Die Vorbereitungen für die 3. Sächsische Landesausstellung 2011 seitens der Stadt Görlitz laufen planmäßig. Am 28. Januar 2010 informierten Oberbürgermeister Joachim Paulick, Bürgermeister Dr. Michael Wieler, der Leiter der Niederlassung Bautzen des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Norbert Seibt, der Geschäftsführer der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ), Lutz Thielemann, und der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Görlitz GmbH (WBG), Arne Myckert, über den aktuellen Stand.
„Auch wenn der Vertrag mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden noch nicht unterzeichnet ist, hindert dies keinen der beteiligten Partner daran, mit den entsprechenden Vorbereitungen zu beginnen.“, machte der Görlitzer Oberbürgermeister deutlich. Er rechnet damit, dass die letzten Vertragsdetails in Kürze geklärt sind und dann der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung nichts mehr im Wege steht. Die Ausstellung bietet eine große Chance, Görlitz und die Region bestmöglich zu präsentieren. Die Stadt Görlitz investiert dazu nicht nur in die Ausstellungsgebäude, sondern unter anderem auch in die Umgestaltung des Demianiplatzes.
Der Kaisertrutz soll 2011 als zentrales Ausstellungsgebäude genutzt werden, dazu wird das Objekt derzeit umfassend saniert. Beim Besuch der Baustelle erläuterte Norbert Seibt vom SIB den Baufortschritt.
Die Abbrucharbeiten im Rundbau und im angrenzenden Nord- bzw. Südflügel sind zum größten Teil abgeschlossen. Im zukünftigen Heizraum im Untergeschoss des Nordflügels ist während der Abbrucharbeiten ein Pfeiler entdeckt worden, welcher dokumentiert und gesichert wurde. Gemeinsam mit Bauforscher, Denkmalbehörde und Planungsteam wurde entscheiden, dass diese Originalbausubstanz in situ zu erhalten ist. Das erforderte eine neue Lösung für die Lüftungsinstallation. Weitere historische Funde sind jedoch nicht zu erwarten, da keine Grabungen durchgeführt werden.
Die Stahlbetonbodenplatte im Kellergeschoss mit den Leitungen für die Fußbodenheizung und die Elektroinstallation ist fertig gestellt.
Die historischen Holzbalkendecken über dem Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss waren zu erhalten und wurden mit einer Holzbeton-Verbundtechnik statisch ertüchtigt. Somit entspricht die Tragfähigkeit der vorhandenen Decke nun den Anforderungen eines modernen Museumsbetriebes. Innerhalb dieses Systems, bei dem eine Last verteilende Betonplatte auf der Holzbalkendecke kraftschlüssig verschraubt wird, wurden u. a. ca. rund 14.000 Spezialschrauben verarbeitet.
Derzeit wird die Stahlbetonflachdecke über dem 2. Obergeschoss betoniert. Für die erforderlichen Temperaturen sorgt eine Winterbauheizung. Als nächster Schritt folgt dann die neue Dachdecke über dem Rundbau.
Außerdem werden derzeit die Fenster zum Teil repariert, zum Teil ausgewechselt.
In den vorgelagerten Seitenflügeln sind die Treppen teilweise fertig gestellt.
Die Arbeiten für Lüftung, Heizung, Sanitär- und Elektroinstallation sind im Gange. Das Gebäude wird künftig teilklimatisiert.
Im Sommer dieses Jahres wird dann auch das Gerüst fallen. Dann sind die Arbeiten an der Fassade beendet – wie auch der Neuanstrich der Anbauten und einige Ausbesserungen an Fassade und Dachdeckung des Vorsprunges am Rundbau.
Für die nächsten Arbeiten, wie beispielsweise das Einbringen des Gussasphaltes in allen Etagen des Rundbaus und im Foyer, das Glasdach über dem Innenhof und die Stahl-Glas-Fassade zwischen den Arkaden des Vorbaus, werden momentan Angebote eingeholt. Mit den Putz- und Malerarbeiten sowie den Natursteinbelägen und dem Innenausbau im Foyer werden die Arbeiten 2010 ihr termingerechtes Ende finden.
Die Bauarbeiten liegen in dem genehmigten Kostenrahmen von insgesamt 5,9 Millionen Euro.
Bei ihrem Besuch im Dezember hatte die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, als größtes Problem die Parkplatzsituation benannt. Der wichtigste Parkplatz wird der auf dem Waggonbaugelände (Werk I) sein. Nach Aussage von WBG-Geschäftsführer Arne Myckert sollen an dieser Stelle zwei alte Fabrikgebäude rückgebaut, die Fläche versiegelt und befahrbar gestaltet werden. Rund 150 Stellplätze werden geschaffen, die für die Besucher der 3. Sächsischen Landesausstellung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Ob weitere benötigt werden und wo sie eingerichtet werden könnten (z.B. Park & Ride am Stadtrand) muss noch untersucht werden. Mit diesem Thema wird sich u. a. die in Gründung befindliche Arbeitsgruppe „Verkehr/ Infrastruktur“ beschäftigen.
Unmittelbar angrenzend an die neue Polizeidirektion entstehen 30 bis 38 Busparkplätze.
Bürgermeister Dr. Michael Wieler ergänzte, dass direkt neben dem Kaisertrutz künftig zwei bis drei Behindertenparkplätze eingerichtet werden. Eine Lösung für die Toilettenanlage auf dem Demianiplatz wird bis zur Ausstellungseröffnung realisiert.
Mit der Organisation des Begleitprogramms der Landesausstellung wurde die städtische Kulturservice GmbH beauftragt. In Abstimmung mit der ARGE werden 10 bis 20 Beschäftigte über die Entgeltvariante unterstützend eingesetzt. Die ersten zwei zur Vorbereitung haben bereits im Februar 2010 begonnen. Die weiteren sollen dann nach Projektfortschritt hinzugezogen werden. „Die Beschäftigten werden inhaltliche Schwerpunktthemen je nach Eignung zugeordnet bekommen, welche die Koordination in der erforderlichen Breite absichern.“, informierte der Geschäftsführer der Kulturservice GmbH und Bürgermeister Dr. Michael Wieler. Bewerbungen können an die Kulturservice GmbH (Demianiplatz 28, 02826 Görlitz) gerichtet werden.
Die Idee, das Thema via regia generell und bereits in diesem Jahr mit dem Schlesischen Tippelmarkt und dem Weihnachtsmarkt zu verbinden, stößt auf breite Zustimmung. So sollen gezielt Händler aus Städten entlang der via regia eingeladen werden und Angebote von typischen gastronomischen Spezialitäten über handgefertigte hochwertige Töpferwaren bis hin zu anderen landestypischen Produkte unterbreiten
Ziel ist es, die Zeit und die Bedeutung der alten Handelsstraße erlebbar und greifbar zu machen. Aufgearbeitet werden momentan die Veranstaltungsangebote in der Region, um die Gäste nicht nur darüber zu informieren, was es gibt, sondern auch, wie sie es wahrnehmen können.
Die Abstimmungen zum touristischen Marketing führt die EGZ. Geschäftsführer Lutz Thielemann stellte die bisherigen Aktivitäten dar und erläuterte die Einbeziehung der lokalen und regionalen Partner. „Wir erwarten ca. 300.000 Besucher neben den regulären Tagestouristen. D. h., die vorhandenen Übernachtungskapazitäten könnten knapp werden. Doch statt einer Absage wollen wir dann dem Gast gern ein Angebot unterbreiten, welches den Shuttledienst aus dem Umland beispielsweise einschließt.“, so Thielemann. Vorstellbar sei auch, nach dem Vorbild der Leipziger „Messe-Muttis“ Privatquartiere anzubieten. Für die touristischen Leistungsanbieter werden Workshops organisiert, um sie auf den Besucherstrom und die Landesausstellung einzustimmen sowie hinsichtlich Service und Qualität zu schulen. Die Landesausstellung biete die Chance, Binnenkonjunktur in die Stadt zu bringen.
Des Weiteren wird die EGZ in den nächsten Wochen Immobilieneigentümer im Stadtgebiet kontaktieren, um große Flächen als Kommunikationsmedium nutzen zu können. 60 Standorte wurden gemeinsam mit der Görlitzer Agentur „Die Partner“ fotografiert, 27 Möglichkeiten werden aktuell erfragt.
Großflächige Netzgitterplanen (100 bis 200 qm) sollen mit Werbung für die Landesausstellung bedruckt werden. Die Kosten liegen bei ca. 2.000 bis 2.500 Euro je Großplakat. Sponsoren sind herzlich willkommen.
Die offizielle Website zur Landesaustellung ist unter www.landesausstellung-viaregia.museum zu finden. Dort gibt es in Kürze von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mehr zu erfahren über die Konzeption und Objekte der Ausstellung.