenzel

geb. 16.09.1927
gest. 28.09.2009
Jugendbuchautor, Pädagoge, Verfasser regionaler kulturhistorischen Werke, führender Vertreter der Evangelischen Kirche
Horst Wenzel wurde 16. August 1927 in Görlitz geboren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er in nur wenigen Monaten an der Lehrerbildungsanstalt zum damals dringend benötigten Neulehrer ausgebildet. Beruflicher Werdegang: Sein erster Einsatzort war die Schule 1 in der Schulstraße, an der er auch eine Zeit lang als Direktor tätig war. Ab 1957 unterrichtete er an der Annenschule in den Fächern Deutsch, Geographie und Astronomie bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden.
- Auszeichnung mit dem Titel eines Oberlehrers, später dem eines Studienrates.
- gehört zu den Wegbereitern der friedlichen Revolution 1989/90 und zu den prägenden Gestaltern in einem demokratischen Gemeinwesen.
Aus seiner Hingabe zu Görlitzer Denkmälern entstanden vielfältige Publikationen. Er bezog viele Autoren ein, unter anderem die Görlitzer Richard Jecht und Ernst-Heinz Lemper. Die Evangelische Kulturstiftung und verschiedene Gemeinderäte der Kirche veröffentlichten von ihm verfasste Schriften, z. B. "Die Görlitzer Frauenkirche 1998" "Die Annenkapelle 1994" ¨Ein Schatzkästlein in Görlitz Dreifaltigkeitskirche 1995 St. Nikolai zu Görlitz Gotteshaus und Kirchhof 1999/2000 ¨Georg Emmerich und das Heilige Grab in Görlitz 1994 ¨Görlitz im Sturm des Pönfalls 2007 ¨Weinhübel einst und jetzt, Posottendorf - Leschwitz 2007
Folgende Jugendbücher erschienen: ¨Der Schneider von Ulm 1970 ¨Die große Fahrt des Christoph Kolumbus 1966 ¨Karavellen für Magellan 1972 ¨Die beiden letztgenannten Titel wurden auch in der BRD und nach der Wiedervereinigung in den 90er Jahren neu verlegt.
In der Regionalausgabe der Wochenzeitung "Die Kirche" erschienen zahlreiche Beiträge zu Gemeindeveranstaltungen, Kulturgeschichte, Lyrik und Gedanken über Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens. Er begleitet den Redaktionskreis dieser Ausgabe.
In Veranstaltungen der Evangelischen Akademie, in Zusammenkünften der Kirchengemeinden und in der Kirchentagsarbeit der Evangelischen Kirche des Görlitzer Kirchengebietes trat er mit sachlich und rhetorisch überzeugenden Referaten hervor. Eng verbunden mit der Gemeinde der evangelischen Auferstehungskirche in Görlitz Weinhübel, wurde er über 40 Jahre lang wiederholt als stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrates gewählt und fungierte als Kirchenältester bis in jüngste Zeit.
Von seinem Lehrerkollegium wurde und wird Horst Wenzel hoch geachtet und verehrt. Ganze Generationen von Schülern schätzten seinen klar strukturierten, anschaulichen, humorvollen und begeisternden Unterricht verbunden mit einer freundlichen Lernatmosphäre. Neben seiner Bildungstätigkeit legte er sehr großen Wert auf die Erziehungsarbeit. Horst Wenzel stellte seine Gaben in den Dienst des Gemeinwohls und in die generationsübergreifende Bildungsarbeit.
Horst Wenzel wurde am 05.05.2008 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
2000 - Achim Exner

Oberbürgermeister a.D. der Partnerstadt Wiesbaden
Soforthilfe für Görlitz nach der politischen Wende;
große Verdienste um die Städtepartnerschaft Wiesbaden-Görlitz (Partnerschaftsvertrag 01.07.1990)
Achim Exner wurde am 1. Dezember 1944 in Breslau geboren. Er absolvierte von 1967 bis 1972 ein Studium der Volkswirtschaft und Politik-Wissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Dieses Studium schloss er mit dem Titel "Diplom-Volkswirt" erfolgreich ab.
Beruflicher und politischer Werdegang:
- 1972 bis 1982 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung
- ab 1973 Fraktionsvorsitzender
- ab 1975 Geschäftsführer der Fraktion
- 1982 bis 1985 Stadtrat für Soziales und Kliniken
- 1985 bis 1997 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden
- ab 1997 als freiberuflicher Journalist für verschiedene Zeitungen tätig
- seit 2001 Mitglied des Aufsichtsrates der Treff-Hotel-AG
- seit Oktober 2003 ist er ehrenamtlicher Manager des Volleyballclubs Wiesbaden.
- 2003 Gründung des "Blauen Salons" in Achims Rat-Haus
Achim Exner war zusammen mit Hildebrand Diehl am Zustandekommen und der aktiven Gestaltung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen Görlitz und Wiesbaden beteiligt. Von Anfang an haben Exner und Diehl der Stadt Görlitz eine Freundschaft entgegen gebracht, die man als einmalig bezeichnen kann. Um diese deutsch - deutsche Freundschaft hat Achim Exner sich nicht nur von "Amts wegen" verdient gemacht, sondern vor allem durch sein persönliches Engagement. Am 11.12.89 erfolgte die erste Reise nach Görlitz, um dringend benötigte Medikamente in das Görlitzer Klinikum zu bringen.
Vor Ort wurde ihnen schnell bewusst, das Hilfe an vielen Ecken von Görlitz nötig war. Noch auf der Rückreise wurde ein Soforthilfeprogramm mit einem Volumen von 1,2 Millionen Mark erarbeitet. Sie nutzten ihre persönlichen Kontakte, um Görlitz die finanzielle und materielle Hilfe in verschiedenen Bereichen zukommen zu lassen.
Durch ihr persönliches Engagement wurden 4,4 Millionen Mark aus dem städtischen Wiesbadener Haushalt bereitgestellt, um Görlitz zu unterstützen.
Achim Exner wurde am 02.10.2000 anlässlich des 10. Jahrestages der Deutschen Einheit für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
2000 - Hildebrand Diehl

Oberbürgermeister a.D. der Partnerstadt Wiesbaden
Soforthilfe für Görlitz nach der politischen Wende; große Verdienste um die Städtepartnerschaft Wiesbaden-Görlitz (Partnerschaftsvertrag 01.07.1990)
Hildebrand Diehl wurde am 2. Juli 1939 in Wiesbaden geboren.
Beruflicher und politischer Werdegang:
- Berufsausbildung zum Verlagsbuchhändler
- Meister mit handwerklicher und industrieller Meisterprüfung
- selbständiger Verlagsbuchbinder bis 1989
- Übergabe des Betriebes an den Sohn
- politische Arbeit, seit 1972 Mitglied des Stadtparlaments
- von 1977 bis 1989 Fraktionsvorsitzender der CDU
- ab 1989 Bürgermeister
- 1997 bis 2007 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden
- 01.07.2007 Eintritt in den Ruhestand
Hildebrand Diehl war zusammen mit Achim Exner am Zustandekommen und der aktiven Gestaltung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen Görlitz und Wiesbaden beteiligt. Von Anfang an haben Diehl und Exner der Stadt Görlitz eine Freundschaft entgegen gebracht, die man als einmalig bezeichnen kann. Um diese deutsch - deutsche Freundschaft hat Hildebrand Diehl sich nicht nur von "Amts wegen" verdient gemacht, sondern vor allem durch sein persönliches Engagement. Am 11.12.89 erfolgte die erste Reise nach Görlitz, um dringend benötigte Medikamente in das Görlitzer Klinikum zu bringen.
Vor Ort wurde ihnen schnell bewusst, das Hilfe an vielen Ecken von Görlitz nötig war. Noch auf der Rückreise wurde ein Soforthilfeprogramm mit einem Volumen von 1,2 Millionen Mark erarbeitet. Sie nutzten ihre persönlichen Kontakte, um Görlitz die finanzielle und materielle Hilfe in verschiedenen Bereichen zukommen zu lassen.
Durch ihr persönliches Engagement wurden 4,4 Millionen Mark aus dem städtischen Wiesbadener Haushalt bereitgestellt, um Görlitz zu unterstützen.
Hildebrand Diehl wurde am 02.10.2000 anlässlich des 10. Tages der Deutschen Einheit für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1999 - Prof. Wolfram Dunger

Langjähriger Direktor des Naturkundemuseums Görlitz;
entwickelte dieses zu einer international anerkannten Forschungseinrichtung;
Verdienste durch Forschungsarbeiten in Bergbaufolgelandschaften
Prof. Wolfram Dunger wurde am 9. Oktober 1929 in Zittau geboren. Von 1936 bis 1940 besuchte Prof. Wolfram Dunger die Volksschule Zittau. 1948 absolvierte er am Humanistischen Gymnasium Zittau das Abitur. Anschließend studierte er bis 1953 an der Universität Leipzig Biologie und Bodenkunde. Mit dem Abschluss der Habilitation an der TU Dresden 1968 erhielt er Lehraufträge für spezielle Zoologie an der Humboldt-Universität Berlin und 1990 lehrte er an der Universität Leipzig als Honorarprofessor für Ökologie.
Beruflicher Werdegang:
- 1953 bis 1958 Anstellung als wissenschaftlicher Assistent und Kustos am Zoologischen Institut und Museum der Karl-Marx-Universität Leipzig.
- 1958 Wechsel als wissenschaftlicher Redakteur an das Bibliographische Institut Leipzig.
- 1959 bis 1995 Direktor des Staatlichen Museums für Naturkunde in Görlitz.
Die heutige Zugehörigkeit des Görlitzer Museums zu den bedeutendsten und leistungsstärksten naturwissenschaftlichen Forschungsmuseen Deutschlands ist weitestgehend sein Verdienst. Prof. Wolfram Dunger ist außerdem Mitbegründer der Internationalen Symposien für Entomofaunistik Mitteleuropas; Initiator, Mitbegründer und Vorsitzender der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz; Veranstalter bedeutender wissenschaftlicher Tagungen und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Zeitschriften und Buchreihen.
Prof. Wolfram Dunger wurde am 10.12.1999 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1996 - Bernhard Huhn

Administrator der Apostolischen Administratur Görlitz (heute Bistum Görlitz)
Bischof em.
geb. 04.08.1921
gest. 14.09.2007
Bernhard Huhn wurde am 4. August 1921 in Liegnitz geboren. In Breslau absolvierte er sein Abitur. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft setzte er sein 1940 in Breslau begonnenes Theologiestudium in Königstein im Taunus und in Freiburg im Breisgau fort.
Beruflicher Werdegang:
- 1953 Priesterweihe in Neuzelle bei Frankfurt/Oder
- Anfang 1954 Kaplan in der Sankt-Jakobus-Gemeinde in Görlitz
- 1954 bis 1959 Diözesanjugendseelsorger
- 1959 Rektor des Katechetenseminars in Görlitz
- 1970 Generalvikar im damaligen Erzbischöflichen Amt Görlitz
- 1971 Ernennung zum Weihbischof durch Papst Paul VI. Weihe zum Bischof
- 1972 Apostolischer Administrator, nachdem der deutsche Teil des Bistums Breslau zur eigenständigen Einheit erklärt wurde
Bischof Bernhard Huhn hat sich Zeit seines Amtes (von 1971 bis 1994) und darüber hinaus für die Menschen vor Ort, die Verständigung mit den polnischen Nachbarn und soziale Belange eingesetzt. Als Bischof vertrat er Görlitz in der Öffentlichkeit und in der Weltkirche, wo er stets Ansehen und Achtung genoss.
Bischof em. Bernhard Huhn wurde am 10.12.1996 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1995 - Prof. Dr. Hans Nadler

setzte sich als Denkmalschützer für den Erhalt der historischen Bauten in Görlitz ein
geb. 01.10.1910
gest. 08.10.2005
Hans Nadler wurde 1910 in Dresden geboren. Von 1931 bis 1936 absolvierte er ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Dresden. Im Jahre 1941 promovierte Hans Nadler zum Dr. Ing.
Beruflicher Werdegang:
- 1945 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Landesamt für Denkmalpflege in Dresden
- 1949 Landeskonservator
- 1952 bis 1982 Chefkonservator
- Leiter der Arbeitsstelle Dresden des Institutes für Denkmalpflege, Initiator der
- Denkmalpflege-Gesetzgebung der DDR; Honorarprofessor für Denkmalpflege
- an der Technischen Universität Dresden und Mitbegründer der "Gesellschaft
- für Denkmalpflege" im Kulturbund der DDR
Auszeichnungen:
- Nationalpreis der DDR
- 1978 Europapreis für Denkmalpflege in Wien
- 1981 Kunstpreis der Stadt Görlitz
- 1982 Emeritierung
- 1985 Karl-Friedrich-Schinkel-Ring des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz
- 1993 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
Prof. Dr. Hans Nadler war ein hervorragender Sachverständiger auf dem Gebiet der Denkmalpflege. Durch ihn wurde Görlitz in den 50er Jahren zu einem europaweiten Beispiel für städtebauliche Denkmalpflege. Hans Nadler hatte großen Anteil an der Sanierung der Görlitzer Altstadt. Seine Beharrlichkeit, sein Optimismus und seine Freundlichkeit sowie sein fachliches Auftreten und seine Bürgernähe zeichneten ihn aus. Hans Nadler rettete in Dresden den Zwinger, die Frauenkirche, das Taschenbergpalais, die Hofkirche und die Semperoper vor dem Abriss und kämpfte für ihren Wiederaufbau.
Prof. Dr. Hans Nadler wurde zum Tag der Deutschen Einheit am 03.10.1995 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1995 - Prof. Dr. Gottfried Kiesow

Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Initiator des Görlitzer Fortbildungszentrums für Handwerk und Denkmalpflege
Organisator von Studienfahrten nach Görlitz
geb. 7.08.1931
gest. 7.11.2011
Von 1951 bis 1956 absolvierte er ein Studium für Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Göttingen. Er promovierte zum Dr. phil.
Beruflicher Werdegang:
- 1956 bis 1959 Mitwirkung bei der Inventarisierung der niedersächsischen Kulturdenkmale
- 1959 bis 1961 Aufgrund eines Forschungsauftrages in Florenz tätig
- 1961 bis 1963 Bezirkskonservator in Hannover
- 1963 bis 1966 Bezirkskonservator in Braunschweig.
- 1970 Honorarprofessor für Denkmalpflege an der Universität Frankfurt/M.
- 1985 Gründung der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz durch Prof. Kiesow
- Er ist Initiator und stellvertretender Vorsitzender dieser Stiftung.
- Herausgeber der Denkmalzeitschrift "Monumente".
- 1991 Vorsitzender der Expertengruppen "Städtebaulicher Denkmalschutz"
- Ehrenmitglied des Aktionskreises "Rettung der Stadt Görlitz"
- Seit 1994 Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Prof. Dr. Gottfried Kiesow wurde zum Tag der Deutschen Einheit am 03.10.1995 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
Schon zu DDR-Zeiten war Professor Kiesow unserer Stadt zugetan. Er war ein profunder Kenner der Stadt und ihrer einmaligen Baukultur.
Unmittelbar nach der Wende setzte er sich mit all seinem Fachwissen und seinen Möglichkeiten für die Rettung des baulichen Erbes in Görlitz ein. Zahlreiche Aktivitäten hat er dabei persönlich in die Hand genommen und die Wege für bedeutende Vorhaben in unserer Stadt geebnet. So konnte auf sein Bestreben hin in Görlitz das Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege etabliert werden. Die Ausbildung von Handwerksgesellen und Meistern zu Restauratoren im Handwerk nahm ihren Anfang. Bis zum heutigen Tag wird das Fortbildungszentrum auf Professor Kiesows Betreiben durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz geführt. Zahlreiche Handwerker, die hier die Fortbildung abschließen konnten, haben inzwischen bei der Sanierung und Restaurierung nicht nur der Görlitzer Denkmale ihr hier erworbenes Fachwissen einsetzen können. Ebenso ist die Gründung der Denkmalakademie im Görlitzer Fortbildungszentrum Gottfried Kiesows Verdienst, wie auch der Aufbau und die Betreibung der Jugendbauhütte Görlitz, in der junge Menschen ein freiwilliges Jahr im Denkmalbereich arbeiten können, sich spezielle Erkenntnisse aneignen und in vielen Fällen auch ihren Berufswunsch finden. Einen weiteren Baustein fügt Professor Kiesow in die Görlitzer Stadtentwicklung mit seinem Einsatz für die Gründung des Kompetenzzentrums für revitalisierenden Städtebau, dessen Professur die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanzierte. Die Gebäude Karpfengrund 1, Krebsgasse 7 und das Waidhaus wurden damit vor dem Verfall bewahrt und erhielten eine neue sinnvolle Nutzung.
Viele große und kleine Denkmale in Görlitz konnten mit Hilfe und dank des Einflusses von Professor Kiesow gerettet und saniert werden. An zahlreichen Gebäuden kann man heute die bronzenen Plaketten sehen, die darauf aufmerksam machen, dass an diesen Objekten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mitgeholfen hat. Die Grabmale und Grufthäuser des Nikolaifriedhofes, die Peters- und die Frauenkirche, das Theater und das Heilige Grab sind nur wenige Beispiele für das Wirken Professor Kiesows in unserer Stadt. Zu Recht und folgerichtig wurde er dafür 1995 zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt.
Zu allen Gelegenheiten und bei den unterschiedlichsten Anlässen lobte er die Unvergleichlichkeit unserer Stadt und machte dabei deutschlandweit auf den Denkmalbestand von Görlitz und auf die Sanierungserfolge sowie die hohe Restaurierungsqualität in unserer Stadt aufmerksam.
Seine Reisen mit Spendern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz führten ihn Jahr für Jahr viele Male nach Görlitz und so gewann er zahlreiche Denkmalliebhaber für unsere Stadt. Einen erheblichen Anteil an Imagegewinn hat Görlitz damit dem Wirken von Gottfried Kiesow zu verdanken. Der Ausspruch: „Görlitz ist die schönste Stadt Deutschlands“ stammt von ihm, und dieser Ausspruch adelt unsere Stadt nicht nur in besonderer Weise, sondern sollte uns Ansporn sein, bei der Bewahrung des uns anvertrauten Kulturgutes Gottfried Kiesows Vermächtnis lebendig zu halten.
Er überzeugte Denkmaleigentümer, Spender und Politiker in unvergleichlicher Weise, dass Denkmalbesitz nicht Last bedeuten muss, sondern ein besonderer Gewinn für das Ansehen und die Wirtschaftsentwicklung einer Stadt, wie Görlitz, darstellen kann, wenn die Verantwortungsträger mit dem kulturellen Erbe gewissenhaft umgehen.
In einer öffentlichen Veranstaltung im August 2011, in der Professor Kiesow wiederholt für Görlitz das Wort ergriff - in der Auftaktveranstaltung zur Bewerbung der Stadt um den Welterbetitel - sagte Gottfried Kiesow: „Görlitz ist bereits Welterbe, es fehlt nur noch die offizielle Eintragung in die Liste.“ Er begeisterte damit nicht nur die Görlitzer, sondern es gelang ihm mit seiner Rede auch, den sächsischen Innenminister von der Ernsthaftigkeit zu überzeugen, mit der Görlitz dieses Ziel anstrebt. Die Bürger der Stadt, die politischen Verantwortungsträger und die Verwaltungen können Professor Dr. Gottfried Kiesow wohl am besten ehren, wenn sie gemeinsam dazu beitragen, diesen Welterbetitel, den er schon viele Jahre für Görlitz erhofft und erwünscht hat, zu erringen.
1993 - Hans-Joachim Fränkel

Bischof der Evangelischen Kirche des Görlitzer Kirchengebietes
geb. 31.08.1909
gest. 21.12.1996
Hans-Joachim Fränkel wurde am 31. August 1909 in Liegnitz geboren. Nach seinem Abitur studierte er Theologie in Breslau und Tübingen. Von 1933 bis 1940 war er als Pfarrer und Vikar der Bekennenden Kirche tätig. Zeit seines Lebens und Wirkens trat er gegen jegliche Einmischung des Staates in kirchliche Angelegenheiten und die Gleichschaltung mit dem staatlichen System auf. Diese Haltung führte zu mehreren Verhaftungen und Vernehmungen sowie zu einem Sondergerichtsverfahren.
1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen jedoch nach einer Verwundung 1943 wieder entlassen.
Beruflicher Werdegang:
- 1943 bis 1945 Pfarrer in der Trinitatisgemeinde Breslau tätig
- ab Dezember 1946 nach Ausweisung neuer Amtssitz in Görlitz
- 1952 Oberkonsistorialrat
- 1964 Bischofsweihe
- bis zu seiner Pensionierung 1979 Bischof in Görlitz
- 1965 Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
Bischof Hans-Joachim Fränkel wurde am 15.05.1993 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1992 - Else Levi-Mühsam

Tochter des Rechtsanwalts und Schriftstellers Paul Mühsam;
um dessen Werk sie sich verdient machte
geb. 08.05.1910
gest. 03.06.2004
Else Levi-Mühsam wurde am 08.Mai 1910 in Görlitz geboren. An der Universität Genf studierte sie die Fächer Literatur, Philosophie, Französisch und Völkerrecht.
Beruflicher Werdegang:
- 1931 Beginn ihrer beruflichen Laufbahn bei einem Wirtschaftsjournalisten in Berlin. Durch die nationalsozialistische Judenverfolgung wurde die Familie Mühsam aus Görlitz vertrieben
- 1933 Emigration nach Palästina. In Jerusalem vollzog sich über drei Jahrzehnte die wichtigste Phase ihres Lebens
- 1937 erhielt sie ihre erste feste Anstellung bei dem Gründer des "Weltzentrums für jüdische Musik", Dr. Salli Levi, den sie später heiratet.
- 1939 bis 1948 Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie bis zum Abzug der Engländer und zur Ausrufung des Staates Israel im Jahre 1948 in den obersten Justizbüros der britischen Militärverwaltung.
- Bis zur Pensionierung war sie in den folgenden Jahren bei der Jewish Agency in der Spezialabteilung für die berufliche Integration der akademischen Eliten aus dem Ausland tätig.
- 1965 lebte Else Levi-Mühsam wieder in Deutschland, zunächst in Bayern
- seit 1970 in Konstanz. Ihre Aufgabe sah sie darin, die 1933 zerstörten dichterischen Werke ihres Vaters wieder in den deutschsprachigen Raum zurückzubringen.
- bis 1995 Lesungen aus den Werken ihres Vaters in Deutschland und der Schweiz. Sie sorgte für die Herausgabe von 12 Büchern, Neuauflagen und Auswahlbänden sowie für die Aufnahme seines Nachlasses beim Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Ihr Wirken führte zur aktiven Mitgliedschaft in der Künstlergilde Esslingen, dem Wangener Kreis, dem Internationalen Bodensee Club, der Erich-Mühsam-Gesellschaft Lübeck und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz. 1971 wurde sie mit der Walter-Meckauer-Medaille ausgezeichnet.
- 1995 übersiedelte sie nach Jerusalem in ein Seniorenheim.
Else Levi-Mühsam wurde am 25.08.1992 für ihre Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1991 - Franz Scholz

Pfarrer an der Bonifatiuskirche Görlitz (heute Zgorzelec) zu Kriegsende;
bekannt durch sein Görlitzer Tagebuch über jene Zeit
geb. 10.12.1909 in Breslau
gest. 01.09.1998 Groß Umstadt
Franz Scholz war der Sohn eines Breslauer Kaufmannes. Er hatte noch 10 Geschwister. Nach dem Abitur am katholischen St.-Matthias-Gymnasium studierte er katholische Theologie in Breslau und Freiburg/Br. sowie Caritaswissenschaften. Er erlernte die polnische Sprache.
Beruflicher Werdegang:
- 1934 Priesterweihe, Kaplan an der Kreuzkirche in Breslau, Seelsorger einer kleinen Gemeinde mit polnischen Saisonarbeitern
- 1940 promovierte Franz Scholz zum Dr. theol. als Pfarrkurat in St. Bonifatius in Görlitz/Ost (seit 1945 Zgorzelec/Polen), Seelsorge für die Inhaftierten in Görlitz. Aufgrund seiner polnischen Sprachkenntnisse blieb er 1945 im polnischen Zgorzelec, verließ die Stadt aber 1946.
- Diözesan-Caritasdirektor und Flüchtlingsseelsorger in Görlitz und Cottbus
- 1949 verließ Franz Scholz die DDR. Er wurde Dozent für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Ostvertriebenen in Königstein/Taunus
- 1955 Habilitation bei dem Moraltheologen Theodor Müncker in Freiburg/Br.
- 1956 Lehrstuhl für Moraltheologie, Ethik und christliche Gesellschaftslehre an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda, zusätzliche
- Lehraufträge an den Universitäten Marburg und Frankfurt/M. Ernennung zum Honorarprofessor, Ehrendomkapitular des Bistums Fulda
- 1972 Übernahme des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg
- 1976 nach seiner Emeritierung noch als Pfarrer in Klein Zimmern, Kreis Darmstadt-Dieburg (Bistum Mainz) tätig
- 1985 Ausscheiden aus der Pfarrseelsorge aus.
Prof. Hans Scholz verlebte seine letzten Lebensjahre in Dieburg. Dort wurde er auch beigesetzt. Der Heilige Stuhl würdigte die Verdienste von Franz Scholz 1966 mit der Ernennung zum Päpstlichen Ehrenkaplan und 1995 mit der Würde eines Päpstlichen Ehrenprälaten. Franz Scholz veröffentlichte auch mehrere Publikationen zum Thema "Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Schlesien".
Prof. Dr. Hans Scholz wurde am 07.03.1991 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1989 - Felix Wuttke

Ingenieur, Entwicklung von modernen Schweißtechniken und Herausgabe von Publikationen auf seinem Fachgebiet
geb. 15.02.1901
gest. 30.08.1997
Felix Wuttke wurde am 15. Februar 1901 in Schlesien geboren. Nach Beendigung seiner Schulzeit trat er in die Fußstapfen seines Vaters. Dieser war Lokschlosser. Felix Wuttke arbeitete 1922 in Liegnitz in der Reparaturschweißerei "Rekord". Er spezialisierte sich auf das Schweißen. Besonderes Engagement zeigte Felix Wuttke bei Schweißreparaturen an Dieselloks. In den Jahren 1922 bis 1929 entwickelte er Gas- und Autogenschweißverfahren. Die neue Methode des Schweißens fand Anwendung beim Schweißen von Lokomotiven und landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Görlitz für Felix Wuttke die neue Heimat. Er begann als Meister im Eisen- und Stahlwerk Naefe. Am 01.01.1948 gründete er seine erste eigene Firma. Das Domizil lag in der Jakobstraße 9 in Görlitz. In den ersten Jahren stand die Reparatur an Motorengehäusen von Lastwagen im Vordergrund. Doch das blieb nicht so. Große Kraftwerke der DDR waren bald seine Kunden sowie viele Landwirtschaftsbetriebe. Für die Deutsche Reichsbahn entwickelte Felix Wuttke Sonderschweißtechnologien. Diese waren sehr gefragt. Felix Wuttkes Firma war der einzige Betrieb, der das Kugelgraphitgussverfahren beherrschte.
Felix Wuttke hat über das Rentenalter hinaus gearbeitet. Er schrieb auch Fachbücher. Seine Bücher erschienen in sieben Sprachen. Seine Publikationen sind zu unentbehrlichen Ratgebern geworden. Sie sind allgemeinverständlich und praxisnah. Noch im neunzigsten Lebensjahr zog er sich in das Zittauer Gebirge zurück, um Fachliteratur zu schreiben.
Felix Wuttke wurde zum 40. Jahrestag der DDR am 07.10.1989 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1989 - Prof. Ernst-Heinz Lemper

Kunsthistoriker, langjähriger Direktor der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz
geb. 06.10.1924
gest. 03.05.2007
Ernst-Heinz Lemper wurde am 6. Oktober 1924 in Köln geboren. Er studierte Kunstgeschichte in Leipzig, einige Semester Architektur in Dresden und promovierte.
Im November 1951 kam Lemper nach Görlitz und war viele Jahre Leiter der Städtischen Kunstsammlungen. Bei seinem Amtsantritt hatte Lemper mit einer wenig hoffnungsvollen Hinterlassenschaft des vergangenen Krieges zu kämpfen.
Unermüdlich wirkte er mit seinem Ideenreichtum in Wort und Schrift daran mit, die reiche geistige Überlieferung der Stadt und Region für neue Generationen zu erschließen. Mit Führungen und Vorträgen zu Künstlern, Bauwerken und Kunstepochen erreichte er ein treues und zahlreiches Publikum.
Bis 1981 zeichnete sich Lemper zum Großteil allein für die Görlitzer Denkmalpflege verantwortlich. Unter seiner Leitung haben sich die Kunstsammlungen zu einer anerkannten, kulturpolitisch wirkungsvollen Einrichtung entwickelt. So schuf er u.a. im Kaisertrutz und Reichenbacher Turm eine kulturgeschichtliche Sammlung von hohem Rang. Zahlreiche wissenschaftliche Bücher und Aufsätze Lempers wurden veröffentlicht. Neben Biografien ( z.B. Bühme, Gersdorf ), sind seine historischen Werke zur Görlitzer Stadtgeschichte ( z.B. "Görlitz. Eine historische Topographie" ) Klassiker. Prof. Lemper bewahrte das Erbe der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und wurde 1. Präsident nach der Wiedergründung 1990. Dieses Amt füllte er rund zehn Jahre aus.
Durch seine stetigen Bemühungen bestimmte er maßgeblich und nachhaltig die Entwicklung des Görlitzer Museums. Auch nach seiner Amtsaufgabe 1989 blieb er seinen Mitarbeitern durch seine große Selbst- und Arbeitsdisziplin in guter Erinnerung.
Seine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt 1989 empfanden seine Mitbürger als hoch verdient. (Quellen: SZ 06.10.04; Görlitzer Türmer 1994)
Prof. Dr. Ernst-Heinz Lemper wurde zum 40. Jahrestag der DDR am 07.10.1989 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1989 - Martha Jakob
Langjährige Direktorin des VEB Nordstern;
Mitarbeit im Erzeugnisrat der Weinindustrie der DDR und Kammer der Technik
geb. 14.08.1912
gest. 20.04.2007
Martha Jakob wurde am 14.08.1912 in Berthelsdorf, Kreis Löbau, geboren. Seit 1937 war sie im Betrieb ihres Vaters tätig. 1952 trat sie der Partei der Arbeiterklasse bei. Zunächst als BGL-Vorsitzende tätig, stand sie seit 1950 an der Spitze des Betriebskollektivs des VEB Nordstern Görlitz. Ihrer persönlichen Einsatzbereitschaft war es zu verdanken, dass der Betrieb 1974 das Ehrendiplom "Betrieb der ausgezeichneten Qualitätsarbeit" erhielt. Auf der internationalen Weinmesse 1974 in Ljubljana erhielt sie außerdem für zwei ihrer entwickelten Weinsorten eine Gold- und eine Silbermedaille. Viele Jahre wirkte Martha Jakob aktiv im Erzeugnisgruppenrat der Weinindustrie der DDR und im Vorstand der Kammer der Technik im Bezirk Dresden mit. Sie wurde außerdem sechsmal mit der Medaille für ausgezeichnete Leistungen und als "Verdienter Aktivist" ausgezeichnet. 1969 wurde sie mit der Ehrenmedaille der Nationale Front in Silber, 1975 mit dem Orden "Banner der Arbeit, Stufe III", und 1980 als "Verdienter Werktätiger der Leicht-, Lebensmittel- und Nahrungsgüterwirtschaft" geehrt.
Martha Jakob wurde zum 40. Jahrestag der DDR am 07.10.1989 für ihre Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1989 - Elisabeth Neu

Langjährige Werkleiterin des Textilkombinates Zittau, Betriebsteil Görlitz;
unter ihrer Leitung wurde 1970 die klassische Webtechnik durch die Düsentechnik abgelöst
geb. 30.04.1918
gest. 16.04.2009
Elisabeth Neu wurde am 30. April 1918 in Hennersdorf geboren. Sie begann 1932 eine Lehre als Kaufmann und war danach als Kontoristin tätig. 1947 trat sie in die Partei der Arbeiterklasse ein. Elisabeth Neu war 31 Jahre lang Werkleiterin des Textilkombinates Zittau, Betriebsteil Görlitz. Unter ihrer Leitung wurde 1970 die klassische Webtechnik durch die Düsentechnik abgelöst. Für ihr erfolgreiches Wirken wurde sie dreimal als "Aktivist der sozialen Arbeit" und 1971 als "Verdienter Aktivist" ausgezeichnet. 1974 erhielt sie die Kollektivauszeichnung "Banner der Arbeit" und 1963 die "Clara-Zetkin-Medaille". Elisabeth Neu wurde außerdem mit der Ehrennadel und Urkunde des Demokratischen Frauenbunds Deutschland in Bronze, Silber und Gold geehrt und erhielt das Bestenabzeichen und die Medaille für treue Dienste der Zivilverteidigung.
Elisabeth Neu wurde zum 40. Jahrestag der DDR am 07.10.1989 für ihre Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1989 - Dr. Georg Klammt

Görlitzer Zahnarzt, Verdienste auf dem Gebiet der Kiefernorthopädie
geb. 27.02.1907
gest. 20.03.2003
Dr. Georg Klammt wurde am 27.02.1907 in Bad Flinsberg im Isergebirge geboren. Gemeinsam mit seiner Familie kam er 1914 nach Görlitz, wo er auch später zur Schule ging. Georg Klammt studierte in Freiburg und Bonn und arbeitete danach als Zahnarzt in Görlitz. Er war 58 Jahre in seinem Beruf tätig und gab die Praxis erst im stolzen Alter von 80 Jahren auf. Sein Wirken galt vornehmlich der Kieferorthopädie und wurde von vielen Bürgern geschätzt. Besonderes Interesse galt den "missratenen" Zähnen der Kinder. Diese konnten jedoch mit dem inzwischen weltweit bekannten "Klammt`schen Gebiss-Regulierungsapparat" wieder in die richtige Stellung gebracht werden. Dieser "Apparat", im Volksmund auch Klammer genannt, bescherte ihm Anerkennung in aller Welt. Georg Klammt nahm weltweit an vielen Fachtagungen teil. Seine vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten führten zu Ehrenmitgliedschaften in verschiedenen stomatologischen Gesellschaften.
1961 wurde ihm der Ehrentitel Sanitätsrats verliehen.
Georg Klammt war überdies aber auch als gläubiger Christ inner- und außerhalb seiner katholischen Gemeinde tätig. Der Papst ehrte ihn mit der höchsten kirchlichen Auszeichnung für Laien, dem päpstlichen "Orden des heiligen Silvester".
Nach seiner Praxisaufgabe widmete sich Klammt seinen Vortragsreisen durch Europa und Amerika.
(Quelle SZ 27.02.1992)
Dr. Georg Klammt wurde zum 40. Jahrestag der DDR am 07.10.1989 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen
1987 - Prof. Dr. med. Heinz Funke
Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Görlitz 1955-1980
OMR Prof. Dr. med. Heinz Funke
geb. 06.05.1911
gest. 04.04.1993
Prof. Dr. Heinz Funke wurde am 06.05.1911 im sächsischen Waldenburg geboren.
Er studierte Medizin in Wien, Breslau, München und Würzburg. Am 4. Juli 1955 trat er im Bezirkskrankenhaus Görlitz die Stelle als Ärztlicher Direktor an. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Krankenhaus zu einer medizinischen Einrichtung mit überregionaler Bedeutung in der fast alle Fachdisziplinen vertreten sind. Das Görlitzer Krankenhaus wurde unter Funkes Regie immer bedeutsamer für die fachärztliche Versorgung im gesamten ostsächsischen Raum.
Neben der Erweiterung und dem Ausbau verschiedener Fachabteilungen wie z. B. der Strahlenklinik, der Blutspendezentrale u.v.a., lag ihm besonders der Bau der Kinderklinik am Herzen. Diese wurde durch seine stetigen Bemühungen im Jahr 1972 in Betrieb genommen. Prof. Dr. Heinz Funke war jedoch nicht nur ein verdienstvoller Ärztlicher Direktor, sondern auch seine Leistungen als Chirurg waren weit über die Görlitzer Stadtgrenzen hinaus anerkannt. Auch sein Ruhestand 1980 konnte ihn nicht davon abhalten, sein fachliches Wissen und Können zum Wohle der Patienten weiterhin einzubringen.
Prof. Dr. Heinz Funke wurde am 21.05.1987 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1987 - Günter Hain

bekannter Görlitzer Zeichner und Karikaturist
geb. 25.02.1916
gest. 23.04.1997
Günter Hain wurde am 25.02.1916 in Görlitz geboren. Er gestaltete über mehrere Jahre hin den Märchenkalender des Verlages Bild und Heimat, und er schuf Malbücher, die sich in England, Dänemark und Ungarn großer Beliebtheit erfreuten. Zu seinem Lebenswerk gehören außerdem Illustrationen von Kinderbüchern, unzählige Bildgeschichten für Kinderzeitschriften und Aquarelle mit vielen Motiven von Görlitz und Umgebung. Bekannte Persönlichkeiten von Görlitz wurden von ihm porträtiert. Außerdem illustrierte er verschiedene von der Görlitzinformation herausgegebene Sammlungen und ist in der Region vor allem durch seine Pressezeichnungen bekannt. 1979 wurde Günter Hain von seiner Heimatstadt mit dem Kunstpreis geehrt.
Günter Hain wurde am 24.03.1987 für seine Verdienste der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen
1974 - Hans Böttger
Mitglied im Rotfront-Kämpferbund; Widerstandskämpfer; 1946/1947 Mitglied der SED-Kreisleitung Sachsen
geb. 21.08.1904
gest. 07.11.1987
Hans Böttger wurde zum 25. Jahrestag der DDR am 03.10.1974 der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1974 - Elsa Puschmann
SPD-Stadtverordnete 1919-1933; nach dem Krieg bis 1950 erneut Stadtverordnete und bis 1961 Leiterin der Volkssolidarität
geb. 12.04.1892
gest. 19.07.1977
Elsa Puschmann wurde zum 25. Jahrestag der DDR am 03.10.1974 der Ehrenbürgertitel der Stadt Görlitz verliehen.
1974 - Max Reetz
baute von 1945 bis 1951 die Volkspolizei in Görlitz auf
geb. 03.04.1899
gest. 29.05.1985
Anlässlich des 25. Jahrestages der DDR erhielt Max Reetz am 03.10.1974 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1973 - Karl Würzburg
Mitbegründer von Rot-Sport, Arbeiterjugend, antifaschistischer Widerstandskämpfer, 2. Kreissekretär der SED in Görlitz
geb. 07.08.1905
gest. 08.10.1982
Anlässlich des Gedenktages der Opfer des Faschismus erhielt Karl Würzburg am 06.09.1973 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1973 - Wilhelm Senftleben
Vorsitzender des Rates des Kreises
geb. 23.01.1905
gest. 11.05.1992
Anlässlich des Gedenktages der Opfer des Faschismus erhielt Wilhelm Senftleben am 06.09.1973 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1971 - Lisbeth Rösner
Widerstandskämpferin in der Gruppe Horstmann und Johannes Wüsten
geb. 19.02.1907
gest. 08.06.1984
Anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz erhielt Liesbeth Rösner am 12.06.1971 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1971 - Richard Rösner
Stadtverordneter der KPD 1932/33, Widerstandskämpfer, Kaderleiter Waggonbau
geb. 19.02.1903
gest. 27.09.1980
Anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz erhielt Richard Rösner am 12.06.1971 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1971 - Kurt Prenzel
Görlitzer Oberbürgermeister 1946-1950,
anschließend bis 1965 im Außenministerium der DDR
geb. 21.04.1900
gest. 17.11.1976
Anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz erhielt Kurt Prenzel am 12.06.1971 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1971 - Hans Nathan
Jurist jüdischer Herkunft aus Görlitz;
1952 bis 1966 Professor und Dekan der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin
geb. 02.12.1900
gest. 12.11.1971
Anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz erhielt Hans Nathan am 12.06.1971 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1971 - Dorothea Wüsten
Frau von Johannes Wüsten, Kunstkeramikerin
geb. 08.11.1893
gest. 11.11.1974
Anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz erhielt Dorothea Wüsten am 12.06.1971 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz.
1933 - Richard Jecht

erster hauptamtlicher Ratsarchivar in der Oberlausitz
geb. 04.09.1858
gest. 25.07.1945
Der erste hauptamtliche Ratsarchivar in der Oberlausitz bestimmte in den ersten vier Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts das Niveau der Geschichtsschreibung in dieser Region. Sein Hauptwerk, die Topographie der Stadt Görlitz, - 1996 durch den Aktionskreis für Görlitz neu aufgelegt - ist noch heute unersetzlich.
1933 - von Hindenburg
Reichspräsident
1927 - Georg Snay
Langjähriger Oberbürgermeister von Görlitz
geb. 27.04.1862
gest. 03.12.1930
1917 - Otto von Below
Regimentskommandeur der 19er Görlitzer Courbiere
geb. 18.01.1857
gest. 15.03.1944
1910 - Graf Bolko von Hochberg
Begründer des Schlesischen Musikfestes und Initiator des Baus der Stadthalle
Diplomat, Intendant und Komponist
geb. 23.01.1843
gest. 01.12.1926
1905 - Otto Müller
Geheimer Kommerzienrat;
Stifter der Stadtbibliothek und bei der Oberlausitzer Gedenkhalle
geb. 03.06.1829
gest. 26.04.1908
1901 - Regierungsrat Bethe
Justizrat; Bankdirektor; Landessyndikus
1871 - Fürst Otto von Bismarck
Reichskanzler und Begründer des Deutschen Reiches
1871 - Graf von Moltke
Generalfeldmarschall;
oberster Heerführer im Deutsch-Dänischen und Deutsch-Französischen Krieg
1857 - Steuerrat Guisehardt
Verdienste als Steuerrat um die Gemeinde
1857 - Kreisgerichtsdirektor König
Verdienste durch seine langjährige Wirksamkeit als Kreisgerichtsdirektor
1855 - Dr. Rösler
Verdienste als Oberlehrer um das Schulwesen
1849 - von Oertzen
Verdienste um die Gemeinde als Landrat