

Erzbischof von Prag
Der Brückenbauer
"Nach dem Widerstand gegen die Unterdrückung leistet er nun Widerstand gegen die Inhaltsleere einer postmodernen Beliebigkeit." (Joachim Gauck, Laudator Brückepreis 2001)
"Man hat seine Sehnsucht nach einem gemeinsamen Europa wieder entdeckt und dazu bedarf es auch vieler Brücken, die nicht nur aus Stahl und Beton gebaut werden." (Kardinal Miloslav Vlk)
Sein Lebensweg reflektiert die konfliktreiche Entwicklung Europas im vergangenen Jahrhundert. Kardinal Vlk tritt für Völkerverständigung und partnerschaftliches Miteinander der Menschen auf der Basis des christlichen Glaubens ein.
1932
Miloslav Vlk wird im tschechischen Lisnice-Sepekov geboren.
1968
Er erhält die Priesterweihe und arbeitet danach als Sekretär des Bischofs von Budweis.
1972
Aus politischen Gründen wird Miloslav Vlk in die kleinen Pfarreien im Böhmerwald strafversetzt.
1978
Der staatlichen Behörden verhängen ein Berufsverbot für den Priester. Vlk verdient sein Geld in Prag als Fensterputzer. In dieser Zeit predigt er in einer Prager Untergrundkirche.
1986
Miloslav Vlk darf wieder als Pfarrer tätig sein.
1989
In einem Versöhnungsbrief an die aus ihrer Heimat vertriebenen katholischen "Böhmerwälder" bezeichnet der Pfarrer die Vertreibung der Sudetendeutschen als "zutiefst unmoralische Tat".
1990
Er wird zum Bischof von Budweis ernannt.
1991
Es folgt die Ernennung zum Erzbischof von Prag. Drei Jahre später ist Vlk Kardinal.
1999
Kardinal Vlk erhält das Verdienskreuz der Bundesrepublik. Altbundespräsident Roman Herzog würdigt ihn als einen "Baumeister der Brücke der Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen und zugleich einer der wichtigsten Pfeiler dieser Brücke."
2001
Der sechste Brückepreis wird Miloslav Vlk verliehen. Die Laudatio auf den Preisträger hält Dr. Joachim Gauck, langjähriger Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen.