Kirchen & Kapellen

Dreifaltigkeitskirche

Dreifaltigkeitskirche

Die Dreifaltigkeitskirche ist die ehemalige Kirche der Franziskaner. Nach eigener Überlieferung errichteten die Franziskaner 1234 ein Kloster in Görlitz. Das Land dazu, an der Stadtmauer, hatten sie von der Görlitzer Familie Wirsinge geschenkt bekommen. Ihre Klostermauer wurde ähnlich wie in Zittau vollständig in die Stadtmauer integriert.

Entsprechend dem Predigtauftrag der Barfüßermönche, die man auch Graue Mönche oder Minoriten rief, wurde die Kirche in der für die Bettelorden typischen Form einer Saalkirche errichtet. Dadurch bot sie genügend Platz für eine große Zuhörermenge. Schon im August 1245 konnte ihr Chor durch Bischof Konrad von Meißen, der Mutter Gottes und dem Ordensgründer, dem Heiligen Franz von Assisi, geweiht werden. Seit dieser Zeit legte man den Beginn der Görlitzer Kirmes stets auf den 18. August. Zwischen 1371 und 1381 wurde die ursprünglich spätromanische Apsis durch einen gotischen oktogonalen Chorabschluss ersetzt. Möglicherweise hängen die Umbauten mit den Bestrebungen Kaiser Karls IV. zusammen, der in Görlitz für seinen Sohn Johann ein Sekundogenitur-Herzogtum eingerichtet hatte und für diese Zwecke eine repräsentative Kirche benötigte.

Aus dieser Bauphase haben sich Gewölbeausmalungen sowie der in der Barbarakapelle aufbewahrte älteste Görlitzer Grabstein erhalten. Er ist seinerzeit für Johann Berka von der Duba, einem Sohn des damaligen Oberlausitzer Landvogtes, Benes Berka von der Duba, aufgestellt worden. Die Barbarakapelle selbst sowie das südliche Seitenschiff sind Anbauten aus dem späten 15. Jahrhundert, als die Spenden der nun durch den Tuchhandel reich gewordenen Stadtbürger immer reichlicher flossen. Man konnte sogar den berühmten Bildhauer Hans Olmützer gewinnen. Aus kunstgeschichtlicher Perspektive besonders sehenswert sind die Skulpturengruppe "Christus in der Rast", die Grablegungsszene Hans Olmützers von 1493, der Flügelaltar mit der sogenannten "Goldenen Maria", eine ebenso anmutige wie außerordentlich reich gegliederte Arbeit, die vermutlich gleichfalls aus der Werkstatt Hans Olmützers stammt. Sie wird einer Stiftung Georg Emmerichs zugeschrieben. Bemerkenswert ist auch das Chorgestühl, das sich noch aus der Zeit der Renovierungen vom Ende des 14. Jahrhundert erhalten hat.

Nach dem Auszug der Franziskaner im Zuge der Reformation verfiel die Anlage zusehends. Erst 1715 besann man sich wieder des hochaufragenden, zierlichen Baus, renovierte die Kirche, die in diesem Zuge der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht wurde. Aus dieser jüngeren Epoche stammen auch der barocke Prunkaltar mit den Symbolen der Dreifaltigkeit von der Hand Caspar G. von Rodewitz' sowie die im Chorraum aufgehängten Epitaphien Hans Christoph von Gersdorffs und des ehemaligen Bürgermeisters Knorr von Rosenroth. Die Klostergebäude nutzte man zunächst als Schule, bis die alten Gebäude 1854 abgerissen wurden und man an ihrer Stelle das neue Gymnasium Augustum errichtete.

Adresse
Klosterplatz 21, 02826 Görlitz

Weitere Informationen
Evangelische Kulturstiftung Görlitz – Dreifaltigkeitskirche

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