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22.10.2010 - Tadeusz Mazowiecki
Für seine Verdienste um die polnisch-deutsche Aussöhnung und die demokratische Entwicklung Europas erhält Tadeusz Mazowiecki am Freitag, den 22. Oktober 2010 den Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Der Laudator ist der Träger des Deutschen Nationalpreises Erzbischof Alfons Nossol.
Tadeusz Mazowiecki war von 1989 bis 1990 der erste nicht-kommunistische Ministerpräsident in Mittel-Osteuropa nach dem 2. Weltkrieg. Seine Bereitschaft, den Dialog mit dem deutschen Kanzler Helmut Kohl zu einem friedlichen Miteinander aktiv zu suchen und zukunftsorientiert zu führen, trug substantiell zur Entwicklung Europas in seiner heutigen Form bei - einschließlich der deutschen Einheit. Mazowiecki betonte in diesem Zusammenhang, dass "der Versöhnungsprozess kein Prozess des Vergessens ist. Dazu gehören die Aufgeschlossenheit, die Bereitschaft zum Dialog, zum Gespräch und zur Vergebung." Der Internationale Brückepreis der Europastadt Görlitz-Zgorzelec wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die demokratische Entwicklung und die Verständigung in Europa in herausragendem Maße verdient gemacht haben. Ein Preisträger kann dabei in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wirken oder gewirkt haben, in Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Religion oder Politik und nachhaltige Anstöße für integratives Denken und Handeln liefern. Zentrales Kriterium für die Auswahl des Preisträgers soll dessen persönlicher Einsatz sein. Mit der Preisverleihung soll zugleich der Impuls oder die Idee, die hinter dieser Persönlichkeit stehen, einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Der Preis ist mit € 2500.- dotiert.
Die Preisträger sind durch ihr persönliches Schicksal und Engagement im besonderen Maße der Idee eines friedlichen, freiheitlichen und ganzheitlichen Europa in Kultur, im Denken und Handeln verbunden.
Präsident der Brückepreis-Gesellschaft
Prof. Dr. Willi Xylander