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21.3.12
Eck-Akademie gestartet


Schwierige Aufgaben verlangen oft, um die Ecke zu denken. Ähnlich geht es derzeit vier Planungsbüros in der Görlitzer Eck-Akademie, die am vergangenen Freitag ihre Arbeit begannen. Der über fünf Monate laufende Workshop von Architekten und Stadtplanern setzt zunächst vier Büros auf je zwei Eckgebäude an und hofft auf acht Lösungen für ein Problem: die Verödung der Ecken. Federführend ist das Stadtplanungsamt Görlitz. Die wissenschaftliche Betreuung übernimmt das Görlitzer Kompetenzzentrum für Revitalisierenden Städtebau.

Die Planer aus Weimar, Leipzig, Dresden und Cottbus zeigten sich beim ersten „Rundgang um’s Eck“ begeistert vom Stadtgrundriss und den in der Gründerzeit erbauten Baukörpern.
„Das alles atmet Großstadt“, fasste ein Architekt zusammen und erkannte zugleich die Krux der Ecken, “Hat man so viel Substanz, bleiben die aufwendigen, kniffligen Gebäude unangetastet“.

Nach einer ersten Entwurfsphase soll der Gedankenaustausch zunächst im kleinen, dann im größeren Kreis weitergehen. Auch Fachleute beteiligter Sparten werden dann mitdiskutieren. Die Erwartungen der Stadtplanung zielen nicht nur auf zukunftsweisende, innovative, sondern daneben auch auf Lösungen, deren Umsetzung greifbar wird. Die Eigentümer der in Planung befindlichen Eckgebäude haben die Möglichkeit sich einzubringen. Eine Realisierung kann nur angeregt, gefördert, nicht erzwungen werden.
Zum Eckenfest, welches vom 21. bis 23. September 2012 stattfinden soll, sind spätestens alle Entwürfe auch für die Öffentlichkeit erlebbar – in einer Eck-Galerie.
Informationen: www.EntdeckedieEcke.de 


5.3.12Ein Runder Tisch für starke Ecken

Am 16. März startet die Görlitzer Eck-Akademie

Der Titel klingt kantig, lustig und atmet zugleich wissenschaftlichen „Höhenwind“. Die Görlitzer „Eck-Akademie“ entspricht einem Wiederbelebungsversuch am ohnmächtigen Patient, am reglosen Eckhaus. Rund 50 gründerzeitliche Eckgebäude warten auf eine Sanierung, manche bereits sieben Jahrzehnte. Etwa zehn davon werden zunehmend baufällig, eine Gefahr für den öffentlichen Straßenraum. Das Projekt „Entdecke die Ecke!“ hat sich zum Ziel gesetzt, Impulse zur Nutzung und Erneuerung Görlitzer Ecken zu geben. Dies geschieht gewissermaßen durch Grips, Geld und Gaudi.
Die Eck-Akademie bildet das Denklabor innerhalb der Initiative. Vier Planungsbüros bearbeiten ab Ende März jeweils zwei konkrete Eckhäuser in Straßen der Gründerzeit. Sie sind instruiert, je eine zukunftsweisend-innovative und eine realistisch umsetzbare Nutzungs- und Umbaustudie vorzulegen. Die Entwürfe sollen im Prozess mit Experten angrenzender Disziplinen, mit Ingenieuren, Immobilien- und Finanzfachleuten, mit Denkmalschützern und Eigentümern weiterentwickelt werden.
Partner des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes ist das Görlitzer Kompetenzzentrum für revitalisierenden Städtebau. Das Team um Professor Jürg Sulzer moderiert und steuert den Prozess. Im Blick auf die Aufgabe wird klar, dass nicht jedes Eckhaus „auf eigenen Beinen“ stehen kann. Es braucht Förderung und Starthilfe. Manche der einst stolzen Ecken kann künftig eine dienende Funktion erhalten. Die traditionelle Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus aufzugeben, um Aufgaben für das Quartier oder für die Nachbargebäude zu erfüllen, bleibt eine Alternative. Ob das als „Energiezentrale“, Parkhaus oder Terrassengarten geschieht oder ob es fürs Eckhaus noch ganz ungeahnte Optionen gibt, soll die Eck-Akademie erhellen. Einzig die Lücke gilt in dieser Runde als Tabu. Abriss allein hat am Eck noch nie genützt. Einfälle gegen den Verfall sind gefragt. Die Eigentümer werden über die beginnenden Planungen informiert und eingeladen zum Dialog. Die Ergebnisse sollen jedoch auch übertragbar sein auf artverwandte Ecken. Acht Modellversuche im Zugriff auf ein Problem, welches auch über Stadtgrenzen gefürchtet ist. Die Resonanz bei der Auslobung unter Architekten und Städtebauern war enorm. Die neuen Nutzungsideen sind während des Eckenfestes (21. - 23.09.2012) zu sehen und zu diskutieren.   

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