Es brauchte einige Zeit, um dieses Ziel zu erreichen. Doch das Ergebnis ließ nicht nur Freude bei den Lehrern und der Stadt als Schulträger aufkommen, sondern insbesondere bei den Grundschülern der Nikolaischule.
Am 1. Februar hatten Oberbürgermeister Joachim Paulick und Schulleiter Ingolf Schneider Schüler, Lehrer und Gäste zum „Schulbesuch“ eingeladen, um mit ihnen nach Brandschutzertüchtigung und Fassadensanierung den Abschluss der Baumaßnahmen zu feiern. Mit einem Programm bedankten sich die Grundschüler der Nikolaischule, allen voran der Spatzenchor, bei den Beteiligten.
Oberbürgermeister Joachim Paulick lobte die Zusammenarbeit zwischen Schule, Stadtverwaltung und Baufirmen. Umbauten an und in Schulen sind immer mit besonderem Aufwand verbunden. Innenbaumaßnahmen können überwiegend nur in der schulfreien Zeit durchgeführt werden. Ausführliche Absprachen und gegenseitige Rücksichtnahme sind dabei besonders wichtig, so dass der Schulbetrieb reibungslos verlaufen kann.
Schulleiter Ingolf Schneider bedankte sich ebenfalls bei den Firmen, die zum Gelingen der Renovierungsarbeiten beigetragen haben sowie bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. „Es war eine große Erleichterung als wir 2008 die Information erhielten, dass nun endlich die Fassade saniert wird“, sagte Ingolf Schneider. Die Fassadenrenovierung war dringend notwendig. Der Schulhof musste auf Grund des maroden Zustandes der Fassade im vorangegangenen Jahr abgesperrt werden. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten erfüllt nun die Nikolaischule, als älteste Schule von Görlitz, die Anforderungen einer modernen Schule.
Ende der 1990-er Jahre erhielt die Schule eine moderne Heizungsanlage (Gas) und eine neue denkmalgerechte Dachdeckung sowie neue Fenster. Bereits seit 1993 unternahm die Stadtverwaltung Bemühungen, um die notwendige Fassadensanierung der Nikolaischule realisieren zu können. Allerdings fehlten die finanziellen Mittel bzw. ließen Förderabsagen oder andere Prioritäten die Umsetzung des Vorhabens nicht zu.
Die Defizite im Brandschutz dieser Schule wurden durch eine fachplanerische Brandschutzuntersuchung aufgezeigt bzw. eine Brandschutzkonzeption im Juni 2006 erarbeitet. Eine Mängelabstellung war daraufhin nun zwingend notwendig.
Der Antrag der Stadt vom 31.08.2007 auf Fachförderung (1. Förderweg) im Rahmen der Richtlinie „Schulhausbau“ wurde laut Mitteilung der Sächsischen Aufbaubank (SAB) vom 08.05.2008 wegen Überzeichnung des Förderprogramms für die Fassadeninstandsetzungen und für einen 1. Bauabschnitt der Brandschutzertüchtigung abgewiesen.
Aufgrund dieses Negativbescheides stellte die Stadt noch im Mai 2008 bei der SAB den Antrag (2. Förderweg) zur Förderung im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz (SDP). Die förderrechtliche Zustimmung der SAB traf am 02.06.2008 bei der Stadt Görlitz ein. Leider konnte damit ausschreibungsbedingt nicht mehr der geplante Baubeginn zeitgleich mit den Sommerschulferien starten.
Baumaßnahme Fassadensanierungen
Nach dem Baubeschluss im Juli 2008 konnte im August des gleichen Jahres die Fassadensanierung beginnen, welche witterungsbedingt durch eine dreimonatige Winterpause unterbrochen werden musste. Im April 2009 konnte die Maßnahme abgeschlossen werden.
Die Bausumme beläuft sich auf insgesamt 413.694,40 Euro, davon 80 Prozent Fördermittel, 20 Prozent Eigenmittel der Stadt.
Neben der sehr aufwendigen denkmalgerechten Erneuerung der Fassaden des Schulgebäudes wurden auch vertikale Mauerwerksabdichtungen, Blitzschutzerneuerungen sowie Instandsetzungen und statische Ertüchtigungen an der historischen Grundstücksklinkermauer mit Einfahrtstor straßenseitig durchgeführt. Eine undichte Regenentwässerungsleitung konnte geortet und ebenfalls erneuert werden.
Die Planung und Bauüberwachung leistete das Ingenieurbüro Kühn. Die Putz- und Stuckarbeiten wurden durch das Stuck- und Spezialbaugeschäft Thomas Krausche (Kodersdorf) gemeinsam mit den Nachunternehmern DGG Görlitz mbH, Firma Kunze (Görlitz) und Baugeschäft Rachner (Görlitz) ausgeführt. Im Einsatz waren die Malerfirma Goldfriedrich aus Görlitz, für die Natursteinarbeiten die Fa. Wertheim GmbH aus Wertheim, für die Klinkermauersanierungen das Baugeschäft Stein aus Oderwitz und für die Bauschlosserarbeiten die Metallbaufirma Adam aus Görlitz
Alle beteiligten Firmen boten sehr gute Leistungen und hohe Qualität.
Brandschutzertüchtigung
Der erste Bauabschnitt (BA) zur Brandschutzertüchtigung wurde im Zeitraum von September 2008 bis Ende Februar 2009 bei laufendem Schulbetrieb durchgeführt.
Die Planung und Bauüberwachung übernahm das Ingenieurbüro Kühn und Elektro das Ingenieurbüro Gerd Bayer. Der Görlitzer Baubetrieb Thamm aus Görlitz war Auftragnehmer für die Bauhauptleistungen und die Fa. EBS aus Görlitz war mit den Elektroarbeiten beauftragt.
Im 1. BA wurden die Deckendurchbrüche in den Holzbalken für neue Elektro-Steigestränge hergestellt und Trockenbauschächte für die Kabeltrassen montiert, um aufwendige Stemm- und Schlitzarbeiten sowie auch Staubbelästigungen zu vermeiden. In den Fluren und im Werkraum wurden Unterhangdecken eingezogen, es erfolgten Maurer- und Verputzarbeiten der Elektro-Verteilungen an den Wänden der Flure, auch die Kabelschlitze in den Treppenhäusern wurden unter Putz gelegt.
Des Weiteren wurden Brandschutztüren T-30 eingebaut und montiert, ein Rauchschutz zwischen Treppenhaus 1 und 2 zum Kellergeschoss installiert. Begleitend wurden malermäßige Ausbesserungsarbeiten durchgeführt.
Die Bausumme lag bei 197.950 Euro, die zu 80 Prozent aus Fördermitteln und zu 20 Prozent aus dem städtischen Haushalt finanziert wurde.
Der zweite Bauabschnitt zur Brandschutzertüchtigung erfolgte hauptsächlich in den Schulferien und in der unterrichtsfreien Zeit. Baubeginn war im am 29.06.2009, die Maßnahme konnte am 30.12.2009 abgeschlossen werden.
In diesem Bauabschnitt wurden die neuen Garderobenräume je Geschoss und die Fluchtwegumleitungen in den Klassenräumen hergestellt. Im Innenmauerwerk mussten neue Türöffnungen geschaffen werden. Zwölf zweiflüglige Rauchschutztüren mit Oberlicht in den Treppenhäusern 1 und 2 in allen Geschossen sorgen nun für die Abtrennung der Treppenhäuser zu den notwendigen Fluren, damit der 1. und 2. Rettungsweg unabhängig voneinander genutzt werden kann.
Um das Keller- und das Dachgeschoss sowie die Garderobenräume von den Treppenhäusern abzutrennen, wurden rauchdichte T-30 RS-Brandschutztüren eingebaut. Neue Abstell- und Archivräume im Dach- und im Kellergeschoss wurden errichtet. Im Erdgeschoss wurde zusätzlich ein Garderobenraum eingebaut, welcher durch eine Automatikschiebetür vom Treppenhaus abgetrennt ist. Die Sanitärinstallationen im Erdgeschoss wurden angepasst.
Um die vorhandenen Innentüren in den Fluren wurden mit Dichtgummis versehen.
Treppenhäuser, und Flure wurden komplett neu gemalert, der Fußbodenbelag der Flure im 1. und 2.OG nach den denkmalpflegerischen Vorgaben (Auflagen/Farbtonkarte) erneuert.
Besonders hervorzuheben bei diesem zweiten Bauabschnitt war die gute Zusammenarbeit der Schulleitung mit der Bauleitung vom SG Hochbau und allen beteiligten Baufirmen. Bauen und laufender Schulbetrieb erforderte immer ein besonderes rücksichtvolles Miteinander.
Im 2. BA wurden 266.200 Euro investiert, die sich erneut aus 80 Prozent Fördermitteln und 20 Prozent Eigenmitteln der Stadt zusammensetzte. Als Fortsetzungsmaßnahme wird der 2. BA im SDP gefördert.