Görlitz im Porträt

Persönlichkeiten

Prominentes Görlitz

Die Berühmten von Görlitz. Philosophen, Künstler und Fußballstars

Bedeutende Persönlichkeiten vom Denker bis zum Baumeister gehörten schon in der frühen Neuzeit zum Leben der Stadt, und wahre Helden brachte Görlitz hervor.

Der erleuchtete Schuster

Der Theosoph oder Mystiker Jakob Böhme, dessen Schriften auf Philosophen, Dichter und Psychoanalytiker Einfluss nahmen, kam um 1600 als Schuhmacher nach Görlitz. Hier wurde er von einem Funken der Ewigkeit erleuchtet, hier offenbarte sich ihm die Wahrheit, dass Gut und Böse untrennbar seien, hier schrieb er seine "Aurora". Als Ketzer wurde er einst von Kirchenmännern verdammt und verjagt, doch heute ziehen sein Wohnhaus an der Neiße und sein Grab auf dem Nikolaifriedhof aus der ganzen Welt Verehrer an.

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Der Astronom

Zur selben Zeit gehörte der Humanist Bartholomäus Scultetus zu den Großen der Stadt. Ihm verdankt sich die erste Landkarte der Oberlausitz, er konstruierte 1584 die berühmte Görlitzer Rathausuhr, und er wirkte wesentlich an der Einführung des Gregorianischen Kalenders mit. In seinem großen Renaissancehaus mit dem italienischen Innenhof in der Altstadt empfing der Wissenschaftler und mehrfache Bürgermeister der Stadt den Prager Astronomen Johannes Kepler.

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Der Kaiser und der Dichter

Selbst Napoleon machte in Görlitz Halt, als er seine Truppen über die Hohe Straße führte. Mehrmals logierte er am Obermarkt, in einem damals barocken Gästehaus, das auch August den Starken und Zar Alexander beherbergt haben soll. Zwar war es nicht der Napoleonverehrer Goethe selbst, der Görlitz länger besuchte, doch immerhin verbrachte seine  einstige Muse Minna Herzlieb hier ihr letztes Lebensjahr. Die Reimer`sche Nervenheilanstalt, in der sie 1865 starb, gilt als erste Epilepsie-Spezialklinik der Welt. Der alternde Dichter hat seinem Minchen in den "Wahlverwandtschaften" ein Denkmal gesetzt, und in Görlitz, nah ihrem Grab, ist eine Straße nach ihr benannt.

Der Komponist

Olivier Messiaen schrieb in den 40er Jahren eines der schönsten modernen Kammermusikstücke des Jahrhunderts. Berühmt geworden ist sein "Quartett für das Ende der Zeit" in Frankreich, doch komponiert hat er es 1940/41 in Görlitz. Einen Winter lang war der Franzose im Kriegsgefangenenlager Stalag VIIIa auf der östlichen Neißeseite interniert. Unter härtesten Bedingungen schrieb er hier dieses wundervolle Stück Musikgeschichte und brachte es mit drei Mitgefangenen in einer der Lagerbaracken zur Uraufführung.

Nobelpreisträger und junge Stars

Doch nicht nur in der Vergangenheit hat die Stadt berühmte Leute versammelt und hervorgebracht. Zwei Nobelpreisträger stammen vor hier und aus der Nähe. Der Mediziner Günter Blobel trug durch seine Zellenforschungen zur Verbesserung von Krebstherapien bei. Und der Görlitzer Physiker Hans-Georg Dehmelt ermöglichte den Bau von auf ein Hundertmilliardstel genau gehenden Atomuhren.Zur jungen Generation zählen zwei deutsche Fußballstars, sowohl Jens Jeremies als auch Michael Ballack nennen Görlitz ihre Heimat. Die polnische Nachbarstadt steht dem in nichts nach. Die Basketballmannschaft PGE Turów Zgorzelec spielt in der ersten Liga ihres Landes.

Emil Gustav Theodor von Schenckendorff

Außer einem bescheidenen weißen Grabstein an der Mauer des neuen Friedhofs der Stadt Görlitz erinnert an Emil von Schenckendorff nichts mehr. Eine Straße und ein Sportplatz, die in der Oststadt den Namen Schenckendorffs trugen, heißen längst anders.

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Erna von Dobschütz

1963 starb in einem Görlitzer Altenpflegeheim eine 87jährige Greisin, von der kaum jemand wusste, dass sie Malerin gewesen war. Eine Bekannte aus dem Luisenstift machte den damaligen Museumsdirektor Prof. Dr. Ernst- Heinz Lemper auf das Oevre der Künstlerin aufmerksam und es gelang ihm, den Nachlass für die Stadt Görlitz von den in Westdeutschland lebenden Erben zu erwerben. So blieben fast 200 Kohlezeichnungen, Aquarelle, Pastelle sowie Ölbilder und -skizzen in den Städtischen Kunstsammlungen Görlitz, die 1964 der Künstlerin eine viel beachtete Ausstellung widmeten.

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Georg Snay

Georg Snay wurde am 27. April 1862 im schlesischen Minkowitz (Kreis Namslau) als Sohn des Wirtschafts-Direktors Carl Snay und seiner Ehefrau Karoline geb. Chorus geboren. Am Maria Magdalenengymnasium zu Breslau legte er Ostern 1881 das Abitur ab. Daselbst begann er Rechtswissenschaften zu studieren und erwarb am 27.09.1884 sein Referendar und am 27.04.1889 in Berlin das Assessorexamen. Es folgten juristische Tätigkeiten in Großstrehlitz, Bernstadt und Namslau. Beim Militär gehörte er der Ersatzreserve des ersten Aufgebots an. Am 26.07.1890 heiratete er die Bernstädter Justizratstochter Agnes Buthut. Der Ehe entsprossen ein Sohn und eine Tochter.

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Gotthold Theodor Thieme

Der Maler Gotthold Theodor Thieme starb in Dresden-Plauen, nachdem er 46 Jahre in Dresden gewirkt hatte. Als geborener Görlitzer blieb er jedoch Zeit seines Lebens seiner Vaterstadt Görlitz eng verbunden, malte im Auftrag des Magistrats mehrere Oberbürgermeister - die Bildnisse befinden sich im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses - und vermachte schließlich dem Görlitzer Museum mit seinem Selbstbildnis von 1852, dem Porträt seiner Frau von 1865 sowie weiteren Gemälden einige seiner Hauptwerke. Sie bilden heute den Kernbestand der 16 Gemälde und mehrere Zeichnungen und Graphiken umfassenden Kollektion von Arbeiten Thiemes im Kulturhistorischen Museum Görlitz, das damit als einzige öffentliche Einrichtung einen Überblick über Thiemes Schaffen zu geben vermag - die meisten Werke Thiemes sind 1945 der Bombardierung Dresdens zum Opfer gefallen.

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Gregor Richter

Gregor Richter - Görlitzer Pastor Primarius und der große Widersacher Jakob Böhmes
"... und was für Strafen sind uns vom Himmel vorbehalten, so wir nicht mit gebührlichem Ernst diese Pest ferne von unserem Vaterland verjagen und mit Stumpf und Stiel ausrotten? ... Gehe nur geschwind und zieh weit weg, du leichtfertiges gotteslästerliches Maul, und erfahre, du elender Mensch, was dir für Unglück bereitet ist." Diese Sätze schleuderte Gregor Richter in seinem "Judicium Gregorii Richteri - Das gehegte Gericht Gregor Richters", im März 1624 wider Jakob Böhme. Gregor Richter der den wahren Glauben verteidigen wollte, ist als fanatischer Gegner Jakob Böhmes in die Annalen der Geschichte eingegangen.

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Johann Christoph Lüders

Am 12. Juli 1803 in Bettingerode (Harzburg) geboren und als Hütejunge in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, war er nach seiner Lehre als Sattler und Lackierer (ab 1817) bereits 1826 Werkmeister einer Kutschenfabrik in Dresden. 1827 gründete er seine Sattler- und Lackiererwerkstatt in Görlitz, wo er Kutschwagen herstellte. 1851 zog der mittlerweile gewachsene Betrieb an den neuen Standort Brunnenstraße um und wurde 1869 zur Aktien-Gesellschaft für Fabrikation von Eisenbahnmaterial zu Görlitz. Damit entstand der größte und bekannteste Industriebetrieb der Stadt, aus dem durch Zusammenschluss mit anderen Unternehmen 1921 die Waggon- und Maschinenbau-Aktiengesellschaft (WUMAG) entstand, deren Nachfolgebetriebe noch heute in Görlitz produzieren.

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Karl Josef Jonkisch (1934-2004) - Kirchenmusiker

Karl Josef Jonkisch wurde am 22. Februar 1934 in Mährisch Ostrau, Sudetengau, geboren. Dort erhielt er seine erste musikalische Ausbildung (Orgel, Klavier und Chorgesang.
Im Jahre 1957 begann er ein Studium an der Evangelischen Kirchenmusikschule in Görlitz, wechselte aber nach einem Jahr an die Päpstliche Hochschule für Kirchenmusik in Regensburg, die er dann 1959 mit dem A-Examen für Kirchenmusik und dem Akademischen Titel „Baccalaureus" für Kirchenkomposition verließ. Danach kehrte er nach Görlitz zurück und arbeitete als Organist, Lehrer und Leiter des Görlitzer Domchores.

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Martin Moller

Hilf, Herr, hilf in Angst und Not!
Erbarm dich mein, du treuer Gott!
Ich bin ja doch ein liebes Kind
Trotz Teufel, Welt und aller Sünd.
Verlass mich gänzlich auf dein Wort.
Hilf, Helfer, hilf, du treuer Gott.

So dichtet Martin Moller 1596 in einem seiner Kirchenlieder. Er ist zu dieser Zeit seit über 20 Jahren lutherischer Pfarrer in Sprottau (Niederschlesien). Dorthin hat ihn der Sprottauer Magistrat berufen, nachdem Moller während seiner fast dreijährigen Kantorats- und kurzer Pfarrtätigkeit in Kesselsdorf und Löwenberg offensichtlich als Prediger auf sich aufmerksam gemacht hat.

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Otto Müller

An Otto Müller erinnern in Görlitz ein Straßenname sowie ein Teil des Stadtparks. Dieses Gelände hatte Müller erworben, um es vor Bodenspekulation und Bebauung zu retten und stiftete es als Park der Stadt.
Auch die Görlitzer Stadtbibliothek, früher Volksbücherei, ist eng mit dem Wirken Otto Müllers verbunden.

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Prof. Dr. med. Heinz Funke

"Im Herzen wächst der Arzt, der Grund der Arzenei ist Liebe!"

Paracelsus

"Wir haben hier in Görlitz eine gewaltige Aufgabe zu lösen, die auf alle Fälle nur im Frieden lösbar ist, nämlich das neue Bezirkskrankenhaus zu gründen und so zu gestalten, dass es eine wissenschaftliche Arbeitsstätte für die Ãrzte wird, die dann zur Betreuung der Bevölkerung ins Land hinausgehen. Vor allem aber soll es ein Krankenhaus werden, das allen Patienten vorbildliche Behandlung und vorbildlichen Aufenthalt  garantiert." Diese nahezu programmatischen Sätze äußerte Dr. Funke im Dezember 1955, ein halbes Jahr also nach seiner Berufung als ärztlicher Direktor im Bezirkskrankernhaus, im Görlitzer Kulturspiegel.

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Professor Ludwig Feyerabend

Professor Ludwig Feyerabend - Begründer der Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz und erster Direktor des Kaiser-Friedrich-Museums in der Oberlausitzer Gedenkhalle
Die Blütezeit von Görlitz am Ende des 19. Jahrhunderts war auch verbunden mit einem Aufstieg der Wissenschaften in unserer Stadt und mit dem Namen von Ludwig Feyerabend. Weit über die Grenzen der Oberlausitz hinweg wurde er für zwei junge Wissenschaftsdisziplinen bekannt - für die Archäologie und für die Museologie. Auf beiden Gebieten leistete er Pionierarbeit.

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Professor Ernst Polaczek

Professor Ernst Polaczek - Museumsdirektor auf "Durchreise" von 1928 bis 1933 im schlesischen Görlitz
Eine Frage nach ihm wird heute wohl kaum jemand zufriedenstellend beantworten können, weder in seinem Geburtsort noch an den Stätten seines erfolgreichen Berufslebens. Studium, Militär- und Assistenzzeit, Universitätsprofessor und Museumsdirektor, aber auch Arbeitslosigkeit und vorzeitiger Ruhestand waren seine Lebensstationen. Gerahmt waren diese von der Kindheit und Jugend am Fuße des böhmischen Isergebirges und seinem Schaffen an der Universität sowie an zwei Kunstmuseen in Straßburg im Elsaß, das zu seiner zweiten Heimat wurde, aber auch von der Tragik der europäischen Geschichte.

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Jacob-Böhme-Denkmal
Jacob-Böhme-Denkmal
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