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Wie Schlauroth zu seinem Namen kam

Wie Schlauroth zu seinem Namen kam

Eine recht eigentümliche Erzählung spinnt sich um die Entstehung des Namens "Schlauroth". Darüber berichtet eine alte Volkssage folgendes:
In der Zeit, als noch keine Städte und Dörfer unsere Landeskrone umlagerten, soll in dieser Gegend eine mörderische Schlacht zwischen Römern und dem Stammesaufgebot der Germanen stattgefunden haben. Die ersteren wurden natürlich besiegt.
Auf seiner Flucht geriet nun der kleine Rest der Römer in das enge Tal, welches sich inzwischen dem heutigen Rauschwalde und Markersdorf hinzieht. Hier überraschte die Flüchtigen zu ihrem Glück die Nacht, denn sonst wären die restlichen Römer von den sie hart verfolgenden Germanen entweder gefangen genommen oder getötet worden.
Da den geschlagenen Römern ein Entgegenkommen bei Tage unmöglich schien, ersannen sie eine List, mit deren Hilfe sie die Verfolger täuschen und auf eine falsche Fährte bringen wollten. Sie rissen deshalb ihren Pferden die Hufeisen ab und nagelten dieselben verkehrt wieder auf. So zog der Rest der ehemaligen römischen Kriegerschar noch in der Nacht leise das ganze Tal entlang, bis sie glücklich ans nördliche Ende desselben gelangte. Von dort aus konnten sie ihre weitere Flucht unangefochten fortsetzen.
Als nun die Germanen beim heranbrechenden Morgen von beiden Seiten gegen das Tal vorrückten, fanden sie dasselbe zu ihrem großen Erstaunen leer. Sie verfolgten nun die Spur der Pferdehufe, die nach der Landeskrone hinwiesen, und freuten sich schon auf die nahe Beute, die ihnen nach ihrer Meinung nicht mehr entgehen konnte. Sie glaubten nämlich, dass der Feind den für ihn unglücklichen Gedanken gehabt hätte, in die unwegsamen Waldungen des steilen Berges zu flüchten. Mit Eifer begannen sie sofort die Verfolgung in Richtung Landeskrone. Aber wie sie auch suchten und spähten, die Römer waren nicht mehr zu entdecken. Erst auf der Höhe des Berges bemerkten sie die Kriegslist des Gegners und sahen ihre vermeintliche Beute in entgegengesetzter Richtung und in schon sehr weiter Entfernung uneinholbar fliehen.
Seit dieser Zeit nennt man das Tal: "Das Tal der schlauen Rotte, das Schlaurottal". Was war natürlicher, als daß man dem Dörflein, welches in späteren Zeiten in diesem Tal entstand, den Namen "Schlauroth" gab?

Quelle: Städtische Kunstsammlungen

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