Denkmalhäuser & Bauten

Straßburg-Passage

Straßburg-Passage

Mit einem Textilwarengeschäft in der Berliner Straße 7 begann die Entwicklung der Firma Otto Straßburg. Die Gewerbeausstellung im Jahre 1885 hatte Görlitz zu neuer Blüte geführt. Jahrelang nahm die Stadt an Einwohnerzahl zu, die Geschäftswelt kam auf ihre Rechnung, denn der Fremdenbesuch war sehr stark. Schon nach einjährigem Bestehen der Firma Straßburg zeigte sich die Notwendigkeit einer Erweiterung. Nachdem die Berliner Straße 9 und die 1. Etage zu Geschäftszwecken genutzt wurden, brachte das Jahr 1893 die Gewissheit, dass eine Weiterentwicklung nur in ganz erheblich vergrößerten Räumen möglich sei.

Das Gründungsgrundstück Berliner Straße 7 wurde käuflich erworben und das Gartenland zu einem großen modernen Geschäftshaus mit Galeriebau ausgebaut. Der Bau in seiner klassischen Einfachheit, nach amerikanischer Bauweise, stellte Architekt Röhr und Maurermeister Voigt ein ehrendes Zeugnis aus. Zur gleichen Zeit kam in Berlin bei der Firma Wertheim die gleiche Bauweise zur Anwendung.

Im Jahre 1898 erweiterte die Firma ihre Räume um die 1. und 2. Etage sowie der Räume im Seitengebäude. Die geplante Überglasung des Hofes bildete bei allen inneren Bauten das Leitmotiv und konnte endlich mit der neuen Bauordnung im Jahre 1927 zur Ausführung gelangen. Nach dem Umbau 1898 nahm die Firma Otto Straßburg einen ungeahnten Aufschwung, ein ununterbrochenes Wachsen und damit ein Ausbauen des Bestehenden und eine stetige Verbesserung der Organisation.

1901 erwarb die Firma das rückwärts angrenzende Grundstück "Schwarzer Adler" und verlegte den Personal- und Güterverkehr sowie Ein- und Ausgang nach der Jakobstraße 35. Das schnelle Aufblühen der Geschäfte, dadurch das starke Anwachsen des Bahnverkehrs und der immer lebhaftere Verkehr auf der Berliner Straße wirkte anregend auf die ganze Görlitzer Geschäftswelt.

1905 auf der Niederschlesischen Gewerbe- und Industrieausstellung erhielt die Firma die höchste zu vergebende Auszeichnung, die Goldmedaille für die Anfertigung von Wäsche, Ausstattungen und Bekleidung. Nach Antrag des Magistrats wurde im November 1907 die Strassburg-Passage als öffentliche Straße anerkannt. Auf einer Länge von 115 Metern konnte man Modeartikel, Manufaktur- und Seidenwaren, Besätze und Damenschneidereiartikel, fertige Damen-, Herren- und Kinderwäsche, Gardinen und Teppiche kaufen. Erfreulichen Zuspruch fanden Weinrestaurant, Cafe und das Lichtspieltheater in der Passage.

In den Jahren 1995/96 wurde die Passage renoviert. Heute gibt es in zahlreichen Geschäften und Boutiquen Lederartikel, Gardinen, Damen-, Herren- und Kindermode. Im Obergeschoss befinden sich ein Restaurant und eine Tanzschule. Des Weiteren sind auch Lebensmittel, Blumen und Schmuck in der Passage erhältlich, ein Optikergeschäft ist ebenfalls zu finden.

Adresse:
Straßburg-Passage
02826 Görlitz

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